Donnerstag, 27. August 2009
Ein Tag allein in Kyoto...
...den ich nutzen wollte, um endlich mal den Heian-Jingu mit seinen Gärten zu besuchen. (Ja, das ist der Schrein aus "Lost in Translation"). Wirklich ein ganz toller Garten, den Monet bestimmt gemalt hätte...









Nach monatelanger Alkohol-Absitenz (die Cocktails in Japan verdienen ihren Namen nicht, ist eigentlich nur Saft mit Eiswürfeln. Der wenige Alkohol, der darin enthalten ist, ist längst verdunstet, wenn das Getränk serviert wird) haben wir uns mal umgehört, wo man denn in Tenri etwas trinken gehen kann. Tong erzählte uns von der "H2O-Bar", die wir natürlich gleich ausprobierten. Es war ein winzig kleiner Raum, vollgestopft mit Flaschen, und einem Barkeeper, gleichzeitig Besitzer, der einen immer im blütenweißen Jackett bediente.
Das Sortiment war groß (habe dort sogar Whisky aus meinem Geburtsjahr getrunken) und zur allgemeinen Überraschung war auf der Käseplatte KÄSE, nicht diese gummiartige Masse aus Schmelzsalzen und Emulgatoren, die in Japan gemeinhin als "Cheese" bekannt ist. Kein Wunder, denn den Käse hatte der Besitzer auch aus Europa importiert.
Und in ebendieser Bar gab es auch den berühmt-berüchtigten Habu-Shu, Schnaps aus Okinawa mit einer eingelegten Giftschlange darin. Die Schlange lag aufgerollt auf dem Boden der Flasche und war so gelegt, dass der Kopf oben lag und man schön die 1,5cm langen Giftzähne bewundern konnte... Erinnerte stark an Formaldehyd-Präparate mit eingelegten Absonderlichkeiten aus dem Keller von Naturkundemuseen... Natürlich musste der sofort probiert werden! War überraschenderweise richtig lecker, süßlich-würzig, aber es kostete schon einige Überwindung, das Glas mit dem Schnaps voller Schwebteilchen herunterzustürzen. Aber wie gesagt -lecker.
Hier noch ein paar Eindrücke aus der Bar:
Mittwoch, 26. August 2009
Kleines Schmankerl zwischendurch
Professor Asakawa hat uns in Nara zum Essen eingeladen, traditionell japanisch und seeeehr lecker. Man beachte auch das Geschirr, passend zu den hochsommerlichen Temperaturen in kühlen Farben gehalten bzw. aus Glas... Ich lass mal die Bilder wirken...(Man kann die Fotos hier auch vergrößern-für den großen Hunger)





Mittwoch, 22. Juli 2009
Und sonst...
Hier noch ein kleiner Einblick in die Club-Aktivitäten von Chrissi und mir: Der Ikebana- und der Kalligrahpie-Kurs, bei denen auch Piety teilnahm.
In Ikebana wurden wir von einem sehr netten Herrn unterrichtet, der wohl der Erbe der Gründerin einer Ikebana-Schule sein soll. Sehr engagiert war auch seine Kollegin, und unter Anleitung der beiden kamen doch ganz passable Gestecke heraus:



Außerdem gab es noch den Kalligraphie-Kurs, ebenfalls von einem netten älteren Herrn geleitet. Er kam immer im Tenri-Jäckchen und hat sich die letzten 30 Jahre der Kalligraphie gewidmet, was ihm einen sehr hohen Rang eingebracht hat. Wir übten einzelne Kanji, die wir uns ausgesucht hatten, um sie später auf einen Fächer zu kleben und anschließend mit unserem (ebenfalls selbstgeschnitzten) Namensstempel zu versehen. In meinen Stempel habe ich das alte Zeichen für "Falke" eingeschnitzt, er liegt hier bei mir in einer kleinen chinesischen Box... ein nettes Andenken!


In Ikebana wurden wir von einem sehr netten Herrn unterrichtet, der wohl der Erbe der Gründerin einer Ikebana-Schule sein soll. Sehr engagiert war auch seine Kollegin, und unter Anleitung der beiden kamen doch ganz passable Gestecke heraus:
Außerdem gab es noch den Kalligraphie-Kurs, ebenfalls von einem netten älteren Herrn geleitet. Er kam immer im Tenri-Jäckchen und hat sich die letzten 30 Jahre der Kalligraphie gewidmet, was ihm einen sehr hohen Rang eingebracht hat. Wir übten einzelne Kanji, die wir uns ausgesucht hatten, um sie später auf einen Fächer zu kleben und anschließend mit unserem (ebenfalls selbstgeschnitzten) Namensstempel zu versehen. In meinen Stempel habe ich das alte Zeichen für "Falke" eingeschnitzt, er liegt hier bei mir in einer kleinen chinesischen Box... ein nettes Andenken!
Ganz tolle Idee...
... anstatt eines Pizzalieferdienstes: Der Ramen-Wagen! Das Ding fährt mit riesigen Töpfen voller heißer Suppe herum, hält irgendwo, und man bekommt vom Fahrer frische Nudeln zubereitet. Ein solches Modell stand auf einmal im Hof des Wohnheims. Wir sind natürlich sofort hin und haben uns was geholt...
Wäre auch mal ein gutes Konzept für Marburg...


Wäre auch mal ein gutes Konzept für Marburg...
Einen hab ich noch...
Nach langer Abstinenz geht es hier endlich weiter. Das kann ja aber auch nicht angehen, dass der Blog hier unvollendet brachliegt. Ich hoffe, ich krieg noch alles zusammen, ist ja schon was her.
Machen wir also weiter mit Juli. Die Studenten der Tenri-Universität wurden eingeladen, an einem Goldfisch-Wettfischen teilzunehmen. Kannte ich bis jetzt nur von Matsuri und als Spiel für Kinder, so wie Dosenwerfen, aber anscheinend haben auch Erwachsene Spaß daran. Jedenfalls war die Turnhalle, in der der Wettbewerb stattfand, gerappelt voll.

Chrissi, Piety und Shinchan werfen sich in Pose
Wir wurden in Gruppen eingeteilt und bekamen Nummern auf den Rücken gepinnt und durften schonmal üben. Man bekommt ein kleines Plastikdings, eine Art Kreis mit Stiel. Im Kreis ist ein Papier gespannt, und mit dieser Konstruktion soll man dann die Fische wie mit einer Art Pfannenwender fangen. Der Witz daran ist aber, dass sich das Papier natürlich mit Wasser vollsaugt und irgendwann reißt. Bis dahin sollte man also so viele Fische wie möglich gefangen haben.
Piety hatte den Bogen raus und schöpfte einen Fisch nach dem anderen in ihren Becher. Wir waren siegessicher!


Leider waren die vielen japanischen Kinder dann doch besser und wir bekamen nicht mal einen Trostpreis. Naja, hat trotzdem Spaß gemacht.
Zum Schluss noch ein Bild von Tony und Karina, die auch teilnahmen. Kari kommt aus Mexiko und Tony aus Frankreich, die zwei kamen in Japan zusammen und sind mittlerweile verlobt. Sehr süß, die zwei, gell?
Machen wir also weiter mit Juli. Die Studenten der Tenri-Universität wurden eingeladen, an einem Goldfisch-Wettfischen teilzunehmen. Kannte ich bis jetzt nur von Matsuri und als Spiel für Kinder, so wie Dosenwerfen, aber anscheinend haben auch Erwachsene Spaß daran. Jedenfalls war die Turnhalle, in der der Wettbewerb stattfand, gerappelt voll.
Chrissi, Piety und Shinchan werfen sich in Pose
Wir wurden in Gruppen eingeteilt und bekamen Nummern auf den Rücken gepinnt und durften schonmal üben. Man bekommt ein kleines Plastikdings, eine Art Kreis mit Stiel. Im Kreis ist ein Papier gespannt, und mit dieser Konstruktion soll man dann die Fische wie mit einer Art Pfannenwender fangen. Der Witz daran ist aber, dass sich das Papier natürlich mit Wasser vollsaugt und irgendwann reißt. Bis dahin sollte man also so viele Fische wie möglich gefangen haben.
Piety hatte den Bogen raus und schöpfte einen Fisch nach dem anderen in ihren Becher. Wir waren siegessicher!
Leider waren die vielen japanischen Kinder dann doch besser und wir bekamen nicht mal einen Trostpreis. Naja, hat trotzdem Spaß gemacht.
Zum Schluss noch ein Bild von Tony und Karina, die auch teilnahmen. Kari kommt aus Mexiko und Tony aus Frankreich, die zwei kamen in Japan zusammen und sind mittlerweile verlobt. Sehr süß, die zwei, gell?
Freitag, 8. August 2008
Deutsche Kultur Teil I: Grillen
Nach all den vielen Eindrücken, die ich in in der Zeit in Tenri von Japan und auch von anderen Ländern bekommen habe, kann ich jetzt auch behaupten, wenigstens ein bisschen deutsche Kultur übermittelt zu haben. Es wurde schön warm in Japan und uns Deutschen hat es schon in den Fingern gekribbelt: Die Grillsaison hatte angefangen! Chrissi und ich fuhren also zum Jusco um einen Grill zu kaufen. Noch ganz japanisch die Erlaubnis der Uni eingeholt, im Hof grillen zu dürfen, Leute eingeladen und los ging's.

Tong war der Grillmeister und hat in letzter Sekunde noch die Ehre der Männer gerettet. Sonst hat es nämlich keines der anwesenden männliches Wesen hinbekommen, das Feuer am Brennen zu halten, und Tong erlöste uns Mädels vom Pusten und Fächerwelden...


Nach deutschen, japanischen, thailändischen, mexikanischen und allerlei anderen internationalen Grillzutaten gab es dann noch indonesische Bananenkuchen mit Vanilleeis zum Nachtisch.

Und eine Fotosession musste natürlich auch noch sein...
Tong war der Grillmeister und hat in letzter Sekunde noch die Ehre der Männer gerettet. Sonst hat es nämlich keines der anwesenden männliches Wesen hinbekommen, das Feuer am Brennen zu halten, und Tong erlöste uns Mädels vom Pusten und Fächerwelden...
Nach deutschen, japanischen, thailändischen, mexikanischen und allerlei anderen internationalen Grillzutaten gab es dann noch indonesische Bananenkuchen mit Vanilleeis zum Nachtisch.
Und eine Fotosession musste natürlich auch noch sein...
Dienstag, 29. Juli 2008
Shirahama
Shirahama heißt übersetzt soviel wie "weißer Strand", weil... naja, weil es dort einen weißen Strand gibt. Früher war der mal echt, dann ist das ganze Zeug weggespült worden und dann hat man weißen Sand tonnenweise aus Australien hergeschafft. Jetzt gibts also wieder weißen Sand in Shirahama, und im Sommer jede Menge Touristen...
Allerdings herrscht in Japan das ungeschriebene Gesetz, dass man im Meer nur im Juli und August baden gehen kann. In diesen zwei Monaten sind also Badeorte komplett überfüllt... Meidet man diese Zeiten und fährt im Juni, so wie Chrissi und ich, hat man all die Riesenhotels, Strände, Restaurants und Onsen fast für sich alleine. Wir hatten ausgesprochen entspannende zwei Tage dort...
Der erste Tag war etwas zugeszogen, also entschieden wir uns, zuerst eines der vielen Onsen zu besuchen. Vom ersten konnte ich leider kein Bild machen. Es war aber das Beste... In drei Stufen angelegt lag es direkt am Meer. Und es war komplett unter freiem Himmel... herrlich! Das Becken auf der untersten Stufe war nur durch Naturfelsblöcke vom Meerwasser getrennt, und mit aufkommender Flut schwappte immer mal wieder ein wenig kühles Meerwasser ins Becken... sehr spaßig. Gleichzeitig konnte man den Krabben und Krebschen zuschauen, die über die Felsen flitzen... Stufe zwei war dann schon heißeres Wasser, ein großes Becken ebenfalls aus Naturstein. stufe drei war ein großes Holzbecken. Wir variierten Becken, je nachdem, ob uns grade nach heißem entspannenden Wasser der Sinn stand oder danach, immer mal wieder von kaltem Salzwasser überschwappt zu werden.
Das zweite Onsen war sehr viel größer und auf einem bewaldeten Berg angelegt. Man zog sich an der "Basis" um in Yukata und Geta und klapperte im wahrsten Sinne des Wortes dann die einzelnen Onsen ab. Es gab Onsen in Höhlen, unter Bäumen, in großen Holzzubern und unter freiem Himmel. Zwischendurch saßen wir auf der Terasse, tranken ein Käffchen und genossen die Aussicht...
Nach dem Onsenbesuch liefen wir am Meer entlang zurück zum Hotel. Hier ein bisschen Shirahama-Nebensaison-Abendstimmung:
Zum Abschluss des ersten Tages gabs noch einen wunderschönen Sonnenuntergang... und ein sehr leckeres Essen!
Am nächsten Tag zogen wir dann los, uns ein wenig der Gegend anzusehen.
Hier steht Chrissi gerade in einer Höhle, die sich am Fuße einer Klippe befindet. Die Höhle besteht aus ein einer Art System aus Gängen und Hohlräumen, in denen sich früher Piraten versteckten und dann eine Wachstation eingerichtet wurde. Einen Schrein gibt es auch... Ständig raschen die Wellen mit gewaltiger Wucht hinein, den Eingang kann man nur bei Ebbe befahren, sonst wird man vom Wasser gegen die Felsen geklatscht.
Von oben kann man den Eingang der Höhle nicht sehen... Geht ganz schön weit hinunter. Und wenn Japaner sonst übervorsichtig sein können bei Kleinigkeiten wir regennassen Busstufen- hier gab es keine Absperrung!
Statt dessen standen überall Schilder herum, die von der japanischen christlichen Kirche aufgestellt worden waren. Anscheinend sind die Klippen ein beliebter Ort für Menschen, die ihrem Leben durch einen Sprung in die Tiefe ein Ende setzen möchten. Auf den Schildern steht, dass man doch vorher lieber das "Lebens-Telefon" anrufen solle, bevor man den endgültigen Entschluss fasse, sich umzubringen...
Und das war unser zweites Frühstück: Leckerer knusprig gegrillter Tintenfisch!
Hier waren wir am "Tausend-Tatami-Felsen". Er besteht aus vielen Schichten, die so aussehen sollen wie tausende übereinandergestapelte Tatami... Hier saßen wir und haben schön ein Eis gegessen, während die Leute alle nass wurden... hehehe...
Hier noch ein berühmter Felsen, dessen Namen ich vergessen habe...
Süße Miezekatze...
... die die vielen nistenden Schwalben zum Glück nicht beachtete...
Nach einem Nachmittag am Strand und im Meer (endlich wieder schwimmen!!) konnten wir noch ein wenig Abendstimmung genießen, bevor es wieder mit dem Bus nach Hause ging...
Samstag, 26. Juli 2008
Im Kimono
Ende Mai wurden wir eingeladen, an einer Diskussion über asiatische und internationale Wirtschaft in Nara teilzunehmen. Dass wir von Tenakawa-sensei vom Kimono-Club eingeladen wurden, machte uns ein wenig stutzig. Chrissi holte sich extra die Versicherung ab, dass sie keinen Kimono, Yukata oder ähnliches werde tragen müssen. Tenakawa-sensei stimmte zu.
Leider hielt sie ihr Versprechen nicht ganz, sie wartete vor dem Restaurant schon mit kleinen Köfferchen... Chrissi ahnte schon Übles. Und richtig, wir wurden alle in Yukata gesteckt...

Naja, hat irgendwie doch noch Spaß gemacht, zumindest die Fotos ^-^. Und das Essen war auch nicht zu verachten. Für die anderen Teilnehmer war es natürlich eine Attraktion, uns vier Mädels im Yukata herumklappern zu sehen... Und wir bekamen jeder noch eine kleine Geschenktüte mit süßen Spezialitäten aus Nara...







Leider hielt sie ihr Versprechen nicht ganz, sie wartete vor dem Restaurant schon mit kleinen Köfferchen... Chrissi ahnte schon Übles. Und richtig, wir wurden alle in Yukata gesteckt...
Naja, hat irgendwie doch noch Spaß gemacht, zumindest die Fotos ^-^. Und das Essen war auch nicht zu verachten. Für die anderen Teilnehmer war es natürlich eine Attraktion, uns vier Mädels im Yukata herumklappern zu sehen... Und wir bekamen jeder noch eine kleine Geschenktüte mit süßen Spezialitäten aus Nara...
Freitag, 25. Juli 2008
Was sonst noch geschah...
Chrissi und ich besuchten im Mai noch das Miyako-Odori in Kyoto. Das sind traditionelle Geisha-Tänze, die jedes Jahr im Frühling abgehalten werden. Leider konnte man von den Tänzen selbst keine Fotos machen, aber hier ist eins von der Tee"zeremonie", die man vor der Vorstellung sehen konnte. Eigentlich war es eher ein schnelles Zeremönchen, weil viele Leute schnell tee haben mussten, um zur Vorstellung zu gehen. War trotzdem lecker und einen kleinen Teller für Süßigkeiten als Andenken gab's auch...

Dann wurden Chrissi und ich noch von Mikuni-san, einer Mitarbeiterin im Büro für ausländische Studierende, zum Essen mit vorherigem Kochen eingeladen. Wir wollten nämlich eigentlich einen Kockkurs für japanische Küche machen. So etwas gab es aber leider in Tenri und näherer Umgebung nicht, also bat uns Mikuni-san an, dass wir bei Gelegenheit mal bei ihr vorbeikommen und mit ihr kochen dürften. Diesmal haben wir Okonomiyaki gemacht, eine Art japanische Pizza. Sehr lecker. Zu Gast waren auch noch Freunde von Mikuni-san und ihrem Ehemann aus den USA und Lehrer der Tenri-Uni. Wir haben glaube ich ganz gut gekocht für das erste Mal, jedenfalls gab's keine Beschwerden ^-^.



Zum Schluss gab's noch ein Gruppenfoto:

Ganz links im schwarzen T-Shirt ist Mikuni-san, daneben im weißen Hemd ist ein Professor für Religion, der halb japanischer und halb us-amerikanischer Herkunft ist. Daneben ist das befreundete Ehepaar der Mikunis aus Michigan, daneben Chrissi und meine Wenigkeit, dann Jackie, eine Freundin von Mikuni-san und daneben der Ehemann von Mikuni-san, der halb Japaner und halb Hawaiianer ist, wenn ich das richtig verstanden habe. Ganz vorne die gesammelte Kinderschar ^-^.
Dann wurden Chrissi und ich noch von Mikuni-san, einer Mitarbeiterin im Büro für ausländische Studierende, zum Essen mit vorherigem Kochen eingeladen. Wir wollten nämlich eigentlich einen Kockkurs für japanische Küche machen. So etwas gab es aber leider in Tenri und näherer Umgebung nicht, also bat uns Mikuni-san an, dass wir bei Gelegenheit mal bei ihr vorbeikommen und mit ihr kochen dürften. Diesmal haben wir Okonomiyaki gemacht, eine Art japanische Pizza. Sehr lecker. Zu Gast waren auch noch Freunde von Mikuni-san und ihrem Ehemann aus den USA und Lehrer der Tenri-Uni. Wir haben glaube ich ganz gut gekocht für das erste Mal, jedenfalls gab's keine Beschwerden ^-^.



Zum Schluss gab's noch ein Gruppenfoto:

Ganz links im schwarzen T-Shirt ist Mikuni-san, daneben im weißen Hemd ist ein Professor für Religion, der halb japanischer und halb us-amerikanischer Herkunft ist. Daneben ist das befreundete Ehepaar der Mikunis aus Michigan, daneben Chrissi und meine Wenigkeit, dann Jackie, eine Freundin von Mikuni-san und daneben der Ehemann von Mikuni-san, der halb Japaner und halb Hawaiianer ist, wenn ich das richtig verstanden habe. Ganz vorne die gesammelte Kinderschar ^-^.
Mädels-Roadtrip durch Shikoku: Die ersten zwei Tage
Anfang Mai war endlich Golden Week, also keine Uni, und wir konnten endlich nach Shikoku aufbrechen. Dafür kam Steffi extra aus Tokyo nach Tenri. Nachmittags ging es mit dem Bus über Kobe und Awajishima nach Naruto, wo wir unser Mietauto (eine S-Klasse... nein, nicht Mercedes, sonder Toyota) abholten. Nach der ersten Aufregung mit der ungewohnten Automatik und dem Linksverkehr schafften wir es, heil in der Jugendherberge in Tokushima anzukommen. Dort hatten wir einen lustigen Abend mit ein paar Japanern, die auf Fahrrädern oder Motorrädern auch in Shikoku unterwegs waren und noch ein paar Tipps für uns hatten.
Einer von ihnen war tatsächlich mit dem Fahrrad durch ganz Shikoku auf der 88-Tempel-Route unterwegs und hatte bösen Sonnenbrand.
natürlich mussten wir noch kurz beim Strand vorbeisehen, obwohl es schon zappenduster war...
Am nächsten Morgen ging es wieder früh raus. Wir verabschiedeten uns vom Herbergshündchen und gingen nochmal an den Strand...
Nachdem wir unsere Füße in die Inlandsee gehalten hatten, machten wir uns auf zum Iya-Tal, eine der "versteckten Gegenden" in Japan, die angeblich besonders schön, aber wenig bekannt sind. angeblich sollten die Straßen dort sehr schmal sein, und zwischen Bergwand und Abgrund verlaufen, was uns ein wenig nervös machte. Von den Sensei in der uni wurde uns ja auch abgeraten, dorthin zu fahren, besonders in einem Auto, das wir selbst fuhren. Naja. Ein Omamori hatten wir ja, eine Art Talisman für sicheres Fahren, das wir extra noch am Isonokami-Schrein in Tenri gekauft hatten...
Und so sahen die Straßen dann größtenteils aus. An den breiten Stellen passten zwei kleine Autos gerade mal nebeneinander, aber auf dem größten Teil der Strecke war daran nicht zu denken. Man musste zurücksetzen und auf die Spiegel vertrauen, die in den Kurven standen. Hier hat Chrissi echte Nerven bewiesen und uns gut durch das Tal gefädelt.
An einem Aussichtspunkt hielten wir das erste Mal an, und wie man sieht ging die aufkommende Urlaubsstimmung ein wenig mit uns durch ^-^.
Den nächsten Stop machten wir bei der Statue des Pinkelden Jungen. Der Sinn dieser Statue erschloss sich mir nicht, aber sie amüsierte viele Touristen...
Achja, an einer sehr alten, verrosteten Tankstelle kamen wir auch noch vorbei...
Von der Kazura-Brücke ging es dann einen weniger bekannten Weg entlang. Über winzige Sträßchen schlängelten wir uns einen Berg hiauf bis nach Chiiori, einem alten Bauernhaus, das über 300 Jahre alt ist und von eimen Amerikaner namens Alex Kerr restauriert wurde/ immer noch wird.
Auf der Homepage findet man noch schönere Fotos (http://chiiori.org/).
Mädels-Roadtrip durch Shikoku: Tag 3
Und so sah die Tempelherberge aus, in der wir geschlafen haben.
Es gab auch ein schönes Frühstück mit Aussicht ^-^
Ganz in der Nähe der Herberge war der Strand, den wir natürlich gleich besuchten....
Weiter ging es weiter nach Matsuyama, eine kleine Stadt im Westen Shikokus, sehr bekannt für das Dogo-Onsen, das schon sehr alt ist. Außerdem gibt es noch das Schloss, zu dem man mit einer Art Skilift hinauffährt. Recht amüsant, aber Patricia hat glaube ich ganz schön Höhenangst bekommen... ^-^
Das Schloss an sich war nicht soo spektakulär, wenn man schon in Himeji gewesen ist. Lustig war aber, dass man die Gelegenheit hatte, sich eine Samurairüstung anzulegen. Steffi war ganz begeistert und stieg in die volle Montur, ich nahm nur mit Fahne und Beinschutz vorlieb...
Matsuyama war übrigens der einzige Ort in Shikoku, an dem man etwas vom Reisefieber der Japaner während der Golden Week mitbekam. Wir wurden gewarnt, dass alle Straßen und Städte überfüllt wein würden mit Touristen, die die paar freien Tage nutzen, um Kurzurlaube im ganzen Land zu machen. In shikoku war aber eher wenig davon zu spüren, ist wohl nicht von so großem Interesse... naja, bis auf Matsuyama halt.
Nachdem wir noch durch die Stadt geschlendert und das Onsen besucht hatten, machten wir uns weiter auf Richtung Westen zur nächsten Jugendherberge.
Wir wurden schön empfangen mit Süßigkeiten in Form von Fischen, da am nächsten Tag der Tag des Kindes war, an dem man traditionell große Fahnen in Form von Karpfen aufhängt werden. Diese wehen dann im Wind wie Wetterfahnen. Als wir in unsere Zimmer geführt wurden, waren wir sehr überrascht. Wir hatten drei große zimmer zur Verfügung, zwei Tatamizimmer zum Schlafen und ein großes, hohes Zimmer mit einem tisch in der Mitte. Im großen Zimmer standen auch große Vitrinen und regale voller alter Bücher. Es gab alte Glaskolben allerlei Antiquitäten. Uns wurde erklärt, dass das Gebäude früher einmal eine Schule war und der große Raum das Klassenzimmer. Die Antiquitäten wurde in der Schule benutzt oder gesammelt vom Herbergsvater. Wir hatten also ein wenig zu stöbern...
Mädels-Roadtrip durch Shikoku: Die letzten zwei Tage
Noch ein paar Fotos aus unserer Jugendherberge...
Wir hielten noch ein kleines Schwätzchen mit der Herbergsmutter, die natürlich ganz neugierig war auf uns Ausländer. Sie erklärte uns auch den Zweck, des kleinen Parkes, der neu neben der Herberge angelegt war. Wir hatten uns schon gewundert, weil er nicht wie ein "normaler" Park aussah, eher wie eine Art Wiese, durchzogen mit kleinen Bächen und Teicken, mit Bänken und einer dreistufigen Terasse. Der Park sei extra und ausschließlich dazu da, im Sommer die Glühwürmchen zu beobachten, wurde uns erklärt. Irgendwie süß, die Japaner ^-^
Wir fuhren noch schnell zum kleinen Schloss hoch, das ganz in der Nähe der Jugenherberge auf einem kleinen Berg stand.
Weiter ging es nach Uwajima. Dort befand sich etwas, was dem Shikoku-Reisenden mit etwas unkonventionellerem Geschmack vom Lonely Planet wärmstens ans Herz gelegt worden war: Der Taga-Jinja, eine Art Fruchtbarkeitsschrein, mit dazugehörigem Sexmuseum. Für einen Shinto-Schrein sind Fruchtbarkeitsriten eigentlich nichts Besonderes, früher jedenfalls. Mit der Meiji-Restauration und den westlichen Einflüssen dieser Zeit verschwanden aber viele Schreine dieser Art. Ein paar sind noch übrig geblieben, wie der Taga-Jinja, der heute komplett der menschlichen Fortpflanung gewidmet ist. Ist wirklich ein sehr amüsanter Ort, wie man auf den Fotos unschwer erkennen kann. Das Schreingelände ist winzig, dafür aber übersäht mit Phalli aus Stein, Holz, Baumstümpfen etc. Gekrönt wir das Ganze noch von einem ca. drei Meter langen überdimensionalem Holzphallus, der bei Festen herumgetragen wird und ansonsten neben dem Schreingenäude liegt.
Auch recht, ähem, außergewöhnlich war das Museum, von dessen Innerem man leider keine Fotos machen durfte, außer man war bereit, 70 Euro dafür zu zahlen.
Das Museum war zwar klein, dafür ging es aber über drei Stockwerke. Irgendwer hatte sich die Mühe gemacht, das ganze Museum mit allem Erdenklichen zum Thema Sex in das Museum zu schaffen. Es war vollgestopft mit Vitrinen, die wiederum vollgestopft waren mit, naja, kann man sich ja vorstellen. Sogar die Wände waren noch bis zum letzten freien Zentimeter vollgeklebt mit Postkarten, Bildern, Plakaten, Karikaturen etc. Sogar an der Decke (!) klebte noch Informationsmaterial. Sehr erheitert liefen wir durch das Museum. Irgendwann wurde es dann aber doch zuviel und wir machten uns auf nach Uchiko, ein kleines Städtchen mit traditionellem Zentrum. Dort schlenderten wir ein wenig herum, gingen in Cafés und schauten uns die alten Handwerker- und Kerzenmacherhäuser an.
Als es dunkel wurde und langsam die Bordsteine hochgeklappt wurden, fuhren wir wieder nach Shin Hasedera. Diesmal hatten wir die ganze Tempelherberge nur für uns... ^-^
Als kleinen Abchluss veranstalteten wir noch ein kleines Feuerwerk am Strand...
Am nächsten Tag ging es dann zurück Richtung Ausgangspunkt, nach Naruto. Wir kamen genau richtig an, um uns die Naruto-Strudel anzusehen. Diese entstehen immer bei Gezeitenänderung unter der Brücke, die Shikoku mit der Insel Awaji verbindet. Wenn das Meerwasser zwischen den beiden Inseln hindurchfließt bilden sich in der Meerenge Strudel, die man von der Brücke aus sehen kann.
Als Letztes fuhren wir nach Bando. Dort befand sich im Ersten Weltkrieg ein japanisches Kriegsgefangenenlager, in dem viele Deutsche lebten. Heute git es dort ein Freilichtmuseum. In Bando haben angeblich Japaner und Deutsche in Frieden und Eitnracht gewohnt, was immer wieder gerne von japanischer Seite betont wird. Ob es wirklich so toll war, dass die Deutschen, immerhin Kriegsgefangene, gar nicht mehr heraus wollten, kann sich ja jeder selber fragen. Jedenfalls wurde dort zum ersten Mal in Japan Beethovens Neunte aufgeführt. Es gab eine deutsche Bäckerei, in dem angeblich der heute immer noch so beliebte Baumkuchen gebacken wurde. Es gibt jetzt auch einen japanischen Film über Bando mit Bruno Ganz (soll aber nicht ganz wahrheitegetreu sein...).
Und danach war es auch schon wieder Zeit, das Auto zurückzugeben und in den Bus nach Hause zu steigen...
Am nächsten Tag in der Uni mussten wir natürlich von unserem Urlaub erzählen. Wir blieben nicht davor verschont, dass nochmal betont wurde, wieviel Sorgen sich doch die (japanischen) Lehrer gemacht hätten, weil wir mit dem Auto unterwegs waren... Also entweder sind die Japaner ganz besonders tüddelig, oder die Deutschen werden sehr stark auf Eigenständigkeit erzogen...
Montag, 14. Juli 2008
Japanische Kultur Teil VII: Hanami
Kurz nach Ostern sind überall in Nara die Kirschblüten aufgegangen. Und mit den Blüten kamen auch Massen an Touristen nach Japan, um die berühmteste Jahreszeit mitzuerleben. In Tenri haben wir davon gottseidank wenig gemerkt, und wir konnten schön Hanami (花見) "machen". Hanami heißt frei übersetzt Blüten schauen, heißt man trifft sich, um gemeinsam die Blüten zu genießen. Dabei picknickt man und gewöhnlich fließt der Sake auch nicht zu knapp. An berühmten Orten wie dem Uenopark in Tokyo ist es dabei jedes Mal gerammelt voll, eine Decke grenzt an die andere... Eine recht gesellige Sache also. Wir haben uns lecker Essen und eine Decke bzw. eine Art isolierte Alufolie gekauft und haben uns schön unter die Bäume gesetzt.
Blick auf die Kirschen, aus der liegenden Position heraus.
In Tenri gab es auch ein kleines Matsuri in einem kleinen Park neben dem Isonokami-Schrein. Es wurden ein paar Büdchen aufgebaut und Imbissstände, es gab auch eine kleine Bühne wo die Austauschstudenten mit dem Musikklub ein Koto-Konzert gaben, eine Art japanische Zither.
Abend swurden die Kirschblüten mit vielen pinken Lampions ausgeleuchtet, war ganz ansehnlich. Darunter saßen wieder alle auf ihren Alufolien und haben gegrillt. Sollte man in Deutschland auch mal einführen...
Sonntag, 13. Juli 2008
Yoshino
... liegt in der Nähe von Tenri und ist sehr bekannt für seine Berge, die mit vielen Kirschbäumen bewachsen sind. Wir hatten leider etwas Pech, es war noch zu früh es waren nur ein paar Bäume am Blühen.

Wir sind ein bisschen durch das Dorf gelaufen...

Hier wurden fleißig Mochi geknetet. Genau die richtige Größe für mich, aber leider in dieser Form unverkäuflich...


Manuel wurde dann noch genötigt, eie Spezialität aus Yoshino zu probieren: Konnyaku. Das ist eine Art festes Gelee aus der Konjakwurzel, und schmeckt ziemlich nach nichts. Deshalb wird es in Suppe gekocht. Es hat dann den Geschmack der Suppe und ist recht knurpschig, was Konnyaku eigentlich ausmacht. Klingt nicht sooo lecker, kann man aber essen. Trotzdem ist es nicht wirklich jedermanns Sache. Manuels auch nicht. Wir und der Konnyakuverkäufer hatten sichtlich Spaß daran, ihm beim Knurpschen zuzugucken und die Reaktion abuzwarten...

Für mich gabs lecker Gurke in Eiswasser, die einfach mit Sojasauce weggeknabbert wird. Sehr lecker und erfrischend. Die anderen fandens nicht so toll, weil nichts es ja an sich nichts besonderes ist...


Dann kamen wir noch an einem kleinen Stand vorbei, an dem kleine Flussfische gegrillt wurden. Die Verkäufer winkten uns herbei, sie wollten unbedingt ein kleines Schwätzchen halten mit den Ausländern. Natürlich mussten wir auch einen Fisch probieren, der wirklich lecker war. Die Verkäufer und ein paar Gäste waren ganz entzückt, wollten uns noch Sake andrehen, weil er am Besten dazu schmecke, und wir sollten doch unbdeingt den Bauch essen, riefen sie immer wieder. Haben wir auch gemacht. War wirklich gut.



Wir sind dann noch ein Weilchen durch Wald und Dörfer gewandert... Wie man sieht, haben wir Manuel aber nicht müde gekriegt.
Wir sind ein bisschen durch das Dorf gelaufen...
Hier wurden fleißig Mochi geknetet. Genau die richtige Größe für mich, aber leider in dieser Form unverkäuflich...
Manuel wurde dann noch genötigt, eie Spezialität aus Yoshino zu probieren: Konnyaku. Das ist eine Art festes Gelee aus der Konjakwurzel, und schmeckt ziemlich nach nichts. Deshalb wird es in Suppe gekocht. Es hat dann den Geschmack der Suppe und ist recht knurpschig, was Konnyaku eigentlich ausmacht. Klingt nicht sooo lecker, kann man aber essen. Trotzdem ist es nicht wirklich jedermanns Sache. Manuels auch nicht. Wir und der Konnyakuverkäufer hatten sichtlich Spaß daran, ihm beim Knurpschen zuzugucken und die Reaktion abuzwarten...
Für mich gabs lecker Gurke in Eiswasser, die einfach mit Sojasauce weggeknabbert wird. Sehr lecker und erfrischend. Die anderen fandens nicht so toll, weil nichts es ja an sich nichts besonderes ist...
Dann kamen wir noch an einem kleinen Stand vorbei, an dem kleine Flussfische gegrillt wurden. Die Verkäufer winkten uns herbei, sie wollten unbedingt ein kleines Schwätzchen halten mit den Ausländern. Natürlich mussten wir auch einen Fisch probieren, der wirklich lecker war. Die Verkäufer und ein paar Gäste waren ganz entzückt, wollten uns noch Sake andrehen, weil er am Besten dazu schmecke, und wir sollten doch unbdeingt den Bauch essen, riefen sie immer wieder. Haben wir auch gemacht. War wirklich gut.
Wir sind dann noch ein Weilchen durch Wald und Dörfer gewandert... Wie man sieht, haben wir Manuel aber nicht müde gekriegt.
Freitag, 4. Juli 2008
Himeji
Sooo,jetzt gehts hier auch endlich mal weiter... Habe ja ganz schön was nachzuholen... In zwei Wochen sind die Abschlussklausuren (vorangegangen von den normalen Klausuren, super Timing, muss schon sagen...*maul*). Dann sechs Wochen Zeit zur Rückkehrvorbereitung und Urlaub (Okinawa ist schon gebucht...). Aber erst einmal zurück Anfang April. Mit meiner Mama, meinem Bruder und Chrissi bin ich nach Himeji gefahren. Wir hatten Glück, es waren nicht viele Leute da und die Kirschblüte

Es gibt an sich nicht viel zu sagen, ich denke, die Fotos sprechen für sich... (ansonsten gibt es noch einen kurzen Text bei Wikipedia...). Das Innere war nicht so spektakulär, Burg halt. Man konnte bis nach oben steigen und auf die Stadt gucken.







Manuel ist einfach zu groß für dieses Land ^-^...

Es gibt an sich nicht viel zu sagen, ich denke, die Fotos sprechen für sich... (ansonsten gibt es noch einen kurzen Text bei Wikipedia...). Das Innere war nicht so spektakulär, Burg halt. Man konnte bis nach oben steigen und auf die Stadt gucken.
Manuel ist einfach zu groß für dieses Land ^-^...
Sonntag, 8. Juni 2008
Hakone
Bevor es dann zurück nach Tenri ging, fuhren wir für zwei Tage nach Hakone. Das ist ein beliebtes Ausflugsziel, ca. 2 Stunden von Tokyo entfernt. Alles recht touristisch, dafür aber eine sehr schöne Landschaft. Im Sommer muss es wohl sehr voll sein, weil es schön kühl ist, verbringen viele Tokyoter ihre Wochenenden gerne in Hakone als in Tokyo, auch wenn man die Menschenmassen dadurch nicht unbedingt umgeht... Es gibt einen großen See, Ashinoko, den man mit Piratenschiffen bzw. Mississippidampfern kreuz und quer befahren kann. Außerdem natürlich viele Onsen und Berge und ein großes Schwefeldampftal, Owakudani. Und bei klarem Wetter kann man den Fuji sehen... Besonders Spaß macht es, die ganzen unterschiedlichen Transportmittel zu benutzen. Es gibt Züge, Cablecars, Ropeways und die Schiffe natürlich. Wir lernten erstmal die Busse kennen, als wir zum Hotel fuhren. Trotz Regen udn Nebel machte der Fahrer Marburger Taxifahrern allemal Konkurrenz was das Hacken angeht. Ich war also ganz froh, als wir im Hotel ankamen und erstmal lecker essen und schön heiß baden konnten...

Lecker, lecker.
Nach einer erholsamen Nacht mussten wir erstmal feststellen, dass es schön regnete. Mist. Kein Fuji. Trotzdem machten wir uns erstmal auf ins Schwefeltal, mit der Ropeway...


Hat Spaß gemacht. Und als wir aus dem Wagen stiegen, schlug uns gleich der Schwefelgeruch entgegen, trotz des Regens und der Entfernung...

Wir liefen den Weg hinauf bis zu den Schwefelquellen und wurden dabei immer wieder komplett von Schwefelwolken eingehüllt...


Die Spezialität im Owakudani sind schwarze Eier, also eigentlich ganz normale Hühnereier, die in den heißen Quellen gekocht werden, wobei die Schale schwarz wird vom Schwefel.

Und angeblich lebt man für jedes gegessene Ei sieben Jahre länger. Natürlich mussten wir welche probieren, aber die Eier gabs nur im Sechserpack. Meine Mama wollte nicht länger leben, oder vielleicht waren ihr auch nur -verständlicherweise- die schwarzen Eier suspekt, jedenfalls haben Manuel
und ich jeweils drei Eier gegessen und und strotzen jetzt für mindestens 21 Jahre nur so vor Gesundheit und Energie. Yeah.
Vorher:
Nachher (+21 Jahre):

Vorher:

Nachher (+21 Jahre):


Vorher:
Nachher (+ 0 Jahre):

Noch ein paar Bilder vom Tal...


Dann bestiegen wir eines der Touristen-Piratenschiffe, um auf die andere Seite des Sees zu schippern. und hier machte Manuel gleich mal die Bekanntschaft mir japanischen Mädels...

Schon seit er das Boot bestiegen hat, ist im ein Grüppchen Mädels giggelnd in sicherem Abstand gefolgt. An Deck fassten sie sich dann ein Herz und Manuel wurde zu einer Fotosession mehr oder weniger genötigt.



Manuel war das Ganze sichtlich unangenehm und ich hatte einen Heidenspaß. Ein bisschen Leid taten mir die Mädels dann aber schon, als sie sich dann später giggelnd auf die Bank neben uns setzten. Natürlich musste sich Manuel sich dann unterhalten (Mama hat Kuppelqualitäten). Lief erst ganz gut, -giggel hier, giggel da- bis eine nach Manuels Alter fragte. Sie machten einen ganz enttäuschten Eidnruck als sie die Antwort hörten, die Armen.
Manuel steht angeblich nicht auf Japanerinnen (vielleicht war er auch nur noch leicht verstört), sehr schade...

Weiter ging es am anderen Seeufer...

(Das ist NICHT das berühmte Tor im Wasser, aber da fahre ich auch noch hin...).
Wir sind dann noch ein bisschen hier und dan am See herumgelaufen und haben uns alles angeguckt. Und dann sind wir nochmal mit der Ropeway gefahren.

Die Sonne ist herausgekommen und siehe da: Der Fuji!!!

Aber auch der restliche Ausblick war nicht schlecht... Hier nochmal das Owakudani im Sonnenschein:

Zurück ging es nach Tokyo und nach einer durchgemachten Nacht im Bus kamen wir wieder in Kansai an...
Lecker, lecker.
Nach einer erholsamen Nacht mussten wir erstmal feststellen, dass es schön regnete. Mist. Kein Fuji. Trotzdem machten wir uns erstmal auf ins Schwefeltal, mit der Ropeway...
Hat Spaß gemacht. Und als wir aus dem Wagen stiegen, schlug uns gleich der Schwefelgeruch entgegen, trotz des Regens und der Entfernung...
Wir liefen den Weg hinauf bis zu den Schwefelquellen und wurden dabei immer wieder komplett von Schwefelwolken eingehüllt...
Die Spezialität im Owakudani sind schwarze Eier, also eigentlich ganz normale Hühnereier, die in den heißen Quellen gekocht werden, wobei die Schale schwarz wird vom Schwefel.
Und angeblich lebt man für jedes gegessene Ei sieben Jahre länger. Natürlich mussten wir welche probieren, aber die Eier gabs nur im Sechserpack. Meine Mama wollte nicht länger leben, oder vielleicht waren ihr auch nur -verständlicherweise- die schwarzen Eier suspekt, jedenfalls haben Manuel
Vorher:
Nachher (+21 Jahre):
Vorher:
Nachher (+21 Jahre):
Vorher:
Nachher (+ 0 Jahre):
Noch ein paar Bilder vom Tal...
Dann bestiegen wir eines der Touristen-Piratenschiffe, um auf die andere Seite des Sees zu schippern. und hier machte Manuel gleich mal die Bekanntschaft mir japanischen Mädels...
Schon seit er das Boot bestiegen hat, ist im ein Grüppchen Mädels giggelnd in sicherem Abstand gefolgt. An Deck fassten sie sich dann ein Herz und Manuel wurde zu einer Fotosession mehr oder weniger genötigt.
Manuel war das Ganze sichtlich unangenehm und ich hatte einen Heidenspaß. Ein bisschen Leid taten mir die Mädels dann aber schon, als sie sich dann später giggelnd auf die Bank neben uns setzten. Natürlich musste sich Manuel sich dann unterhalten (Mama hat Kuppelqualitäten). Lief erst ganz gut, -giggel hier, giggel da- bis eine nach Manuels Alter fragte. Sie machten einen ganz enttäuschten Eidnruck als sie die Antwort hörten, die Armen.
Manuel steht angeblich nicht auf Japanerinnen (vielleicht war er auch nur noch leicht verstört), sehr schade...
Weiter ging es am anderen Seeufer...
(Das ist NICHT das berühmte Tor im Wasser, aber da fahre ich auch noch hin...).
Wir sind dann noch ein bisschen hier und dan am See herumgelaufen und haben uns alles angeguckt. Und dann sind wir nochmal mit der Ropeway gefahren.
Die Sonne ist herausgekommen und siehe da: Der Fuji!!!
Aber auch der restliche Ausblick war nicht schlecht... Hier nochmal das Owakudani im Sonnenschein:
Zurück ging es nach Tokyo und nach einer durchgemachten Nacht im Bus kamen wir wieder in Kansai an...
Montag, 19. Mai 2008
Abends in Tokyo
Ikebukuro, im Prinzip aber austauschbar mit jedem anderen Vergnügungszentrum in Tokyo, was das äußere Erscheinungsbild angeht.
Restaurant mit Walspezialitäten, mit ansehnlich dargestellter Herkunft der einzelnen Fleischstücken aus dem Wal. Natürlich nur zu Forschungszwecken.
Und hier Kabukicho, das Rotlichtviertel. Neben Love Hotels, Stripclubs, Soaplands, etc. etc. etc. (im Lonely Planet wird das Viertel als "sehr kreativ" beschrieben), gibt es auch Hostessenbars, wo Männer Frauen bezahlen, um mit ihnen eine schöne Zeit zu verbringen. Das gleich gibt es natürlich auch umgekehrt. Am Eingang kann man sich gleich ein paar der "Top-Dandys" aussuchen, die Fotos sind nach Erfokgsquoten-Rangliste sortiert...
Dann konnte man noch das so genannte Nampa beobachten. Wikipedia sagt dazu:
Nampa (jap. ナンパ) ist eine japanische Art des „Aufreißens“ auf öffentlichen Plätzen und Anlagen, meist unter Teenagern und Twens.
[...]
Nampa findet meist auf belebten Straßen in den Innenstädten statt, so um den Bahnhof Shibuya in Tokio. Beim Nampa steht der Mann am Rand der Straße und fokussiert die vorbeilaufenden Frauen. Vor allem jüngere und weniger zielstrebig gehende spricht er an und lädt sie entweder zu Karaoke oder zu einem Kaffee ein. Im Erfolgsfall endet Nampa im Love Hotel oder auf dem Autorücksitz. Viele der meist quasi-formell gekleideten Männer („Sukauto“ von engl. scout) in belebten Innenstadtbereichen und auf dem Weg zu Frauen-Unis arbeiten professionell für Porno-Agenturen und Rotlichtviertel. Die Grenzen sind nicht klar; es gibt sogar stellvertretende Nampa-Dienste gegen Entgelt.
Hier ein paar der "Sukauto":
So fleißig waren die aber gar nicht. Eigentlich habe sie die ganze Zeit in Grüppchen herumgestanden und mit sich selbst gequatscht, als Mädchen anzusprechen. Sahen aber fesch aus, mit den Riesenschuhen und hochgegelten Haaren und den Klemmbrettchen... Bestimmt kein schlechter Beruf... ^-
Wieder zurück in Tokyo...
... und gleich zum Meiji-Jingu, wo anscheinend das Hochzeitsfieber ausgebrochen war. (Wahrscheinlich ein günstiger Tag zum Heiraten laut Almanach, der traditionell vor Hochzeiten befragt wird... Jedenfalls früher, ob das heute immer noch so ist, weiß ich nicht). Vier Paare haben wir gesehen in den 20 Minuten, die wir am Schrein waren. Und natürlich haben sich alle wie die Geier mit ihren Kameras draufgestürzt... da war ich natürlich keine große Ausnahme, aber ich habe wenigstens noch versucht, dem Brautpaar nicht direkt im Gesicht zu hängen mit dem Objektiv. (10fachem optischer Zoom sei Dank ^-^).

Paar mit Braut im klassischen weißen Kimono...

Hier trägt die Braut einen nicht minder schönen schwarzen Kimono... Man beachte auch die Tomesode der Gäste, also die Kimono, die nur am Saum gemustert sind, und jeweils mit sehr wertvoll aussehenden Obi kombiniert werden... Ein Augenschmaus, so eien Hochzeitsgesellschaft!

Dann wurden natürlich noch Hochzeitsfotos gemacht. Minutenlang zubbelten mindestens drei Leute an der Braut und ihrer Kleidung herum, die geduldig da saß. Irgendwann hatten sie fertig gezubbelt und nebenbei ausgeleuchtet und die Fotographenschirme aufgestellt. Dann wurde zum 20en Mal der Sitz der Frisur und der weißen Haartracht der Braut kontrolliert. Schließlich stellte sich der Bräutigam schnell daneben -Blitz- und fertig.


Und schon kam eine weitere Hochzeitsgesellschaft...

... und zog feierlich schweigend an uns vorbei.

Hier sieht man nochmal das Hochzeitspaar von vorhin, dank des dunklen Kimono der Braut nicht sonderlich auffallend, aber trotzdem von Fotographen belagert (konnte aber trotzdem noch dieses Foto mit den beiden alleine machen...hehehe).
Paar mit Braut im klassischen weißen Kimono...
Hier trägt die Braut einen nicht minder schönen schwarzen Kimono... Man beachte auch die Tomesode der Gäste, also die Kimono, die nur am Saum gemustert sind, und jeweils mit sehr wertvoll aussehenden Obi kombiniert werden... Ein Augenschmaus, so eien Hochzeitsgesellschaft!
Dann wurden natürlich noch Hochzeitsfotos gemacht. Minutenlang zubbelten mindestens drei Leute an der Braut und ihrer Kleidung herum, die geduldig da saß. Irgendwann hatten sie fertig gezubbelt und nebenbei ausgeleuchtet und die Fotographenschirme aufgestellt. Dann wurde zum 20en Mal der Sitz der Frisur und der weißen Haartracht der Braut kontrolliert. Schließlich stellte sich der Bräutigam schnell daneben -Blitz- und fertig.
Und schon kam eine weitere Hochzeitsgesellschaft...
... und zog feierlich schweigend an uns vorbei.
Hier sieht man nochmal das Hochzeitspaar von vorhin, dank des dunklen Kimono der Braut nicht sonderlich auffallend, aber trotzdem von Fotographen belagert (konnte aber trotzdem noch dieses Foto mit den beiden alleine machen...hehehe).
Sonntag, 20. April 2008
Nikko
Wir kamen abends in Nikko an und übernachteten in einem süßen Hotel, das eher wie eine Skihütte wirkte... In der Lobby waren große gemütliche Sofas und ein Kamin, außerdem standen Ölofen herum, auf denen riesige Teekessel vor sich hin dampften... Und als uns unser Zimmer gezeigt wurde, bekamen wir erst einmal Anweisungen, wie man die Heizdecke benutzen sollte! Eine Heizdecke! Es wurde abends dann noch wirklich kalt, und es war herrlich ins vorgewärmte Bett unter die dicke, dicke Daunendecke zu schlüpfen...
Am Morgen gingen wir dann zum Nikko Nationalpark, wo sich die meisten Tempel bzw. Schreine befinden, unter anderem auch der Toshogu, in dem Tokugawa Ieyasu eingeschreint ist.

Die berühmten drei Affen, die nichts Böses sehen, hören oder sagen.
Ich hatte mich ja schon auf die Affen bzw. Japanmakaken gefreut, die angeblich überall in Nikko herumlaufen und eine richtige Plage sind. Sie belästigen die Touristen, indem sie ihnen ihre Brillen, Tütchen und ähnliches auf der Suche nach Futter klauen, und überlisten in Grüppchen die Ladenbesitzer, indem ein Affe den Besitzer ablenkt und die anderen währenddessen schnell hineinrennen und alles Essbare klauen, was sie finden können... Schade schade, aber es waren keine da. (Bestimmt waren sie gerade damit beschäftigt, irgendwo in den Bergen Tohokus im Onsen zu sitzen...).

Trotzdem war Nikko sehr schön, mit wahnsinnig viel Gold und Gedöns, wie es halt den großen Männern der japanischen Geschichte gebührt.

Man begegnete auch der einen oder anderen Schrein-Schönheit.

Es war zwar recht voll, aber wir haben es ganz geschickt gemacht und haben in Nikko übernachtet und konnten so schon früh zu den Sehenswürdigkeiten, im Gegenteil zu den Touristen, die sich für einen Tagesausflug aus Tokyo entschieden. Außerdem war das Wetter sehr bescheiden... Da kam das hier gerade recht:

Leckere Yuba-Soba in heißer Suppe. Yuba ist die Spezialität in Nikko und äußerst lecker. Yuba ist quasi die Haut, die sich bildet, wenn man Tofu herstellt (wie beim Kakao). Sie wird abgeschöpft und aufgewickelt. Klingt zwar nicht gut, schmeckt dafür aber umso besser und ist sehr gesund und nahrhaft etc. pepe. Und es ist ein Gericht buddhistischer Mönche, die ja kein Fleisch essen dürfen und sich dafür anscheinend jahrhundertelang damit beschäftigt haben, wie man richtig gutes vegetarisches Essen zubereitet...

Nach dem Essen ging es weiter zum Ganman-Ga-Fuchi Abgrund. Hier waren dutzende von Jizo-Statuen aufgestellt. Jizo ist der Beschützer der Kinder und der Reisenden, und oft haben die Statuen rote Lätzchen umgebunden (deren Sinn ich nicht weiß). Diese hier hatten auch noch gehäkelte knallrote Mützchen auf.. Sah sehr schön aus, das Rot auf dem grünen Moos... Neben dem Weg war dann der "Abgrund", also ein Fluss. Angeblich sind die Jizo-Statuen unzählbar; einer der Statuen heißt Bake-jizo (weil er sich lustig macht über diejenigen, die versuchen zu zählen).

Hier noch ein Bild von der Shin-kyo, der heiligen Brücke. An dieser Stelle soll Shodo Shonin, (ein buddhistischer Priester, der in Nikko eine Mönchsklause errichtete, noch bevor das Mausoleum von Tokugawa errichtet wurde) von zwei riesigen Schlangen über den Fluss getragen worden sein.
Die Brücke ist zwar nur eine Nachbildung vom Original, macht sich aber trotzdem gut über dem türkisfarbenen Fluss...

Auch sonst war die Landschaft von Nikko wirklich toll, und dabei habe ich noch nicht mal die Seen und Wasserfälle gesehen. Muss also auf jeden Fall nochmal herkommen...

Und schon war wieder ein Tag rum und es ging zurück nach Tokyo. Während wir in Ikebukuro unser Hotel suchten, konnte ich noch schnell ein Foto von dieser Szene machen: Ein uralter Süßkartoffelbratwagen, mitten im Neonlicht von Ikebukuro... Werde mir jetzt aber die beliebten Erörterungen über Japan und seine Gegensätze von Tradition und Moderne sparen...
Am Morgen gingen wir dann zum Nikko Nationalpark, wo sich die meisten Tempel bzw. Schreine befinden, unter anderem auch der Toshogu, in dem Tokugawa Ieyasu eingeschreint ist.
Die berühmten drei Affen, die nichts Böses sehen, hören oder sagen.
Ich hatte mich ja schon auf die Affen bzw. Japanmakaken gefreut, die angeblich überall in Nikko herumlaufen und eine richtige Plage sind. Sie belästigen die Touristen, indem sie ihnen ihre Brillen, Tütchen und ähnliches auf der Suche nach Futter klauen, und überlisten in Grüppchen die Ladenbesitzer, indem ein Affe den Besitzer ablenkt und die anderen währenddessen schnell hineinrennen und alles Essbare klauen, was sie finden können... Schade schade, aber es waren keine da. (Bestimmt waren sie gerade damit beschäftigt, irgendwo in den Bergen Tohokus im Onsen zu sitzen...).
Trotzdem war Nikko sehr schön, mit wahnsinnig viel Gold und Gedöns, wie es halt den großen Männern der japanischen Geschichte gebührt.
Man begegnete auch der einen oder anderen Schrein-Schönheit.
Es war zwar recht voll, aber wir haben es ganz geschickt gemacht und haben in Nikko übernachtet und konnten so schon früh zu den Sehenswürdigkeiten, im Gegenteil zu den Touristen, die sich für einen Tagesausflug aus Tokyo entschieden. Außerdem war das Wetter sehr bescheiden... Da kam das hier gerade recht:
Leckere Yuba-Soba in heißer Suppe. Yuba ist die Spezialität in Nikko und äußerst lecker. Yuba ist quasi die Haut, die sich bildet, wenn man Tofu herstellt (wie beim Kakao). Sie wird abgeschöpft und aufgewickelt. Klingt zwar nicht gut, schmeckt dafür aber umso besser und ist sehr gesund und nahrhaft etc. pepe. Und es ist ein Gericht buddhistischer Mönche, die ja kein Fleisch essen dürfen und sich dafür anscheinend jahrhundertelang damit beschäftigt haben, wie man richtig gutes vegetarisches Essen zubereitet...
Nach dem Essen ging es weiter zum Ganman-Ga-Fuchi Abgrund. Hier waren dutzende von Jizo-Statuen aufgestellt. Jizo ist der Beschützer der Kinder und der Reisenden, und oft haben die Statuen rote Lätzchen umgebunden (deren Sinn ich nicht weiß). Diese hier hatten auch noch gehäkelte knallrote Mützchen auf.. Sah sehr schön aus, das Rot auf dem grünen Moos... Neben dem Weg war dann der "Abgrund", also ein Fluss. Angeblich sind die Jizo-Statuen unzählbar; einer der Statuen heißt Bake-jizo (weil er sich lustig macht über diejenigen, die versuchen zu zählen).
Hier noch ein Bild von der Shin-kyo, der heiligen Brücke. An dieser Stelle soll Shodo Shonin, (ein buddhistischer Priester, der in Nikko eine Mönchsklause errichtete, noch bevor das Mausoleum von Tokugawa errichtet wurde) von zwei riesigen Schlangen über den Fluss getragen worden sein.
Die Brücke ist zwar nur eine Nachbildung vom Original, macht sich aber trotzdem gut über dem türkisfarbenen Fluss...
Auch sonst war die Landschaft von Nikko wirklich toll, und dabei habe ich noch nicht mal die Seen und Wasserfälle gesehen. Muss also auf jeden Fall nochmal herkommen...
Und schon war wieder ein Tag rum und es ging zurück nach Tokyo. Während wir in Ikebukuro unser Hotel suchten, konnte ich noch schnell ein Foto von dieser Szene machen: Ein uralter Süßkartoffelbratwagen, mitten im Neonlicht von Ikebukuro... Werde mir jetzt aber die beliebten Erörterungen über Japan und seine Gegensätze von Tradition und Moderne sparen...
Samstag, 19. April 2008
Die ersten zwei Tage in Tokyo
...verbrachten wir laufend! Nach einer mal wieder miserablen Nacht im Nachtbus kamen wir um 6 Uhr früh am Tokyoter Bahnhof an. Diese Zeit eignet sich hervorragend, um den Tsukiji Fischmarkt zu besuchen, also fuhren wir dorthin. Als wir ankamen, sahen wir schon eine Gruppe Touristen, die vor verschlossenen Türen standen... Der Fischmarkt hatte geschlossen! Das letzt Mal in Tokyo hatte ich ja schon ähnliches Pech, aber da war ja auch Neujahr, dass der blöde Markt auch an normalen Tagen geschlossen haben könnte, war mir nicht in den Sinn gekommen, also hatte ich mich auch nicht im voraus über die Öffnungszeiten informiert. Was isst denn bitte ganz Tokyo an einem Tag, an dem der Fischmarkt geschlossen hat? Sushi vom Vortag?
Naja, nach der Pleite sollte es weitergehen auf die Ginza, die laut Stadtplan nicht weit entfernt liegt. Wir liefen also hin und frühstückten erst einmal, weil noch alle Geschäfte geschlossen hatten. Als so langsam das Leben in die Ginza einkehrte, schlenderten wir durch die großen und kleinen Straßen und besuchten das Mitsukoshi und andere Depatos. Als wir davon genug hatten, beschlossen wir, den Garten des Kaiserpalastes zu besuchen. Laut Stadtplan nicht weit, als liefen wir dorthin.

Die Kirschen bühten sehr schön, und da uns die Müdigkeit übermannte nach der langen Nacht und dem Fußmarsch, legten wir uns einfach auf die Wiese und dösten eine Runde...
Nach dieser Erholung überlegten wir, wie es weitergehen sollte, und laut Stadtplan... ja genau. Akihabara war ganz ind er Nähe, also--- liefen wir dorthin.

Weiter ging es durch die unterschiedlichen Stadtteile, bis wir schließlich nach Asakusa kamen, wo unser Hotel war. Insgesamt sind wir an diesem Tag von 6 Uhr früh bis 6 Uhr abends gelaufen und zwar durch halb Tokyo, vom Fischmarkt über Ginza und Nihombashi, den Kaiserpalast, Kanda, und Akihabara bis nach Asakusa... Insgesamt über 12 Stunden Fußmarsch... Kein Wunder, dass ich an diesem Abend SEHR gut schlafen konnte...

Am nächsten Tag besuchten wir den Sensoji in Asakusa.



Von da aus ging es weiter richtung Ueno-Park. Auf dem Weg liefen wir durch eine kleine Seitenstraße, in der ein Auto hinter dem andern parkte. Irgendwann bemerkten wir, dass in fast jedem Auto ein Mann saß, der auf dem zurückgelehnten Fahrersitz saß, das Fenster ein wenig heruntergekurbelt, und so schlief! Auto um Auto, überall saßen die Businessmänner schlafend auf ihren zurückgelehnten Sitzen! Manche hatten Musik an oder die Reste ihres Mittagessens auf dem Beifahrersitz, aber alle schliefen!

Im Uneo-Park waren dann schon alle ganz fleißig am Hanami-"machen". Massenhaft Japaner saßen auf blauen Plastikplanen unter den Kirschbäumen und aßen und tranken. Und es war prop-pe-voll...
Auch hier hatten die Businessmen eine sinnvolle Beschäftigung für ihre Mittgspause gefunden...



Und natürlich waren gaaanz viele am Fotografieren...

Am frühen Nachmittag ging es dann mit dem Zug Richtung Nikko, wo wir übernachteten...
Naja, nach der Pleite sollte es weitergehen auf die Ginza, die laut Stadtplan nicht weit entfernt liegt. Wir liefen also hin und frühstückten erst einmal, weil noch alle Geschäfte geschlossen hatten. Als so langsam das Leben in die Ginza einkehrte, schlenderten wir durch die großen und kleinen Straßen und besuchten das Mitsukoshi und andere Depatos. Als wir davon genug hatten, beschlossen wir, den Garten des Kaiserpalastes zu besuchen. Laut Stadtplan nicht weit, als liefen wir dorthin.
Die Kirschen bühten sehr schön, und da uns die Müdigkeit übermannte nach der langen Nacht und dem Fußmarsch, legten wir uns einfach auf die Wiese und dösten eine Runde...
Nach dieser Erholung überlegten wir, wie es weitergehen sollte, und laut Stadtplan... ja genau. Akihabara war ganz ind er Nähe, also--- liefen wir dorthin.
Weiter ging es durch die unterschiedlichen Stadtteile, bis wir schließlich nach Asakusa kamen, wo unser Hotel war. Insgesamt sind wir an diesem Tag von 6 Uhr früh bis 6 Uhr abends gelaufen und zwar durch halb Tokyo, vom Fischmarkt über Ginza und Nihombashi, den Kaiserpalast, Kanda, und Akihabara bis nach Asakusa... Insgesamt über 12 Stunden Fußmarsch... Kein Wunder, dass ich an diesem Abend SEHR gut schlafen konnte...
Am nächsten Tag besuchten wir den Sensoji in Asakusa.
Von da aus ging es weiter richtung Ueno-Park. Auf dem Weg liefen wir durch eine kleine Seitenstraße, in der ein Auto hinter dem andern parkte. Irgendwann bemerkten wir, dass in fast jedem Auto ein Mann saß, der auf dem zurückgelehnten Fahrersitz saß, das Fenster ein wenig heruntergekurbelt, und so schlief! Auto um Auto, überall saßen die Businessmänner schlafend auf ihren zurückgelehnten Sitzen! Manche hatten Musik an oder die Reste ihres Mittagessens auf dem Beifahrersitz, aber alle schliefen!
Im Uneo-Park waren dann schon alle ganz fleißig am Hanami-"machen". Massenhaft Japaner saßen auf blauen Plastikplanen unter den Kirschbäumen und aßen und tranken. Und es war prop-pe-voll...
Auch hier hatten die Businessmen eine sinnvolle Beschäftigung für ihre Mittgspause gefunden...
Und natürlich waren gaaanz viele am Fotografieren...
Am frühen Nachmittag ging es dann mit dem Zug Richtung Nikko, wo wir übernachteten...
Freitag, 18. April 2008
Ginkakuji und die Kyoto Illumination
(Diesmal mit voll aufgeladenem Kameraakku!).

Unsere Tour am Ginkakuji begannen wir mit einer schönen Tasse Matcha mit süßem Bohnengelee...

Der Garten des Ginkakuji war schön wie immer, leider hat das Wetter aber nicht so mitgespielt wie es sollte. trotzdem war es natürlich sehr voll, und das Gerüst war IMMER NOCH um den Ginkakuji! Natürlich musste man trotzdem den vollen Eintrittspreis zahlen...

Achja, ich sollte vielleicht erwähnen, dass es das Osterwochenede war. Und siehe da, im Moos im Garten neben dem Weg fanden wir... ein Lindt-Osterei! (Mit Alpenmilch!)

Schön ins Moos gesteckt...
...wahrscheinlich eine Nettigkeit eines deutschen Touristen, der an dieser Stelle unbekannterweise herzlich gegrüßt wird!

Auch ein Mossgarten muss sauber gehalten werden... Scheint ja eine Heidenarbeit zu sein, jedenfalls sahen wir gleich zwei Männer in Blau mit kleinem Bambusbesen und Schäufelchen die heruntergefallenen Blätter vom Moos klauben.


Nach dem Ginkakuji ging es weiter. Wir liefen Richtung Gion, aßen nochmal schön zu Abend, um weiter in den Maruyama-koen zur Illumination zu gehen. Diesmal war wie gesagt mein Kameraakku proppevoll aufgeladen... Ich lasse mal die Bilder sprechen...


Hier nochmal die Ikebana-Arbeiten der Kyotoer Kunststudenten...


Der Kiesgarten des Koudaiji wurde abwechselnd in verschiedenen Farben beleuchtet, was alle Zuschauer sehr entzückt hat... Sah aber auch toll aus, und alle kamen gar nicht mehr heraus aus dem "Kireeeeeei!"-seufzen...



Auch der Garten war sehr beeindruckend...

... vor allem die Bambusbäume, die von unten grün und weiß angestrahlt wurden, sodass die Blätter das Licht reflektierten und es relativ hell war, wenn man unter den Bäumen hindurch ging...




Da hatten meine Mama und Manuel wirklich großes Glück, weil sich Kyoto mit der Illumination meiner Meinung nach von einer seiner schönsten Seiten gezeigt hat... Mir hat es jedenfalls sehr gut gefallen, Kitsch hin oder her...
Unsere Tour am Ginkakuji begannen wir mit einer schönen Tasse Matcha mit süßem Bohnengelee...
Der Garten des Ginkakuji war schön wie immer, leider hat das Wetter aber nicht so mitgespielt wie es sollte. trotzdem war es natürlich sehr voll, und das Gerüst war IMMER NOCH um den Ginkakuji! Natürlich musste man trotzdem den vollen Eintrittspreis zahlen...
Achja, ich sollte vielleicht erwähnen, dass es das Osterwochenede war. Und siehe da, im Moos im Garten neben dem Weg fanden wir... ein Lindt-Osterei! (Mit Alpenmilch!)
Schön ins Moos gesteckt...
...wahrscheinlich eine Nettigkeit eines deutschen Touristen, der an dieser Stelle unbekannterweise herzlich gegrüßt wird!
Auch ein Mossgarten muss sauber gehalten werden... Scheint ja eine Heidenarbeit zu sein, jedenfalls sahen wir gleich zwei Männer in Blau mit kleinem Bambusbesen und Schäufelchen die heruntergefallenen Blätter vom Moos klauben.
Nach dem Ginkakuji ging es weiter. Wir liefen Richtung Gion, aßen nochmal schön zu Abend, um weiter in den Maruyama-koen zur Illumination zu gehen. Diesmal war wie gesagt mein Kameraakku proppevoll aufgeladen... Ich lasse mal die Bilder sprechen...
Hier nochmal die Ikebana-Arbeiten der Kyotoer Kunststudenten...
Der Kiesgarten des Koudaiji wurde abwechselnd in verschiedenen Farben beleuchtet, was alle Zuschauer sehr entzückt hat... Sah aber auch toll aus, und alle kamen gar nicht mehr heraus aus dem "Kireeeeeei!"-seufzen...
Auch der Garten war sehr beeindruckend...
... vor allem die Bambusbäume, die von unten grün und weiß angestrahlt wurden, sodass die Blätter das Licht reflektierten und es relativ hell war, wenn man unter den Bäumen hindurch ging...
Da hatten meine Mama und Manuel wirklich großes Glück, weil sich Kyoto mit der Illumination meiner Meinung nach von einer seiner schönsten Seiten gezeigt hat... Mir hat es jedenfalls sehr gut gefallen, Kitsch hin oder her...
Und wieder in Nara...
... wo ja schon die Bäume ausschlagen und die armen Shika so aussehen, als hätte man sie einmal gepackt und büschelweise Fell ausgerupft... So ein Fellwechsel macht schon Hunger, den Appetit haben die Viecher jedenfalls nicht veloren, ganz im Gegenteil, richtig frech fordern sie ihr Futter ein!

Dieser arme Mann wurde von einem dreisten Shika unaufhörlich in den Hintern gebissen!

Er hat ihm aber keinen Keks gegeben... Richtig so!


Zu mir waren sie aber gaaaanz lieb...

Wächterstatue im
Todaiji...

... und ein Feuerlöscheimer. Achja, japanische Sicherheitsvorkehrungen. Es ist einfach ein beruhigendes Gefühl, dass wenn das größte Holzgebäude der Welt einmal in Flammen stehen sollte, man immerhin einen Eimer Wasser zur Hand hat...

Bloß nichts an die große Glocke hängen! ('tschuldigung, der musste sein...).

Dieser arme Mann wurde von einem dreisten Shika unaufhörlich in den Hintern gebissen!
Er hat ihm aber keinen Keks gegeben... Richtig so!
Zu mir waren sie aber gaaaanz lieb...
Wächterstatue im
Todaiji...
... und ein Feuerlöscheimer. Achja, japanische Sicherheitsvorkehrungen. Es ist einfach ein beruhigendes Gefühl, dass wenn das größte Holzgebäude der Welt einmal in Flammen stehen sollte, man immerhin einen Eimer Wasser zur Hand hat...
Bloß nichts an die große Glocke hängen! ('tschuldigung, der musste sein...).
Sonntag, 13. April 2008
Und noch ein Tag in Kyoto
Im März kamen meine Mutter und mein kleiner Bruder Manuel nach Japan. Für die nächsten zweieinhalb Wochen war ich also der Japanguide und als Allererstes ging es nach Kyoto.

Als Erstes ging es zum Kiyumizudera und zum Liebesschrein.

Manuel versuchte, den ca. 10 Meter langen Weg zwischen den beiden Liebessteinen mit geschlossenen Augen zu laufen, hat es aber nicht hingekriegt und lief gegen die Wand des Glücksbringerverkaufsstandes. Jetzt wird sich sein Liebeswunsch angeblich nciht erfüllen, aber er behauptet, dass er sich eh nichts in Sachen Liebe wünscht. Pubertierende Jungs halt...


Weiter ging es durch das Tempelgelände. Schließlich tranken wir eine Tasse Matcha mit Ausblick.
Wir bekamen den Tee mit zwei kleinen japanischen Süßigkeiten, und entgegen meiner Erwartungen hat es beiden geschmeckt! Die Süßigkeiten waren meiner Mama dann aber doch zu süß, aber dafür gab es zwei dankbare Abnehmer. Immerhin, beim ersten Mal Trinken Matcha gut zu finden und dann auch noch ohne was Süßes dazu, ist glaube ich ganz schön selten...
Und wir hatten das Glück, dass an diesem Tag wirklich sehr viele Maiko in ganz Gion unterwegs waren...




Und obwohl ich jetzt schon zig-Mal beim Kiyumizudera und in Gion war, habe ich es geschafft, dass wir uns in den vielen Gäßchen Gions verlaufen haben. War aber nicht schlimm, wir haben schnell wieder zu den Touristenwegen zurückgefunden und wir hatten das Glück, noch ein paar Tempelchen zu sehen...

Na, wer findet
den Japaner?



Dann sind wir noch am Maruyama-Koen vorbeigekommen, wo Ikebana von Kyotoer Kunststudenten aufgebaut war. Und schließlich, als es dunkel wurde, startete die Illumination an den verschiedenen Tempeln Kyotos. Es sah wirklich toll aus, nur leider hat pünktlich zu Beginn der Akku meiner Kamera seinen Geist aufgegeben, was mich sehr geärgert hat... Glücklicherweise haben wir uns aber entschieden, dass wir das nächste Mal in Kyoto nochmal bei der Illumination vorbeischauen...
Als Erstes ging es zum Kiyumizudera und zum Liebesschrein.
Manuel versuchte, den ca. 10 Meter langen Weg zwischen den beiden Liebessteinen mit geschlossenen Augen zu laufen, hat es aber nicht hingekriegt und lief gegen die Wand des Glücksbringerverkaufsstandes. Jetzt wird sich sein Liebeswunsch angeblich nciht erfüllen, aber er behauptet, dass er sich eh nichts in Sachen Liebe wünscht. Pubertierende Jungs halt...
Weiter ging es durch das Tempelgelände. Schließlich tranken wir eine Tasse Matcha mit Ausblick.
Wir bekamen den Tee mit zwei kleinen japanischen Süßigkeiten, und entgegen meiner Erwartungen hat es beiden geschmeckt! Die Süßigkeiten waren meiner Mama dann aber doch zu süß, aber dafür gab es zwei dankbare Abnehmer. Immerhin, beim ersten Mal Trinken Matcha gut zu finden und dann auch noch ohne was Süßes dazu, ist glaube ich ganz schön selten...
Und wir hatten das Glück, dass an diesem Tag wirklich sehr viele Maiko in ganz Gion unterwegs waren...
Und obwohl ich jetzt schon zig-Mal beim Kiyumizudera und in Gion war, habe ich es geschafft, dass wir uns in den vielen Gäßchen Gions verlaufen haben. War aber nicht schlimm, wir haben schnell wieder zu den Touristenwegen zurückgefunden und wir hatten das Glück, noch ein paar Tempelchen zu sehen...
Na, wer findet
den Japaner?
Dann sind wir noch am Maruyama-Koen vorbeigekommen, wo Ikebana von Kyotoer Kunststudenten aufgebaut war. Und schließlich, als es dunkel wurde, startete die Illumination an den verschiedenen Tempeln Kyotos. Es sah wirklich toll aus, nur leider hat pünktlich zu Beginn der Akku meiner Kamera seinen Geist aufgegeben, was mich sehr geärgert hat... Glücklicherweise haben wir uns aber entschieden, dass wir das nächste Mal in Kyoto nochmal bei der Illumination vorbeischauen...
Wandertag! (Der zweite...)
Diesmal ging es etwas weiter hinauf. Chrissi und ich hatten uns eine Strecke durch die Wälder in den Bergen in tenris Umgebung bis auf eine höhe von 500 Metern ausgesucht. Wir taperten los, und schon ziemlich am Anfang sahen wir etwas recht Seltsames.

Einen Schrein, der um einen ca. fünf Meter hohen Wasserfall aufgebaut war. An sich ja nichts Besonderes, aber als wir uns dem Wasserfall näherten, kam uns ein bis auf ein um die Hüften gewickeltes weißes Tuch gänzlich nackter Mann entgegen, der klitschnass aus dem Wasser gestiegen war. Zu der Jahres- und Tageszeit hatte es vielleicht gerade mal 15 Grad, aber das schien dem nassen Mann nichts auszumachen, im Gegenteil, er sah eher uns verwundert an... Am Wasserfall dann sahen wir eine alte Frau, die unablässig Gebete murmelnd von einem Schreinchen zum nächsten lief. Auf dem Boden lagen überall kleine Salzhäufchen, was ich bisher noch nirgends gesehen hatte, obwohl Salz im Shinto eine reinigende Bedeutung hat (deshalb wird auch bei Sumo-Kämpfen Slaz gestreut). Vor dem Wasserfall selbst stand ein drahtiger alter Mann im Karohemd, der plötzlich anfing, komische Bewegungen zu machen.
Er spannte seinen ganzen Körper an und seine Hände waren gefaltet, bis auf die beiden Zeigefinger, die nach oben zeigten, als würde er eine Art Pistole in den Himmel richten. Dann bewegte er seine Handpistole einmal im Kreis um seinen Oberkörper und stieß kräftige Schreie aus, wie zum Beispiel beim Kampfsport.
Chrissi und ich sahen es uns eine Weile an und gingen wieder, das war usn doch nicht ganz koscher, vor allem, weil wir den Eindruck hatten, dass wir bei dem Schauspiel zwar geduldet, aber nicht wirklich willkommen waren. Leider konnte usn niemand erklären, was das Ganze für eine Bedeutung hatte, vielleicht war es eine Art Ritual für den Kami des Wasserfalls, oder es war ein Kräftigungsritual, keine Ahnung.
weiter ging es auf dem Weg, der schon bald kein Wanderweg war, sondern mehr eine Art Trampelpfad durch den Wald, immer den Berg hinauf. Der Wadl wurde schön dicht und ungepflegt, und an ein paar Bächen mit alten Baumstämmen als Brücke kamen wir auch vorbei. Und dann standen wir plötzlich vor einem kleinen Tempel, mitten im Wald!

Im Tempel saßen gerade die Mönche bei einer Tasse Tee zusammen und schwatzten. Vor dem Tempel war eine geradezu unnatürlich ebene Moosfläche mit kleinen Steinstatuen. Gerade mal ein paar Stromkabel führten zum Tempel, aber wie man hier etwas hintransportieren sollte, war mir ein Rätsel, hier wäre mit Sicherheit nicht mal eines der winzigen japanischen Fahrzeugchen hochgekommen.

Wir blieben ein Weilchen und genossen die friedliche Atmosphäre.


Weiter ging es den Weg hinauf. Untergwes begegneten wir ein paar Wanderern. Naja, eigentlich muss man sagen, wir sahen Wandere, die uns abzogen, als wäre es nichts. Der typische japanische Wanderer ist ca. 50 oder 60, allein, zu zweit oder in schnatternden Damengrüppchen unterwegs, und ungeheuer fit. Die ziehen den Berg hoch, als wäre es nichts und kommen einem ganz entspannt wieder von oben entgegenspaziert, während man selber gerademal die Hälfte des Weges nach oben geschafft hat und schon eine Trinkpause machen muss. Das muss einem als 21-jährige Europäerin ja schon fast peinlich sein, von Senioren abgezogen zu werden! Kein Wunder, dass die so alt werden!
Naja, aber es stehen ja noch mehr Wandertouren an, vielleicht schaffe ich es dann auch mal, mitzuhalten...

Irgendwann kamen wir dann doch oben an. 500 Meter geschafft, ha! Die Aussicht war herrlich und wir hatten uns unser Mittagessen wirklich verdient.



Auf dem Weg zurück nach Tenri über Gemüsefelder und an Obstgärten vorbei hatten wir dann nochmal ein schönes Beispiel für japanisches Laissez-faire:
Eine große Wiese, voller Kram! Halb verrostet und mit Gras und anderem Grünzeug überwachsen, eine Wiese voller alter Autoteile, Einkaufswagen, sogar zwei Roller, Schläuche, Wellblech, Plastik. und als Krönung ein ganzes Auto!


Mal wieder ein schöner Tag, und mindestens genauso interessant wie ein Tag Sightseeing, denn so haben wir auch mal ein paar neue Schrulligkeiten der Japaner kennen gelernt ^-^
Einen Schrein, der um einen ca. fünf Meter hohen Wasserfall aufgebaut war. An sich ja nichts Besonderes, aber als wir uns dem Wasserfall näherten, kam uns ein bis auf ein um die Hüften gewickeltes weißes Tuch gänzlich nackter Mann entgegen, der klitschnass aus dem Wasser gestiegen war. Zu der Jahres- und Tageszeit hatte es vielleicht gerade mal 15 Grad, aber das schien dem nassen Mann nichts auszumachen, im Gegenteil, er sah eher uns verwundert an... Am Wasserfall dann sahen wir eine alte Frau, die unablässig Gebete murmelnd von einem Schreinchen zum nächsten lief. Auf dem Boden lagen überall kleine Salzhäufchen, was ich bisher noch nirgends gesehen hatte, obwohl Salz im Shinto eine reinigende Bedeutung hat (deshalb wird auch bei Sumo-Kämpfen Slaz gestreut). Vor dem Wasserfall selbst stand ein drahtiger alter Mann im Karohemd, der plötzlich anfing, komische Bewegungen zu machen.
Chrissi und ich sahen es uns eine Weile an und gingen wieder, das war usn doch nicht ganz koscher, vor allem, weil wir den Eindruck hatten, dass wir bei dem Schauspiel zwar geduldet, aber nicht wirklich willkommen waren. Leider konnte usn niemand erklären, was das Ganze für eine Bedeutung hatte, vielleicht war es eine Art Ritual für den Kami des Wasserfalls, oder es war ein Kräftigungsritual, keine Ahnung.
weiter ging es auf dem Weg, der schon bald kein Wanderweg war, sondern mehr eine Art Trampelpfad durch den Wald, immer den Berg hinauf. Der Wadl wurde schön dicht und ungepflegt, und an ein paar Bächen mit alten Baumstämmen als Brücke kamen wir auch vorbei. Und dann standen wir plötzlich vor einem kleinen Tempel, mitten im Wald!
Im Tempel saßen gerade die Mönche bei einer Tasse Tee zusammen und schwatzten. Vor dem Tempel war eine geradezu unnatürlich ebene Moosfläche mit kleinen Steinstatuen. Gerade mal ein paar Stromkabel führten zum Tempel, aber wie man hier etwas hintransportieren sollte, war mir ein Rätsel, hier wäre mit Sicherheit nicht mal eines der winzigen japanischen Fahrzeugchen hochgekommen.
Wir blieben ein Weilchen und genossen die friedliche Atmosphäre.
Weiter ging es den Weg hinauf. Untergwes begegneten wir ein paar Wanderern. Naja, eigentlich muss man sagen, wir sahen Wandere, die uns abzogen, als wäre es nichts. Der typische japanische Wanderer ist ca. 50 oder 60, allein, zu zweit oder in schnatternden Damengrüppchen unterwegs, und ungeheuer fit. Die ziehen den Berg hoch, als wäre es nichts und kommen einem ganz entspannt wieder von oben entgegenspaziert, während man selber gerademal die Hälfte des Weges nach oben geschafft hat und schon eine Trinkpause machen muss. Das muss einem als 21-jährige Europäerin ja schon fast peinlich sein, von Senioren abgezogen zu werden! Kein Wunder, dass die so alt werden!
Naja, aber es stehen ja noch mehr Wandertouren an, vielleicht schaffe ich es dann auch mal, mitzuhalten...
Irgendwann kamen wir dann doch oben an. 500 Meter geschafft, ha! Die Aussicht war herrlich und wir hatten uns unser Mittagessen wirklich verdient.
Auf dem Weg zurück nach Tenri über Gemüsefelder und an Obstgärten vorbei hatten wir dann nochmal ein schönes Beispiel für japanisches Laissez-faire:
Eine große Wiese, voller Kram! Halb verrostet und mit Gras und anderem Grünzeug überwachsen, eine Wiese voller alter Autoteile, Einkaufswagen, sogar zwei Roller, Schläuche, Wellblech, Plastik. und als Krönung ein ganzes Auto!
Mal wieder ein schöner Tag, und mindestens genauso interessant wie ein Tag Sightseeing, denn so haben wir auch mal ein paar neue Schrulligkeiten der Japaner kennen gelernt ^-^
Samstag, 12. April 2008
Frühling in Nara...
... und die ersten Kirschblütenknospen sind auch schon da. Und mit ihnen die ersten Horden von Touristen, darunter auch sehr viele Deutsche, die man sonst eher selten trifft. Aber wahrscheinlich haben viele die Osterferien genutzt und sind nach Japan gefahren.

Bei dem schönen Wetter haben Chrissi und ich die Gelegenheit genutzt, schonmal den Kirschblütenstand zu prüfen. Unsere Freunde, die Mochihauer, haben wir auch wieder in Aktion gesehen und natürlich gleich ein leckeres, warmes, frisches Mochi gekauft... LECKER!


Auch die Schildkröten im See sind aus ihrem Winterschlaf erwacht und mampften alles, was ihnen die Leute so alles an Reiscrackern und Toast ins Wasser warfen...
Weiter ging es hoch zum Todaiji. Hier konnte man sich eine Art Hütchen auf den Kopf setzen lassen... die Bedeutung ist mir leider nicht klar, aber alle wollten unbedingt ihre Kinder dabei fotographieren, wie sie sich diese Hütchen über den Kopf halten ließen...

Im Park waren die Leute schon fleißig am Kirschblüten genießen und fotographieren, insgesamt also ein richtig schöne Frühlingssonntag.

Die Shika waren auch schon mitten im Fellwechsel und sahen ganz schön gerupft aus... Da mussten sie natürlich extra viel gefüttert werden, die armen Tierchen...
Bei dem schönen Wetter haben Chrissi und ich die Gelegenheit genutzt, schonmal den Kirschblütenstand zu prüfen. Unsere Freunde, die Mochihauer, haben wir auch wieder in Aktion gesehen und natürlich gleich ein leckeres, warmes, frisches Mochi gekauft... LECKER!
Auch die Schildkröten im See sind aus ihrem Winterschlaf erwacht und mampften alles, was ihnen die Leute so alles an Reiscrackern und Toast ins Wasser warfen...
Weiter ging es hoch zum Todaiji. Hier konnte man sich eine Art Hütchen auf den Kopf setzen lassen... die Bedeutung ist mir leider nicht klar, aber alle wollten unbedingt ihre Kinder dabei fotographieren, wie sie sich diese Hütchen über den Kopf halten ließen...
Im Park waren die Leute schon fleißig am Kirschblüten genießen und fotographieren, insgesamt also ein richtig schöne Frühlingssonntag.
Die Shika waren auch schon mitten im Fellwechsel und sahen ganz schön gerupft aus... Da mussten sie natürlich extra viel gefüttert werden, die armen Tierchen...
Wandertag! (Der erste...)
Nach dem blöden Winter und der ewigen Herumhockerei zu Hause während der Prüfungszeit wurde es jetzt endlich wärmer draußen und Isabelle, Luis und ich ließen uns von Chrissis Wanderlust anstecken.
Um Tenri herum gibt es ein paar schöne Strecken durch die Berge, und wir suchten uns einen schönen Weg durch den Wald aus.

Wir starteten zwei Stationen von Tenri entfernt, und wollten über die Berge und den Tenridamm wieder zurückwandern. Zuerst kamen wir an einem großen Kofun vorbei, also einem historischen Hügelgrab... Von da aus ging es direkt bergaufwärts.

Die Karte, die wir dabei hatten, ließ vermuten, dass es sich bei unserer Strecke um eher um einen Spaziergang handelte als um eine richtige Wandertour. Schnell merkten wir aber, dass dem nicht so war, und spätestens als die ersten Felsbrocken mitten auf dem schmalen Trampelpfad durch den Wald auftauchten, musste man schon ein wenig mehr tun als nur zu "gehen".

Auf unserem Weg kamen wir an einem kleinen Schrein vorbei, der direkt an einem Wasserfall errichtet war (der Wasserfall war vermutlich der "Gegenstand" der Anbetung, vielleicht hauste ein Kami dort...).

Der Weg war recht schön, und der Wald war durchflutet von den ersten Sonnenstrahlen des Frühlings. Der Berg, den wir hochliefen, war durchlöchert mit Hügelgräbern, in die man theoretisch hineingehen hätte können, aber das war doch zu unheimlich...


Nach einem guten Stück kamen wir dann schließlich auf dem "Gipfel" an und wurdne mit einer schönen Aussicht auf Tenri belohnt.

Nach einer kurzen Mittagspause in der Sonne ging es weiter Richtung Tenridamm. Von dort aus wollten wir eigentlich den Bus nehmen, der natürlich nur einmal alle Jubeljahre fuhr, sodass Chrissi und ich uns entschieden, schonmal bergabwärts zu laufen und uns dann vom Bus aufgabeln zu lassen.

Nach diesem Tag war ich gut müde, aber auch entspannt und zufrieden, weshalb mit Sicherheit noch mehrere Wandertouren auf diese erste folgen werden! Gerade in Japan mit seinen vielen verschiedenen geographischen Besonderheiten macht Wandern ganz besonders Spaß und es ist eine schöne Gelegenheit, Land (und auch Leute... vor allem neugierige ältere Damen in Wandergruppen) kennen zu lernen...
Um Tenri herum gibt es ein paar schöne Strecken durch die Berge, und wir suchten uns einen schönen Weg durch den Wald aus.
Wir starteten zwei Stationen von Tenri entfernt, und wollten über die Berge und den Tenridamm wieder zurückwandern. Zuerst kamen wir an einem großen Kofun vorbei, also einem historischen Hügelgrab... Von da aus ging es direkt bergaufwärts.
Die Karte, die wir dabei hatten, ließ vermuten, dass es sich bei unserer Strecke um eher um einen Spaziergang handelte als um eine richtige Wandertour. Schnell merkten wir aber, dass dem nicht so war, und spätestens als die ersten Felsbrocken mitten auf dem schmalen Trampelpfad durch den Wald auftauchten, musste man schon ein wenig mehr tun als nur zu "gehen".
Auf unserem Weg kamen wir an einem kleinen Schrein vorbei, der direkt an einem Wasserfall errichtet war (der Wasserfall war vermutlich der "Gegenstand" der Anbetung, vielleicht hauste ein Kami dort...).
Der Weg war recht schön, und der Wald war durchflutet von den ersten Sonnenstrahlen des Frühlings. Der Berg, den wir hochliefen, war durchlöchert mit Hügelgräbern, in die man theoretisch hineingehen hätte können, aber das war doch zu unheimlich...
Nach einem guten Stück kamen wir dann schließlich auf dem "Gipfel" an und wurdne mit einer schönen Aussicht auf Tenri belohnt.
Nach einer kurzen Mittagspause in der Sonne ging es weiter Richtung Tenridamm. Von dort aus wollten wir eigentlich den Bus nehmen, der natürlich nur einmal alle Jubeljahre fuhr, sodass Chrissi und ich uns entschieden, schonmal bergabwärts zu laufen und uns dann vom Bus aufgabeln zu lassen.
Nach diesem Tag war ich gut müde, aber auch entspannt und zufrieden, weshalb mit Sicherheit noch mehrere Wandertouren auf diese erste folgen werden! Gerade in Japan mit seinen vielen verschiedenen geographischen Besonderheiten macht Wandern ganz besonders Spaß und es ist eine schöne Gelegenheit, Land (und auch Leute... vor allem neugierige ältere Damen in Wandergruppen) kennen zu lernen...
Der Hühnerschrein in Tenri
... der eigentlich Isonokami-Jingu heißt und ein seeehr alter und sehr wichtiger Schrein in Tenri ist. In ihm sind unter anderem das Schwert von Susanuoo (Gottheit des Windes) gelagert.
An diesem Schrein fängt auch der Yamanobe-no-michi an, der sehr viel früher eine Handelsstraße war und jetzt ein Wanderweg, der von Nara nach Tenri und weiter in Richtung Sakurai führt. Und außerdem- sehr zur Erheiterung der Wanderer und Besucher- leben auf dem Schreingelände noch eine Schar Hühner und vor allem Hähne.

Überall auf dem Schreingelände stolzieren sie herum, und wenn einer einmal anfängt zu krähen, lassen es sich die anderen auch nicht nehmen, gleich mit einzustimmen.
Außer den wunderschönen bunten Hähnen gibt es dort auch noch weiße und schwarze "Puschel"-Hühner. Alle sind so gut wie nicht scheu und etwas neugierig, sodass man, wenn nicht so viele Leute da sind, immer von einer Schar Hühnern verfolgt wird - in gebührendem Abstand natürlich.
Anfangs dachte ich, alle Hühner und Hähne kommen nachts in einen Käfig, aber anscheinend sind es nur die Puschelhühner, die dann jeden Abend von den Schreinmitglieder eingefangen werden müssen- ein sehr unterhaltsamer Anblick. Das restliche Federvieh schläft angeblich auf den Bäumen. (Habe ich selber noch nicht gesehen, der Lukas aber...).

Jedes Mal, wenn man also am Tempel vorbeikommt, hört man schon von Weitem das Krähen. Man kann am Schrein auch gut Pause vom Wandern machen und ist dann umgeben von den pickenden und putpuuut-denden Hühnchen, also eine sehr friedliche und entspannende Atmosphäre...
An diesem Schrein fängt auch der Yamanobe-no-michi an, der sehr viel früher eine Handelsstraße war und jetzt ein Wanderweg, der von Nara nach Tenri und weiter in Richtung Sakurai führt. Und außerdem- sehr zur Erheiterung der Wanderer und Besucher- leben auf dem Schreingelände noch eine Schar Hühner und vor allem Hähne.
Überall auf dem Schreingelände stolzieren sie herum, und wenn einer einmal anfängt zu krähen, lassen es sich die anderen auch nicht nehmen, gleich mit einzustimmen.
Außer den wunderschönen bunten Hähnen gibt es dort auch noch weiße und schwarze "Puschel"-Hühner. Alle sind so gut wie nicht scheu und etwas neugierig, sodass man, wenn nicht so viele Leute da sind, immer von einer Schar Hühnern verfolgt wird - in gebührendem Abstand natürlich.
Anfangs dachte ich, alle Hühner und Hähne kommen nachts in einen Käfig, aber anscheinend sind es nur die Puschelhühner, die dann jeden Abend von den Schreinmitglieder eingefangen werden müssen- ein sehr unterhaltsamer Anblick. Das restliche Federvieh schläft angeblich auf den Bäumen. (Habe ich selber noch nicht gesehen, der Lukas aber...).
Jedes Mal, wenn man also am Tempel vorbeikommt, hört man schon von Weitem das Krähen. Man kann am Schrein auch gut Pause vom Wandern machen und ist dann umgeben von den pickenden und putpuuut-denden Hühnchen, also eine sehr friedliche und entspannende Atmosphäre...
Sonntag, 6. April 2008
Japanische Kultur Teil VI: Onsen
Jaja, ist schon ein wenig her seit dem letzten Eintrag. Dafür wird jetzt aber gaaanz viel geschrieben und nachgeholt. Als Erstes der Bericht von der Reise nach Kinosaki, die Chrissi, Isabelle, Luis und ich unternommen haben. Kinosaki ist bekannt für Onsen -also heiße, vulkanische Quellen, die es in Japan zu Hauf gibt- und Kani- japanische Krabben, die es in in jeder erdenklichen Zubereitungsart gibt.


Wir kamen in Kinosaki an, ein winziges Dörfchen auf der anderen Seite Japans. Und es machte seinem Ruf alle Ehre...Das erste Onsen war direkt am Bahnhof und überall waren Kani, Kani, Kani...

Kleine Kani...

... etwas größere Kani...

... noch größere Kani...

... sogar Kani aus Stoff...
Da wir noch etwas Zeit hatten, bevor wir im Ryokan einchecken mussten, sahen wir uns ein wenig das Städtchen an. Um es in Chrissis Worten zu sagen, es war recht "goldig" und wirklich seeehr klein.


Es fing an zu regnen, also entschieden wir, ins erste Onsen zu gehen (in Kinosaki gibt es sieben verschiedene öffentliche Onsen. Außerdem hat noch jedes der zahlreichen Ryokan ein eigenes Bad für seine Gäste). Es war dem Kaiserpalast in Kyoto nachempfunden und ganz leer, sodass ich schnell ein Foto machen konnte. Außerdem gab es ein noch ein Freiluftbad... Seeeehr entspannend...


Für die, die noch nicht im Onsen waren: Onsen sind vulkanische heiße Quellen, die in Japan fast überall einfach so aus dem Boden oder den Bergen sprudeln. In der Regel sind sie um die 40 Grad heiß und mineralisch, natürlich gibt es seeeeeeehr viele verschiedene Onsen in allen Temperaturen, Farben, Gerüchen und Mineralgehalten. Ein gutes Beispiel dafür ist der Onsenort Beppu auf Kyushu, wo man allerlei verschiedene Quellen sprudeln sehen, darin baden und Dinge darin kochen kann. Außerdem gibt es dort auch heißen vulkanischen Sand, in den man sich einbuddeln lassen kann, sodass nur noch der Kopf herausguckt, neben dem man dann ein kleines Sonnenschirmchen in den Sand gesteckt bekommt, damit die Sonne nicht blendet. Das Onsen-Wasser darf außerhalb der Quelle zusätzlich erhitzt werden, aber außer Mineralien darf ihm nichts beigemischt werden, es muss quasi trinkbar sein.
Es gibt kleine und große Onsen, einsame Onsen mitten in den Bergen oder irgendwo in Zentraltokyo, direkt am Strand oder mitten im Schnee... Manche Japaner machen es sich zum Hobby, Onsen zu "sammeln" und klappern in den Ferien oder am Wochenende die Quellen ab. Ausländer sind in den meisten Onsen akzeptiert, Tattoos werden aber nicht gerne gesehen, weil sie mit der japanischen Mafia in Verbindung gesetzt werden. Es ist aber sehr wichtig, sich an die Onsen-Etikette zu halten. Heißt, man nimmt nichts mit ins Onsen, bis auf das Waschtuch, mit dem man sich vor dem Baden gründlich an den Waschplätzen (mit normalem Wasser) sauber schrubbt, wobei man auf kleinen Plastikhöckerchen sitzt. Dort gibt es Shampoo und Seife, einen Duschkopf und Plastikbehälter, die man mit Wasser füllen und sich damit übergießen kann (macht besonders Spaß- aber aufpassen, dass man nicht aus Versehen die anderen nass macht!). Dann wäscht man den ganzen Schaum wieder gründlichst ab und geht ins Becken, das mit dem eigentlichen mineralischem Wasser gespeist wird (Achtung, das Waschtuch nimmt man nicht mit ins Becken!). Da das Wasser sehr hießt ist, sollte man den Rat unserer Professorin Frau Schmidtpott beherzigen: "Schnell rein, langsam wieder raus"- sonst wird einem unter Umständen einwenig schwummerig. Und dann kann man schööön in heißem Wasser liegen und sich entspannen...

Dann geht man wieder raus, trocknet sich ab und geht lecker was essen ^-^
Nach dem ersten Onsen gingen wir in unser Ryokan, wo wir unser Gepäck abluden und von der Okusan in Yukata gesteckt wurden- das sind leichte Baumwollkimono, mit denen man dann von einem Onsen zum nächsten geht. Außerdem bekamen wir ein Tütchen mit Handtüchern und Geta (Holzsandalen) angezogen. Nachdem wir Spaß mit Fotos hatten, klapperten wir los...





Auf dem Weg waren wir natürlich DIE Attraktion in Kinosaki... Anscheinend verlaufen sich nicht viele Ausländer hierher, auch wenn der Ort recht berühmt ist. Aber wenn sie denn mal herkommen, laufen sie wahrscheinlich nicht in voller Yukata-Montur herum...
Besonders begeistert waren die Schulkinder, die ins entgegenkamen. Als wir an einer Ampel warteten, war eine Horde Schulkinder ganz besonders aus dem Häuschen, allen voran ein kleiner Junge. Ganz begeistert schrien sie und "Hallo" über die Straße entgegen und fanden es ganz toll, dass sie mit uns kommunizieren konnten.

Im nächsten Onsen hatten wir dann wieder viel Spaß mit unseren Outfits und Digitalkameras.


Und dann gab es noch ein Eis und es ging zurück zum Ryokan.

Dort gab es noch ein leckeres Abendessen mit Sashimi und Kani. Die Futons wurden ausgebreitet, aber leider war für mich an Schlaf nicht zu denken. Eine liebeskranke Katze schlich die ganze Nacht an unserer Tür vorbei und klagte laustark ihr Leid...
Am nächsten Tag besuchten Chrissi und ich nochmal in ein Onsen, Isabelle und Luis gingen zum Meer. das Onsen war eines der Besten, mit Trockensaunen und Dampfbad, einem Freiluftbad auf dem Dach und einem Pinguinbad, also eine Art begehbarer Kühlschrank. Hat viel Spaß gemacht und muss unbedingt noch mehr der vielen Onsen ausprobieren, die Japan zu bieten hat...
Wir kamen in Kinosaki an, ein winziges Dörfchen auf der anderen Seite Japans. Und es machte seinem Ruf alle Ehre...Das erste Onsen war direkt am Bahnhof und überall waren Kani, Kani, Kani...
Kleine Kani...
... etwas größere Kani...
... noch größere Kani...
... sogar Kani aus Stoff...
Da wir noch etwas Zeit hatten, bevor wir im Ryokan einchecken mussten, sahen wir uns ein wenig das Städtchen an. Um es in Chrissis Worten zu sagen, es war recht "goldig" und wirklich seeehr klein.
Es fing an zu regnen, also entschieden wir, ins erste Onsen zu gehen (in Kinosaki gibt es sieben verschiedene öffentliche Onsen. Außerdem hat noch jedes der zahlreichen Ryokan ein eigenes Bad für seine Gäste). Es war dem Kaiserpalast in Kyoto nachempfunden und ganz leer, sodass ich schnell ein Foto machen konnte. Außerdem gab es ein noch ein Freiluftbad... Seeeehr entspannend...
Für die, die noch nicht im Onsen waren: Onsen sind vulkanische heiße Quellen, die in Japan fast überall einfach so aus dem Boden oder den Bergen sprudeln. In der Regel sind sie um die 40 Grad heiß und mineralisch, natürlich gibt es seeeeeeehr viele verschiedene Onsen in allen Temperaturen, Farben, Gerüchen und Mineralgehalten. Ein gutes Beispiel dafür ist der Onsenort Beppu auf Kyushu, wo man allerlei verschiedene Quellen sprudeln sehen, darin baden und Dinge darin kochen kann. Außerdem gibt es dort auch heißen vulkanischen Sand, in den man sich einbuddeln lassen kann, sodass nur noch der Kopf herausguckt, neben dem man dann ein kleines Sonnenschirmchen in den Sand gesteckt bekommt, damit die Sonne nicht blendet. Das Onsen-Wasser darf außerhalb der Quelle zusätzlich erhitzt werden, aber außer Mineralien darf ihm nichts beigemischt werden, es muss quasi trinkbar sein.
Es gibt kleine und große Onsen, einsame Onsen mitten in den Bergen oder irgendwo in Zentraltokyo, direkt am Strand oder mitten im Schnee... Manche Japaner machen es sich zum Hobby, Onsen zu "sammeln" und klappern in den Ferien oder am Wochenende die Quellen ab. Ausländer sind in den meisten Onsen akzeptiert, Tattoos werden aber nicht gerne gesehen, weil sie mit der japanischen Mafia in Verbindung gesetzt werden. Es ist aber sehr wichtig, sich an die Onsen-Etikette zu halten. Heißt, man nimmt nichts mit ins Onsen, bis auf das Waschtuch, mit dem man sich vor dem Baden gründlich an den Waschplätzen (mit normalem Wasser) sauber schrubbt, wobei man auf kleinen Plastikhöckerchen sitzt. Dort gibt es Shampoo und Seife, einen Duschkopf und Plastikbehälter, die man mit Wasser füllen und sich damit übergießen kann (macht besonders Spaß- aber aufpassen, dass man nicht aus Versehen die anderen nass macht!). Dann wäscht man den ganzen Schaum wieder gründlichst ab und geht ins Becken, das mit dem eigentlichen mineralischem Wasser gespeist wird (Achtung, das Waschtuch nimmt man nicht mit ins Becken!). Da das Wasser sehr hießt ist, sollte man den Rat unserer Professorin Frau Schmidtpott beherzigen: "Schnell rein, langsam wieder raus"- sonst wird einem unter Umständen einwenig schwummerig. Und dann kann man schööön in heißem Wasser liegen und sich entspannen...
Dann geht man wieder raus, trocknet sich ab und geht lecker was essen ^-^
Nach dem ersten Onsen gingen wir in unser Ryokan, wo wir unser Gepäck abluden und von der Okusan in Yukata gesteckt wurden- das sind leichte Baumwollkimono, mit denen man dann von einem Onsen zum nächsten geht. Außerdem bekamen wir ein Tütchen mit Handtüchern und Geta (Holzsandalen) angezogen. Nachdem wir Spaß mit Fotos hatten, klapperten wir los...
Auf dem Weg waren wir natürlich DIE Attraktion in Kinosaki... Anscheinend verlaufen sich nicht viele Ausländer hierher, auch wenn der Ort recht berühmt ist. Aber wenn sie denn mal herkommen, laufen sie wahrscheinlich nicht in voller Yukata-Montur herum...
Besonders begeistert waren die Schulkinder, die ins entgegenkamen. Als wir an einer Ampel warteten, war eine Horde Schulkinder ganz besonders aus dem Häuschen, allen voran ein kleiner Junge. Ganz begeistert schrien sie und "Hallo" über die Straße entgegen und fanden es ganz toll, dass sie mit uns kommunizieren konnten.
Im nächsten Onsen hatten wir dann wieder viel Spaß mit unseren Outfits und Digitalkameras.

Und dann gab es noch ein Eis und es ging zurück zum Ryokan.
Dort gab es noch ein leckeres Abendessen mit Sashimi und Kani. Die Futons wurden ausgebreitet, aber leider war für mich an Schlaf nicht zu denken. Eine liebeskranke Katze schlich die ganze Nacht an unserer Tür vorbei und klagte laustark ihr Leid...
Am nächsten Tag besuchten Chrissi und ich nochmal in ein Onsen, Isabelle und Luis gingen zum Meer. das Onsen war eines der Besten, mit Trockensaunen und Dampfbad, einem Freiluftbad auf dem Dach und einem Pinguinbad, also eine Art begehbarer Kühlschrank. Hat viel Spaß gemacht und muss unbedingt noch mehr der vielen Onsen ausprobieren, die Japan zu bieten hat...
Samstag, 8. März 2008
Japanische Kultur Teil V: Sushi
Tja, da haben wir demletzt die angeblich drei teuersten Sushi-Sorten gegessen... und haben nichts dafür gezahlt...
Um Lukas' letzten Abend gebührend anzugehen, sind Chrissi, Isabelle, Luis, Lukas und ich in eine Sushi-Bar gegangen, die uns von Asakawa-Sensei empfohlen wurde. Wir wurden gleich mit einem herzhaften "Irasshai!" begrüßt und waren die einzigen Gäste im Restaurant. Wir baten um eine Empfehlung, welche Sushi heute besonders gut seien und bekamen gemischtes Sashimi, Nigirizushi und verschiedene Maki. Alles SEHR lecker und der Fisch hauchzart.
Außerdem konnte man von unserem Platz aus den drei Köchen gut beim Arbeiten zusehen. Man konnte genau die Hierarchie erkennen: Der Älteste (und kleinste) führte die komplizierten Kochschritte aus. Er filetierte den Fisch, suchte die Muscheln aus, briet den Toro etc. Da gute Sushi-"Köche" eine Ausbildung hinter sich bringen müssen, die über ein Jahrzehnt dauern kann, war ich schonmal beeindruckt, so jemanden bei der Arbeit zu sehen. die Ausbildung dauert deshalb so lange, weil nicht nur das Zubereiten von Sushi, sondern auch die Auswahl von Fisch, das richtige Filettieren der jeweiligen Fischsorten, die passende Zubereitung, das passende Beiwerk nach Saison und die Darreichungsform gelernt werden. Da kommt schon was zusammen. Neben dem Meister gab es einen etwas jüngeren Koch, der die Maki rollen durfte und aufs Brett legen durfte. Der jüngste nahm die Bestellungen auf und durfte den Wasabi reiben.
Dann fiel mir das Tierchen auf, das auf meiner Sojasaucenschale abgebildet war. Ich hatte das schon häufig gesehen, als ich mit Chrissi auf dem Fischmarkt in Tokyo war. Ich fragte den jüngsten Sushikoch danach: Es war eine Sazae, also eine Kreiselschnecke (ich hatte vorsichtshalber mein elektronisches Wörterbuch mitgenommen, das sich als äußerst nützlich erwies). Ich fragte, ob ich ein Exemplar zubereitet bekommen könne. Ich konnte, und zwar direkt im Schneckenhaus gegrillte Sazae. Darum kümmerte sich gleich der Meister. Die Schnecken kamen angerichtet im Haus, auf zwei kleinen Salzbergen drapiert. Auch sehr lecker!
Die drei Köche fanden es äußerst interessant, uns fünf Ausländer beim Essen zu beobachten. Auch dass wir anscheinend schon etwas Erfahrung mit Sushi hatten, fanden sie glaube ich ganz toll. Als ein Herr mittleren Alters die Bar betrat, hatten wir aber nicht mehr ihre ungeteilte Aufmerksamkeit. Der Mann, ich nenne ihn mal "Bad Homburg-Japaner", war aufgestylt, mit einem blauen Pullover um die Schultern, und setzte sich direkt an die Bar, wo ihn gleich die drei Köche betüddelten. Natürlich ging unsere Anwesenheit nicht am Bad Homburg-Japaner vorbei. Ich prostete ihm zu mit dem Sake, den wir gerade bestellt hatten. Er porstete mit seinem Bier zurück und erzählte, dass er schon seit 30 Jahren mit dem Meister befreudnet sei. Ob uns denn die Sushi schmecken würden. Ja, sehr gut antworteten wir. Er musste wohl bemerkt haben, dass wir gewillt waren, die Touri-Sushi-Allgemeinplätze zu verlassen und Experimenten nciht abgeneigt waren. Vielleicht war es aber auch nur die Flasche Bier, die er schon intus hatte, jedenfalls gab er uns eine Runde Toro-Aburi aus. Das ist das fette Stück des Thunfisches, und eine Delikatesse.
Wieder kümmerte sich der Meister höchstpersönlich darum, das Stück Toro auf einem Metallblech mit einer Art Bunsenbrenner von allen Seiten anzubraten. Es schmeckte fantastisch, war hauchzart und zerschmolz nahezu auf der Zunge. Wir waren beiegstert, und als uns der Bad Homburg-Japaner den Preis des gerade in Minuten verzehrten Tellerchens nannte, wäre ich fast rückwärst vom Stuhl gefallen. Gottseidank saßen wir im japanischen stil direkt auf dem Boden...
Lecker Toro...
Der Bad Homburg-Japaner hatte seine Spendierhosen an und gab uns als nächstes Fugu-Shiroko aus. Der Meister gab ein Stück weißen Fisch in eine Schale, goß etwas darüber und schob es in den Ofen. Der Kugelfisch kam an unseren Tisch, wieder ein winziges Tellerchen, wieder sehr lecker, wieder sehr teuer.
Fugu-Shiroko
Jetzt müssten wir aber auch noch Uni probieren, meinte der Bad Homburg-Japaner. Uni ist Seeigel, beziehungsweise dessen Eier. Der Uni ist angeblich zusammen mit Meeräschenrogen und gepökelten Seegurkeninnereien eine der drei größten Delikatessen, die Japan zu bieten hat. Er steht sowohl auf der Liste der beliebtesten als auch der unbeliebesten Sushi auf Platz zwei und gilt als Aphrodisiakum. Auf jeden Fall ein Geschmackserlebnis, vor allem die Konsistenz war ziemlich gewöhnungsbedürftig. Ich fands lecker, wenn ich auch den Toro vorziehen würde... Natürlich war auch der Uni sehr teuer, laut Bad Homburg-Japaner hatten wir soeben die drei teuersten Sushi-Sorten verspeist.
Uni...
Tja, uns so hatten wir an einem Abend für umme mal eben drei Delikatessen Japans abhaken können. Jetzt fehlt mir nur noch Wal und Fugu-Sashimi... Wir bedankten usn sehr artig beim Bad Homburg-Japaner und den drei Köchen, die immer noch einen recht belustigten Eindruck machten. Ein Foto musste natürlich auch noch sein...
An dieser Stelle natürlich nochmal herzlichen Dank an unseren edlen Spender!
Mal wieder in Kyoto...
... und diesmal nicht beim Kinkakuji oder Kiyumizudera... Mit Chrissi, Isabelle, Luis und Lukas ging es zum Ginkakuji. Dieser wurde von Ashikaga Yoshimasa gebaut, also dem Ur-ur-ur-Enkel von Ashikaga Yoshimitsu der ja den Kiknakuji gebaut hat. Beide waren als Ruhesitz gedacht und wurden später zu Zen-Tempeln. Leider war der eigentliche Tempel von einem Baugerüst verdeckt, so dass wir nur den Garten sehen konnten, der mir aber sehr gut gefallen hat.
Direkt vor dem Tempel war ein großer Kiesgarten, der Gishadan ("See des Silbersandes"), und eine Art Kieskegel mit gekappter Spitze, Kogetsudai ("Mondansichtsplattform") genannt.
Außerdem gab es noch alle Moosarten des Gartens eingetopft und zur Ansicht aufgestellt, darunter auch "VIP"-Moose... Was auch immer damit gemeint war...
Nach einer kleinen Pause ging es weiter zum Fushimi Inari-Taisha, über den ich ja schonmal geschrieben habe. Die Schreinanlage ist auf einem großen Hügel verteilt, und man kann verschieden lange Routen laufen. Diesmal sind wir bis zum Hauptschrein gelaufen und sind dabei an unzähligen roten Toori und kleinen Schreinchen mit Fuchsstatuen vorbeigekommen. Ein paar dicke kleine Katzen waren auch noch unterwegs...
Dienstag, 26. Februar 2008
Es wird Frühling!
In der Loreley mit Herrn Asakawa
Jetzt waren wir schon zum zweiten Mal in der Loreley in Osaka, eine winzige deutsche Kneipe/ Restaurant. Herr Asakawa ist dort Stammgast und hat uns diesmal wieder dorthin eingeladen. Es gibt echtes deutsches Bier und Kleinigkeiten aus Deutschland, Wurst und Brot, Gulasch und Sülze usw. Sehr lecker!




Hier wird gerade krampfhaft überlegt, wo sich die Winzerei Schneider befindet (peinlich, Chrissi, ne? ;))

Links im Bild sieht man den aus Bremen
stammenden Wirt der Loreley.
Hier wird gerade krampfhaft überlegt, wo sich die Winzerei Schneider befindet (peinlich, Chrissi, ne? ;))
Links im Bild sieht man den aus Bremen
stammenden Wirt der Loreley.
Hina-Matsuri
Am dritten März ist in Japan Hina-Matsuri. In der Zeit vor diesem Fest werden in vielen Haushalten Püppchen aufgestellt, so auch im Büro unserer Uni.

Wenn ich es richtig verstanden habe, bekommt man die Puppen geschenkt, wenn eine Tochter geboren wird, also wie eine Art Aussteuer, nur bei der Geburt statt bei der Hochzeit. Die beiden obersten Puppen stellen Kaiserin und Kaiser dar, die anderen den Hofstaat. (Wer's nochmal genauer haben möchte: http://de.wikipedia.org/wiki/Hina-Matsuri)

Natürlich mussten wir uns das gleich ansehen. Was genau gefeiert wird an diesem Tag weiß ich aber immer noch nicht, vielleicht so eine Art muttertag nur halt für Kinder. Für Jungen gibt es auch einen Tag, den fünften Mai, an dem die bekannten Karpfenfahnen aufgehängt werden.
Bei der Gelegenheit habe ich dann auch gleich Bilder meiner Uni gemacht, damit man mal einen kleinen Ausschnitt meines täglichen (!! Wirklich TÄGLICH! Jeden Tag gleicher Raum, gleiche Uhrzeit, meistens gleicher Lehrer... Auf-re-gend!) Uni-Alltags mitbekommt.



Das war spannend, ne? Keine Angst, mach ich nicht nochmal!
Wenn ich es richtig verstanden habe, bekommt man die Puppen geschenkt, wenn eine Tochter geboren wird, also wie eine Art Aussteuer, nur bei der Geburt statt bei der Hochzeit. Die beiden obersten Puppen stellen Kaiserin und Kaiser dar, die anderen den Hofstaat. (Wer's nochmal genauer haben möchte: http://de.wikipedia.org/wiki/Hina-Matsuri)
Natürlich mussten wir uns das gleich ansehen. Was genau gefeiert wird an diesem Tag weiß ich aber immer noch nicht, vielleicht so eine Art muttertag nur halt für Kinder. Für Jungen gibt es auch einen Tag, den fünften Mai, an dem die bekannten Karpfenfahnen aufgehängt werden.
Bei der Gelegenheit habe ich dann auch gleich Bilder meiner Uni gemacht, damit man mal einen kleinen Ausschnitt meines täglichen (!! Wirklich TÄGLICH! Jeden Tag gleicher Raum, gleiche Uhrzeit, meistens gleicher Lehrer... Auf-re-gend!) Uni-Alltags mitbekommt.
Das war spannend, ne? Keine Angst, mach ich nicht nochmal!
Sonntag, 10. Februar 2008
Kabuki
Sooo, ist ja schon eine ganze Weile her seit dem letzten Eintrag. Aber es gab auch nix zu schreiben, weil wirklich nix passiert ist. Ich hatte Prüfungen und musste lernen und ich brauche ja nicht darüber schreiben, wieviele Kaffeetassenabdruckringe in den zwei Wochen auf meinem Schreibtisch hinzugekommen ist. (Grüner Tee hin oder her, ohne Kaffee lernen geht leider nicht, aber dank globalem Handel ist das ja kein Problem).
Nach den Prüfungen haben wir jetzt erst mal 5 Tage "Mini-Ferien", weil die Immatrikulationstests die Uni lahmlegen und am Montag ein Feiertag ist (da soll nochmal jemand sagen, die armen Japaner hätte so wenig Urlaub im Jahr! Aber mir solls recht sein...).
Am Samstag wurden wir jedenfalls von der Uni zum Kabuki in Osaka eingeladen, worauf ich mich ja schon seit Langem gefreut habe. Kabuki ist ein wichtiger Teil der japanischen Kultur und vielleicht mit Oper gleichzusetzen. Es stammt aus der Edo-Zeit, wie auch das Noh-Theater. Im Gegensatz zum Noh, das Einflüsse aus dem Buddhismus hat und für die gehobeneren Gesellschaftsschichten gedacht war, ist Kabuki für den "Pöbel", also für das Bürgertum (wobei man das ja nicht sagen darf, weil es ja keine Bürger in Japan gab... oder so... herrje! Alles für die Zwischenprüfung gelernt und schon vergessen!).
Aber zurück zum Kabuki.

Das Kabuki-Theater in Osaka, mitten in Namba, umgeben von Neonlichtern...
Für das Theater hatten sich viele japanische Besucher richtig schick gemacht, obwohl es zwei Uhr nachmittags war. Viele Frauen hatten traditionelle Kimono an, und sogar eine Maiko (Geisha in Ausbidung) in voller Montur war dort, sodass es schon Spaß gemacht hat, vor der Vorstellung und während der Pause die Menschen zu beobachten.
Man kann die Maiko vielleicht ein bisschen auf dem Foto links hinter Piti erkennen:

Wir waren übrigens die einzigen Ausländer dort. Wahrscheinlich wagen sich viele Ausländer nicht ins Kabuki, weil es wirklich sehr japanisch ist; hohe Kunst, die für Nicht-Japaner schwer verständlich ist, und -ehrlich gesagt- auch nicht so leicht auszuhalten ist.
Mitgespielt hat Tamasaburo Bando, ein sehr bekannter Kabuki-Spieler. Traditionell werden auch Frauen-Rollen von Männern gespielt, und anders als bei Shakespeare-Stücken hat sich das bis heute nicht geändert.

Im Stück hatte er eine der zwei weiblichen Rollen, außerdem hat er den "weißen Löwen" gespielt, auf dem Plakat ist er in seinen drei Rollen zu sehen.



Fotos oder Aufnahmen von der Vorstellung selbst zu machen, war streng verboten. Ich habe trotzdem ein, zwei Bildchen und Videos gemacht, die Qualität ist natürlich nicht soo gut, weil ich die Kamera nicht so hoch halten konnte wegen der Aufpasser. Außerdem saßen wir im dritten Stock in der Loge und hatten keine allzu gute Sicht. Dafür haben unsere Tickets auch nur ca. 30 euro gekostet, während man für Parketttickets schon gute 110 Euro zahlen musste.
Die Bühne war komplett aus Holz, hinten saßen auf einer kleinen Tribüne die Musiker, 7 Sänger, 7 Shamisen-Spieler (ein dreisaitiges Instrument, ein bisschen wie ein Banjo und auch von Geisha oft gespielt), vier Trommler, ein Flötist und ein Musiker mit einer größeren Trommel. Die ganz große Trommel war hinter der Kulisse versteckt, kam aber auch oft zum Einsatz.
Die Spieler haben sich im vorderen Teil der Bühne und auf einem Steg, der ins Publikum hineinreicht, bewegt. Dieser Bereich war, im Gegensatz zum Rest der Bühne aus massivem Holz, mit lauter Holzplanken belegt. Die Schauspieler sprangen manchmal hoch, um ihr Spiel mit dem lauten Knallen der Planken zu unterstreichen. es gab auch zwei kleine Hebebühnen, die für einen besonders dramatischen Auftritt der Schauspieler sorgten.
Die Musik war... naja, ungewöhnlich. Sehr japanisch, das, was Weslter eben nicht gewohnt sind, und was oft als "Katzenmusik" bezeichnet wird. Die Musik ist eher rhythmisch als melodisch, und der Gesang sehr langgezogen und von Ausrufen unterbrochen.
Aber hört selbst:

Leider nicht auf dem Video ist der überbegeisterte Fan in unserer Loge, der immer wenn die Schauspieler die Bühne betraten oder etwas Tolles machten, ihnen laut zujubelte und sie anfeuerte. Während der Vorstellung brach das Publikum auch in lautes Klatschen aus, gelacht wurde auch oft. Die Schauspieler waren aber auch toll, zeigten perfekte Körperbeherrschung bis in den kleinen Finger, sangen, tanzten, und waren trotz der schweren Kostüme immer in Bewegung, sprangen, turnten und rannten auf der Bühne herum.
Ich fand es trotzdem erträglich, und hatte auch nach der dreistündigen Vorstellung nicht das Gefühl akustisch gequält worden zu sein.
Die Musiker saßen während der ganzen Zeit übrigens im "Seiza", also in der japansichen Hocke. Und sind nach der Vorstellung einfach aufgesorungen, als wäre nichts gewesen... Beneidenswert.
Besonders toll waren die Kostüme und das Make-up der Schauspieler. Die Kostüme waren meist aus schwerer, sehr farbenprächtiger Seide und mit Stickereien und Gold verziert. Außerdem haben die weiblichen Rollen auf der Bühne mehrmals die Kostüme gewechselt. Dazu kamen die unauffällig gekleideten Helfer dezent auf die Bühne gerutscht, der Schauspieler drehte sich kurz um, die Helfer lösten irgendwelche Bändchen oder Knöpfe, und innerhalb einer Sekunde zogen sie blitzschnell das Kostüm vom Körper des Spielers, der dann in einem komplett anderen Kostüm dastand. Das alles geht so schnell, dass man nicht genau sieht, was da eigentlich passiert. In unserem Fall haben die Spieler nur die Kimono gewechselt, was ja noch irgendwie vorstellbar ist, aber in viele anderen Stücken ist auch auf einmal der Haarschmuck und der Obi (der breite Kimono-Gürtel) ein anderer als vorher. Wie das gehen soll, weiß ich nicht, allein zum Binden bzw. Auswickeln eines Obi braucht man -geübt!- mehrere Minuten.
Und hier die einzigen Fotos der Vorstellung:


Hier hat Bando gerade tanzend den weißen Löwen dargestellt und seine Mähne geschüttelt.
Jaja, war schon ein Erlebnis. Und dazu hat es den ganzen Tag geschneit.


Der Schnee war am nächsten Tag natürlich weg, aber zumindest auf dem Weg vom Bahnhof nach Hause konnten wir noch eine kleine Schneeballschlacht machen.
Nach den Prüfungen haben wir jetzt erst mal 5 Tage "Mini-Ferien", weil die Immatrikulationstests die Uni lahmlegen und am Montag ein Feiertag ist (da soll nochmal jemand sagen, die armen Japaner hätte so wenig Urlaub im Jahr! Aber mir solls recht sein...).
Am Samstag wurden wir jedenfalls von der Uni zum Kabuki in Osaka eingeladen, worauf ich mich ja schon seit Langem gefreut habe. Kabuki ist ein wichtiger Teil der japanischen Kultur und vielleicht mit Oper gleichzusetzen. Es stammt aus der Edo-Zeit, wie auch das Noh-Theater. Im Gegensatz zum Noh, das Einflüsse aus dem Buddhismus hat und für die gehobeneren Gesellschaftsschichten gedacht war, ist Kabuki für den "Pöbel", also für das Bürgertum (wobei man das ja nicht sagen darf, weil es ja keine Bürger in Japan gab... oder so... herrje! Alles für die Zwischenprüfung gelernt und schon vergessen!).
Aber zurück zum Kabuki.
Das Kabuki-Theater in Osaka, mitten in Namba, umgeben von Neonlichtern...
Für das Theater hatten sich viele japanische Besucher richtig schick gemacht, obwohl es zwei Uhr nachmittags war. Viele Frauen hatten traditionelle Kimono an, und sogar eine Maiko (Geisha in Ausbidung) in voller Montur war dort, sodass es schon Spaß gemacht hat, vor der Vorstellung und während der Pause die Menschen zu beobachten.
Man kann die Maiko vielleicht ein bisschen auf dem Foto links hinter Piti erkennen:

Wir waren übrigens die einzigen Ausländer dort. Wahrscheinlich wagen sich viele Ausländer nicht ins Kabuki, weil es wirklich sehr japanisch ist; hohe Kunst, die für Nicht-Japaner schwer verständlich ist, und -ehrlich gesagt- auch nicht so leicht auszuhalten ist.
Mitgespielt hat Tamasaburo Bando, ein sehr bekannter Kabuki-Spieler. Traditionell werden auch Frauen-Rollen von Männern gespielt, und anders als bei Shakespeare-Stücken hat sich das bis heute nicht geändert.
Im Stück hatte er eine der zwei weiblichen Rollen, außerdem hat er den "weißen Löwen" gespielt, auf dem Plakat ist er in seinen drei Rollen zu sehen.
Fotos oder Aufnahmen von der Vorstellung selbst zu machen, war streng verboten. Ich habe trotzdem ein, zwei Bildchen und Videos gemacht, die Qualität ist natürlich nicht soo gut, weil ich die Kamera nicht so hoch halten konnte wegen der Aufpasser. Außerdem saßen wir im dritten Stock in der Loge und hatten keine allzu gute Sicht. Dafür haben unsere Tickets auch nur ca. 30 euro gekostet, während man für Parketttickets schon gute 110 Euro zahlen musste.
Die Bühne war komplett aus Holz, hinten saßen auf einer kleinen Tribüne die Musiker, 7 Sänger, 7 Shamisen-Spieler (ein dreisaitiges Instrument, ein bisschen wie ein Banjo und auch von Geisha oft gespielt), vier Trommler, ein Flötist und ein Musiker mit einer größeren Trommel. Die ganz große Trommel war hinter der Kulisse versteckt, kam aber auch oft zum Einsatz.
Die Spieler haben sich im vorderen Teil der Bühne und auf einem Steg, der ins Publikum hineinreicht, bewegt. Dieser Bereich war, im Gegensatz zum Rest der Bühne aus massivem Holz, mit lauter Holzplanken belegt. Die Schauspieler sprangen manchmal hoch, um ihr Spiel mit dem lauten Knallen der Planken zu unterstreichen. es gab auch zwei kleine Hebebühnen, die für einen besonders dramatischen Auftritt der Schauspieler sorgten.
Die Musik war... naja, ungewöhnlich. Sehr japanisch, das, was Weslter eben nicht gewohnt sind, und was oft als "Katzenmusik" bezeichnet wird. Die Musik ist eher rhythmisch als melodisch, und der Gesang sehr langgezogen und von Ausrufen unterbrochen.
Aber hört selbst:
Leider nicht auf dem Video ist der überbegeisterte Fan in unserer Loge, der immer wenn die Schauspieler die Bühne betraten oder etwas Tolles machten, ihnen laut zujubelte und sie anfeuerte. Während der Vorstellung brach das Publikum auch in lautes Klatschen aus, gelacht wurde auch oft. Die Schauspieler waren aber auch toll, zeigten perfekte Körperbeherrschung bis in den kleinen Finger, sangen, tanzten, und waren trotz der schweren Kostüme immer in Bewegung, sprangen, turnten und rannten auf der Bühne herum.
Ich fand es trotzdem erträglich, und hatte auch nach der dreistündigen Vorstellung nicht das Gefühl akustisch gequält worden zu sein.
Die Musiker saßen während der ganzen Zeit übrigens im "Seiza", also in der japansichen Hocke. Und sind nach der Vorstellung einfach aufgesorungen, als wäre nichts gewesen... Beneidenswert.
Besonders toll waren die Kostüme und das Make-up der Schauspieler. Die Kostüme waren meist aus schwerer, sehr farbenprächtiger Seide und mit Stickereien und Gold verziert. Außerdem haben die weiblichen Rollen auf der Bühne mehrmals die Kostüme gewechselt. Dazu kamen die unauffällig gekleideten Helfer dezent auf die Bühne gerutscht, der Schauspieler drehte sich kurz um, die Helfer lösten irgendwelche Bändchen oder Knöpfe, und innerhalb einer Sekunde zogen sie blitzschnell das Kostüm vom Körper des Spielers, der dann in einem komplett anderen Kostüm dastand. Das alles geht so schnell, dass man nicht genau sieht, was da eigentlich passiert. In unserem Fall haben die Spieler nur die Kimono gewechselt, was ja noch irgendwie vorstellbar ist, aber in viele anderen Stücken ist auch auf einmal der Haarschmuck und der Obi (der breite Kimono-Gürtel) ein anderer als vorher. Wie das gehen soll, weiß ich nicht, allein zum Binden bzw. Auswickeln eines Obi braucht man -geübt!- mehrere Minuten.
Und hier die einzigen Fotos der Vorstellung:
Hier hat Bando gerade tanzend den weißen Löwen dargestellt und seine Mähne geschüttelt.
Jaja, war schon ein Erlebnis. Und dazu hat es den ganzen Tag geschneit.
Der Schnee war am nächsten Tag natürlich weg, aber zumindest auf dem Weg vom Bahnhof nach Hause konnten wir noch eine kleine Schneeballschlacht machen.
Montag, 21. Januar 2008
Schneeeeeeeee
War gestern grad am Telefonieren, als draußen Nicolo und Dreux angefangen haben, wie blöd rumzuschreien. An sich ja nichts Neues, bis auch Chrissi anfing und ich meinen Namen hörte. Ich guckte also raus und- da war Schnee! Und nicht so lächerlicher wie in Nara vor einer Woche, richtig dicke Flocken!

Die Brasilianer und Rudolpho aus Costa Rica haben sich wie blöd gefreut.

Ich fand es aber auch ganz angenehm, nach keinem Weihnachten und keinem Sylvester mal ein bisschen das Gefühl von Winter und Jahreswechsel zu haben.
Die beiden Brasilianerinnen und Rudolpho sind dann noch bis zwei Uhr nachts draußen herumgerannt und haben "Schneemänner" gebaut und sich mit dem Pulver beworfen... Wie das wohl ist, zum ersten Mal ins einem Leben Schnee zu sehen?

Am nächsten Morgen lag tatsächlich noch eine dünne Schicht Schnee, die im Laufe des Vormittags aber geschmolzen ist. Schade, sonst hätte ich noch ein Foto von den wie bezuckert aussehenden Bergen gemacht...
Die Brasilianer und Rudolpho aus Costa Rica haben sich wie blöd gefreut.
Ich fand es aber auch ganz angenehm, nach keinem Weihnachten und keinem Sylvester mal ein bisschen das Gefühl von Winter und Jahreswechsel zu haben.
Die beiden Brasilianerinnen und Rudolpho sind dann noch bis zwei Uhr nachts draußen herumgerannt und haben "Schneemänner" gebaut und sich mit dem Pulver beworfen... Wie das wohl ist, zum ersten Mal ins einem Leben Schnee zu sehen?
Am nächsten Morgen lag tatsächlich noch eine dünne Schicht Schnee, die im Laufe des Vormittags aber geschmolzen ist. Schade, sonst hätte ich noch ein Foto von den wie bezuckert aussehenden Bergen gemacht...
Und der Rest von Tokyo...
Hab jetzt auch mal in einem japanischen Hotel geschlafen. War zwar kein Ryokan, aber trotzdem ganz nett mit Tee, Tatami, Schiebewänden und Yukata...
Das Hotel war in Shibuya, wo wir auch viel Zeit verbracht haben. Als wir am Morgen des zweiten Januars am Kaufhaus 109 vorbeikamen, war die Hölle los...
Am Jahresanfang werden überall Tüten angeboten, deren Inhalt man vorher nicht kennt und der wesentlich mehr wert ist als der Preis der Tüte. Quasi eine Winterschlussverkauf-Überraschungstüte. Am Kaufhaus 109 standen jetzt die ganzen Mädels, bepackt mit Köfferchen und Rieseneinkaufstüten, und boten alles an, was wohl keine so tolle Überraschung gewesen ist. Ein Riesentumult, kreischende Mädels, überall Tüten und Plastikverpackungen und Kleidungsstücke. Dazwischen Passanten und Polizisten, die versucht haben, das Ganze irgendwie zu regeln und den Leuten den Weg frei zu machen...
Ein Fugu-Restaurant haben wir auch entdeckt, leider hatte es gerade geschlossen. Trotzdem konnte man sich die armen Viecher im Schaufenster ansehen, die irgendwannd hauchdünn aufgeschnitten auf Tellerchen liegen werden... Wir hatten eigentlich vor, nochmal hinzugehen, aber haben es nicht mehr geschafft. Schade... muss ich nämlich mal probieren, ist nur leider wahnsinnig teuer...
Natürlich waren wir auch in Tokyo im Sushi-Restaurant, nachdem wir in Kansai schon x-mal das vergnügen hatten... Sehr lecker, aber das beste Sushi gabs immer noch in Namba, ich hoffe, ich finde das Restaurant auch wieder, wenn ich wieder da bin.
In ganz Tokyo war um den Jahresanfang noch mehr los als sonst, gerade um Tempel und Schreine. Überall waren Menschen und Imbissbuden. Und wir sind einem Sumo-Kämpfer über den Weg gelaufen, der an einem Stand genüsslich einen Döner aß...
Harajuku musste Torge natürlich auch sehen.
Hier gab es einige ganz reizende Klamotten, wie zum Beispiel dieses unglaublich kleidsame Hasen-cape...
Spontan haben wir uns entschlossen, uns im Park Hyatt in die Bar zu setzen. Also in dem Hotel, in dem Lost In Translation... Naja ihr wisst ja. Leider waren wir nicht ganz passend angezogen, war aber trotzdem schön. Es gab gute Cocktails und eine Jazzbar und natürlich die atemberaubende Aussicht über Tokyo.
Hier waren wir in Kabukicho, dem Rotlichtviertel, um nach Höschenautomaten zu suchen, die Torge als Beweismittel für Deutschland brauchte. Die Straßen waren wie leergefegt, trotzdem war es sehr interessant... Hostessenclubs für Männer mit Frauen, Clubs für Frauen mit männlichen Hostessen, Clubs für Frauen mit weiblichen Hostessen, die sich als Männer verkleiden, um den Gästen die Scheu zu nehmen, und wer weiß was sich noch alles hinter den vielen Hauswänden tat...
Am letzen Tag sind wir dann -endlich!- ins Ghibli-Museum gegangen. Hierfür muss man einige Wochen im Voraus Karten kaufen, aus dem Ausland sogar drei Monate im Voraus. Dafür ist es dann aber auch nicht zu voll im Museum (da haben Chrissi und ich ja schon ganz andere Erfahrungen gemacht)...
Leider durfte man im ganzen Museum nicht fotographieren. Torge hat es aber doch geschafft, hinter einer Topfplanze hervor den Katzenbus zu fotographieren!!!
Da durften leider nur Vorschulkinder drauf, und Chrissi und ich haben schon überlegt, einfach die Absperrung zu durchbrechen udn uns auf den Bus und die Kinder zu schmeißen...
Der Shop des Museums, auf den ich mich fast am meisten gefreut habe, war allerings enttäuschend. Keine Riesen-Totoros, keine Jijis, nur Sachen über das Museum...
Bleibt doch nur japanisches amazon...
Abends haben wir dann noch die anderen getroffen und dann ging es ab nach Tenri im Bus (den wir ca. 3 Minuten vor Abfahrt erreichten, weil wir uns in der Fahrtzeit mit der Yamanote verschätzt haben. Wat ein Stress...).

Naja, ich hoffe, ihr seid alle gut ins Neue Jahr gerutsch und wünsche viel Glück und Erfolg für 2008!
Sonntag, 20. Januar 2008
Sylvester in Tokyo...
... war an sich nicht allzu besonders. Wir hatten die Wahl zwischen zwei Alternativen, das neue Jahr zu begrüßen: Entweder bei der Countdown-Party oder traditionell Japanisch am Meiji-Schrein. Wir entschieden uns für Letzteres.

Nach einer kleinen Stärkung in Nara (also ca. ein halbes Dutzend Cheeseburger für Torge... schon beneidenswert...) ging es mit dem Nachtbus nach Tokyo.

Wir kamen wieder sehr früh an und wollten bei der Gelegenheit wieder auf den Fischmarkt in Tsukiji. Als wir dort waren mussten wir aber feststellen, dass im Gegensatz zum letzten Mal der Markt menschenleer war und auch die Restaurants und Läden nicht geöffnet hatten. Hmmm, 31. 12. in Tokyo, hätte ja nicht gedacht, dass in dieser Stadt irgendetwas mal stillsteht, erst recht nicht der Fischmarkt, haben dann alle Tokyoter an diesem Tag alten Fisch gegessen? Oder überhaupt keinen Fisch? Unvorstellbar...
Naja, nach diesem touristischen Misserfolg ging es dann weiter zur Ginza, wo auch alle Läden geschlossen hatten... (und erst um 10 Uhr geöffnet werden sollten... Großstadt???). Also setzen wir uns in den Starbucks (jaaaaa ich weiß, Scheißladen, aber in Japan nunmal der einzige Ort, an dem es vernünftigen Kaffee gibt und den man ÜBERALL findet...) um zu frühstücken und uns mit Koffein für den Tag zu versorgen.

Torge happy weil er einen Ferrari gesehen/ gehört hat...
Chrissi einfach so happy...

Nach ein bisschen Windowshopping ging es ins Sony-Building. Ich hatte zwar eine Reihe Playstations erwartet, gab es aber leider nicht. dafür - und das war ebenso interessant- lauter Neuigkeiten aus dem Hause Sony, inklusive ein paar Riesenbildschirme und HD-Kameras, die jede Distanz haarscharf fokussieren...
Leider kommt man mit so einem Bildschirm so schlecht ins Flugzeug...

Und dann waren wir- jaaa, ist ja gut, wie gesagt, bin auch nicht so begeister davon, aber ihr wisst ja- im Starbucks. Diesmal in dem "berühmten", von dem aus man Ausblick auf die große Kreuzung in Shibuya hat. Die Bedienung kam auch gleich angewieselt, weil man keine Fotos machen darf etc...
Den Tag haben wir dann noch irgendwie rumgebracht und uns abends mit den anderen in einem Izakaya getroffen. Kurz vor Mitternacht haben wir uns dann auf den Weg zum Meiji-Jingu gemacht. Leider hat man kein bisschen von den Glockenschlägen gehört. An buddhistischen Tempeln wird immer zum Jahreswechsel die Glocke 108-Mal geschlagen, damit wird man von den 108 Sünden des Buddhismus gereinigt. 100 Schläge sind im alten Jahr und 8 im neuen oder umgekehrt... oder weniger, hab ich vergessen. Jedenfalls halt immer um Mitternacht rum, was wir aber nicht gehört haben.
So um kurz nach zwölf kamen wir dann am Schrein an. Beziehungsweise am Ende der Schlange, die gerade am Jubeln war, weil es 12 Uhr war. Nach nur 2 Stunden, in denen ich natürlich dringend auf Tiolette musste, aber die Schlange nicht verlassen wollte, weil ich keine Chance gehabt hätte, die anderen dann in dem Gewusel wiederzufinden, waren wir auch schon am Tempel.

Während der ganzen Anstehzeit waren die Japaner wirklich wahnsinnig diszipliniert. In kleine Grüppchen aufgeteilt warteten sie geduldig, bis der Polizist, der am Anfang stand, sein Schildchen von "Bitte ein bisschen warten" auf "Bitte ein bisschen weitergehen" umdrehte, und folgten ihm ein paar Meter, bis er wieder anhielt, sein Schildchen umdrehte und das Spielchen wieder von vorne losging (wie gesagt zwei Stunden lang).
Dabei lief keiner nach vorne oder tanzte aus der Reihe.

Die vielen Polizisten, die zur Sicherheit da waren- und furchtbar zitterten vor Kälte, die armen- standen unbenutzt am Rand herum, während ich mir vorstellte, wie das Ganze wohl in Deutschland zugegangen wäre...

Rina und Philipp warteten mit uns, die anderen hatten wir abgehängt...

Nach knappen eineinhalb Stunden waren wir dann schon am Eingangstor.

Und nach zwei Stunden waren wir durch das Tor durch und am Schrein. Was dann passierte, war weit weniger würdevoll und feierlich, wie ich es mir vorgestellt hatte. Der Schrein selber war nicht betretbar, stattdessen war davor eine Art riesige Plastikwanne aufgebaut. Die Leute stürmten zum Rand der Wanne, warfen Geld hinein, beteten, klatschten, und gingen wieder. Dafür zwei Stunden anstehen? Hmmm, wenn dafür mein Neujahrswunsch in Erfüllung geht, hat sich das schon gelohnt.

Torge und ich haben uns dann noch ein Omamori gekauft, eine Art Talisman. Davon gibt es verschiedene Sorten, für Verkehrssicherheit, Gesundheit, den Kinderwunsch etc. Wir haben uns eins für gute Erfolge in der Uni geholt... Mal sehen, obs was bringt, Jetzt hängt es erstmal über meinem Schreibtisch...
Ein Omikuji haben wir uns auch gekauft, also eine Art Orakel für das neue Jahr. man schüttelt einen Holzzylinder, bis ein Holzstäbchen herausfällt. Man bekommt einen Zettel, je nachdem, welche Nummer auf dem Stäbchen stand. Und auf dem Zettel steht dann ein Gedicht des Meiji-Tenno oder seiner Frau plus Interpretation. Auf meinem stand- nach meiner Interpretation- nichts Schlechtes, auf Torges auch nicht. Wir haben die Zettelchen aufgehängt, was natürlich falsch war, wie ich später von Mikita-Sensei erfahren habe. Man hängt nur die schlechten Orakel auf, damit die Kami-sama, also die Shinto-Gottheiten- sie mit sich nehmen. Naja, die Kami-sama werden hoffentlich wissen, dass man bei trotteligen Ausländern ein Auge zudrücken muss...
Nach einer kleinen Stärkung in Nara (also ca. ein halbes Dutzend Cheeseburger für Torge... schon beneidenswert...) ging es mit dem Nachtbus nach Tokyo.
Wir kamen wieder sehr früh an und wollten bei der Gelegenheit wieder auf den Fischmarkt in Tsukiji. Als wir dort waren mussten wir aber feststellen, dass im Gegensatz zum letzten Mal der Markt menschenleer war und auch die Restaurants und Läden nicht geöffnet hatten. Hmmm, 31. 12. in Tokyo, hätte ja nicht gedacht, dass in dieser Stadt irgendetwas mal stillsteht, erst recht nicht der Fischmarkt, haben dann alle Tokyoter an diesem Tag alten Fisch gegessen? Oder überhaupt keinen Fisch? Unvorstellbar...
Naja, nach diesem touristischen Misserfolg ging es dann weiter zur Ginza, wo auch alle Läden geschlossen hatten... (und erst um 10 Uhr geöffnet werden sollten... Großstadt???). Also setzen wir uns in den Starbucks (jaaaaa ich weiß, Scheißladen, aber in Japan nunmal der einzige Ort, an dem es vernünftigen Kaffee gibt und den man ÜBERALL findet...) um zu frühstücken und uns mit Koffein für den Tag zu versorgen.
Torge happy weil er einen Ferrari gesehen/ gehört hat...
Chrissi einfach so happy...
Nach ein bisschen Windowshopping ging es ins Sony-Building. Ich hatte zwar eine Reihe Playstations erwartet, gab es aber leider nicht. dafür - und das war ebenso interessant- lauter Neuigkeiten aus dem Hause Sony, inklusive ein paar Riesenbildschirme und HD-Kameras, die jede Distanz haarscharf fokussieren...
Leider kommt man mit so einem Bildschirm so schlecht ins Flugzeug...
Und dann waren wir- jaaa, ist ja gut, wie gesagt, bin auch nicht so begeister davon, aber ihr wisst ja- im Starbucks. Diesmal in dem "berühmten", von dem aus man Ausblick auf die große Kreuzung in Shibuya hat. Die Bedienung kam auch gleich angewieselt, weil man keine Fotos machen darf etc...
Den Tag haben wir dann noch irgendwie rumgebracht und uns abends mit den anderen in einem Izakaya getroffen. Kurz vor Mitternacht haben wir uns dann auf den Weg zum Meiji-Jingu gemacht. Leider hat man kein bisschen von den Glockenschlägen gehört. An buddhistischen Tempeln wird immer zum Jahreswechsel die Glocke 108-Mal geschlagen, damit wird man von den 108 Sünden des Buddhismus gereinigt. 100 Schläge sind im alten Jahr und 8 im neuen oder umgekehrt... oder weniger, hab ich vergessen. Jedenfalls halt immer um Mitternacht rum, was wir aber nicht gehört haben.
So um kurz nach zwölf kamen wir dann am Schrein an. Beziehungsweise am Ende der Schlange, die gerade am Jubeln war, weil es 12 Uhr war. Nach nur 2 Stunden, in denen ich natürlich dringend auf Tiolette musste, aber die Schlange nicht verlassen wollte, weil ich keine Chance gehabt hätte, die anderen dann in dem Gewusel wiederzufinden, waren wir auch schon am Tempel.
Während der ganzen Anstehzeit waren die Japaner wirklich wahnsinnig diszipliniert. In kleine Grüppchen aufgeteilt warteten sie geduldig, bis der Polizist, der am Anfang stand, sein Schildchen von "Bitte ein bisschen warten" auf "Bitte ein bisschen weitergehen" umdrehte, und folgten ihm ein paar Meter, bis er wieder anhielt, sein Schildchen umdrehte und das Spielchen wieder von vorne losging (wie gesagt zwei Stunden lang).
Dabei lief keiner nach vorne oder tanzte aus der Reihe.
Die vielen Polizisten, die zur Sicherheit da waren- und furchtbar zitterten vor Kälte, die armen- standen unbenutzt am Rand herum, während ich mir vorstellte, wie das Ganze wohl in Deutschland zugegangen wäre...
Rina und Philipp warteten mit uns, die anderen hatten wir abgehängt...
Nach knappen eineinhalb Stunden waren wir dann schon am Eingangstor.
Und nach zwei Stunden waren wir durch das Tor durch und am Schrein. Was dann passierte, war weit weniger würdevoll und feierlich, wie ich es mir vorgestellt hatte. Der Schrein selber war nicht betretbar, stattdessen war davor eine Art riesige Plastikwanne aufgebaut. Die Leute stürmten zum Rand der Wanne, warfen Geld hinein, beteten, klatschten, und gingen wieder. Dafür zwei Stunden anstehen? Hmmm, wenn dafür mein Neujahrswunsch in Erfüllung geht, hat sich das schon gelohnt.
Torge und ich haben uns dann noch ein Omamori gekauft, eine Art Talisman. Davon gibt es verschiedene Sorten, für Verkehrssicherheit, Gesundheit, den Kinderwunsch etc. Wir haben uns eins für gute Erfolge in der Uni geholt... Mal sehen, obs was bringt, Jetzt hängt es erstmal über meinem Schreibtisch...
Ein Omikuji haben wir uns auch gekauft, also eine Art Orakel für das neue Jahr. man schüttelt einen Holzzylinder, bis ein Holzstäbchen herausfällt. Man bekommt einen Zettel, je nachdem, welche Nummer auf dem Stäbchen stand. Und auf dem Zettel steht dann ein Gedicht des Meiji-Tenno oder seiner Frau plus Interpretation. Auf meinem stand- nach meiner Interpretation- nichts Schlechtes, auf Torges auch nicht. Wir haben die Zettelchen aufgehängt, was natürlich falsch war, wie ich später von Mikita-Sensei erfahren habe. Man hängt nur die schlechten Orakel auf, damit die Kami-sama, also die Shinto-Gottheiten- sie mit sich nehmen. Naja, die Kami-sama werden hoffentlich wissen, dass man bei trotteligen Ausländern ein Auge zudrücken muss...
Montag, 14. Januar 2008
Daitoku-ji
Jetzt war ich endlich auch mal in einem Zen-Tempel und habe einen Steingarten gesehen. Wollte mit Torge ja eigentlich zum Ryoan-ji, mit dem berühmten steingarten, aber das haben wir an diesem Tag nicht mehr geschafft.
Daitoku-ji ist eigentlich ein Tempelkomplex mit über zwanzig Tempeln, von denen einige für die Öffentlichkeit zugänglich sind.
Wir wollten ja eigentlich zum Daisen-in, aber bei unserem Glück an diesem Tag war der natürlich geschlossen. Machte aber nix, den Zuiho-in, in dem wir dann schließlich waren, fand ich auch ganz schön. Außerdem war außer uns keiner da und es gab keine nervigen Lautsprecherdurchsagen für die Touristen wie am Ryoan-ji, man konnte den Garten also in aller Ruhe genießen...
Fushimi Inari-Taisha
Der Fushimi Inari- Taisha in Kyoto ist sehr bekannt für seine vielen Torii, also scharlachrote Tore, die den Bereich zwischen heiligem und normalem Boden abtrennen.
Als wir ankamen, war gerade eine Zeremonie in Gange, bei der, ähnlich dem Abendmahl, den Menschen Sake ausgeschenkt wurde. Überhaupt stand überall viel Sake herum und die Schreinangehörigen waren die ganze Zeit am Flaschen- und Fassschleppen. Der Fushimi Inari-Taisha ist einer der wichtigsten Schreine in Japan, die dem Inari-Kami gewidmet sind, der Gottheit des Reises und des Sakes.
Fushimi Inari-Taisha ist nicht nur ein Schrein, sondern ein ganzer Schreinkomplex, bestehend aus fünf Schreinen, die auf dem Inari-Berg errichtet sind. Verbunden sind sie mit Wegen, die unter tausenden von Torii verlaufen, die von Gläubigen, Familien und Firmen gespendet worden sind, wie man an den Schriftzeichen ablesen kann.
Man kann vom Fuße des Berges für mehrere Torii-wege entscheiden, für den längsten braucht man ca. zwei Stunden, er führt auf die Spitze des Berges, wo man das Allerheiligste- einen Spiegel- besichtigen kann, was sehr ungewöhnlich ist, da das normalerweise gut unter Verschluss gehalten wird.
Da wir an diesem Tag aber noch mehr vorhatten, haben wir uns für einen der kürzeren Wege entschieden.
Auf dem Tempelgelände stehen auch überall Fuchsstatuen aus Stein herum. Der Fuchs wird als Bote der Inari-Gottheit angesehen, und man sagt ihm nach, dass er die Fähigkeit habe, Besitz von Menschen zu ergreifen, indem er in deren Körper eindringt, wobei er dabei am liebsten die Stelle unter den Fingernägeln wählt.
Er hat oft einen Schlüssel im Maul, der für die Reisspeicher ist.
Auf unserem Weg durch die Torii kamen wir auch an einem Bambuswald vorbei...
Was ich bisher auch noch bei keinem Schrein gesehen habe, waren die Bündel aus Ketten aus Origami-Kranichen. angeblich hat man bei den Kami-Sama einen Wunsch frei, wenn man es schafft, Tausend Kraniche zu falten... Man kennt ja die Geschichte von dem kleinen Mädchen aus Hiroshima, die das versucht hat, um ihren Krebs zu heilen, dann aber gestorben ist, bevor sie die Tausend Kraniche zu Ende falten konnte...
Dienstag, 8. Januar 2008
Fast-Besichtigung der Burg von Osaka
An einem Tag hat es schööön geregnet, sodass man überhaupt keine Lust hatte, das Haus zu verlassen. Richtiges Schietwetter, mit grauem tiefem Himmel... Da aber steffi und Torge da waren, die ja wat sehen mussten von Kansai, haben wir uns aufgerafft und sind, als es dann doch mal aufgehört hatte zu regnen, nach Osaka gefahren, wo wir die Burg besichtigen wollten.

Als wir aus dem Zug stiegen, hat es schon wieder richtig gepisst. Machte aber nichts, die Burg war schon zu sehen, also nicht mehr weit ins Warme. Nach 15 Minuten, in denen meine Haare klatschnass und meine Schuhe mehr Schlamm als Leder waren, standen wir endlich vor der Burg. Die zu war. Also ein paar fotos davor machen und den ganzen Pfützenweg zurück zum Zug, um in die Stadt zu fahren, in ein schön geheiztes Restaurant oder Cafe...

Waren dann oben im Yodobashi, ein riesiges Kaufhaus, das zur einen Hälfte aus einem Klamottenladen, zur anderen aus einem Elektronikgeschöft besteht. Der achte Stock besteht nur aus Restaurants.
Nach dem Essen sind wir noch ein wenig durchs Kaufhaus gelaufen, und sind bei den Massagesesseln hängengeblieben.

Die meisten waren schon mit schlafenden Japanern besetzt. Wir wurden aber von einer Verkäuferin in einen Riesensessel gebeten. Es gab sogar Decken, die meisten Japaner haben also einfach nur dagelegen und sich zwischen dem Einkaufen ganz gemütlich entspannt... Bis auf einen, der mit ziemlich rotem und verkrampften Gesicht in einem Sessel saß und vor Schmerz sogar ein Tränchen verdrückte.
Naja, wenn man also einfach nur Liegen kann ohne zu kaufen, mussten wir so ein Ding natürlich auch ausprobieren. Torge schien es ganz gut gefallen zu haben, ich kam mir etwas gefangen vor. Sobald man im Sessel saß, hat sich das Ding um Arme, Beine und Rumpf gelegt und dann einfach angefangen zu drücken: Füße, Beine, Arme, Hände, alles nacheinander. Da lag ich also und wurde gequetscht, so richtig entspannt hat mich das nicht. Aber es war auch ein medizinischer Suhl, wie sich herausstellte. Naja, das nächste Mal nehme ich dann irgendein Modell, in dem die schlafenden japaner gesessen haben, die schienen nicht so schelcht zu sein...
Als wir aus dem Zug stiegen, hat es schon wieder richtig gepisst. Machte aber nichts, die Burg war schon zu sehen, also nicht mehr weit ins Warme. Nach 15 Minuten, in denen meine Haare klatschnass und meine Schuhe mehr Schlamm als Leder waren, standen wir endlich vor der Burg. Die zu war. Also ein paar fotos davor machen und den ganzen Pfützenweg zurück zum Zug, um in die Stadt zu fahren, in ein schön geheiztes Restaurant oder Cafe...
Waren dann oben im Yodobashi, ein riesiges Kaufhaus, das zur einen Hälfte aus einem Klamottenladen, zur anderen aus einem Elektronikgeschöft besteht. Der achte Stock besteht nur aus Restaurants.
Nach dem Essen sind wir noch ein wenig durchs Kaufhaus gelaufen, und sind bei den Massagesesseln hängengeblieben.
Die meisten waren schon mit schlafenden Japanern besetzt. Wir wurden aber von einer Verkäuferin in einen Riesensessel gebeten. Es gab sogar Decken, die meisten Japaner haben also einfach nur dagelegen und sich zwischen dem Einkaufen ganz gemütlich entspannt... Bis auf einen, der mit ziemlich rotem und verkrampften Gesicht in einem Sessel saß und vor Schmerz sogar ein Tränchen verdrückte.
Naja, wenn man also einfach nur Liegen kann ohne zu kaufen, mussten wir so ein Ding natürlich auch ausprobieren. Torge schien es ganz gut gefallen zu haben, ich kam mir etwas gefangen vor. Sobald man im Sessel saß, hat sich das Ding um Arme, Beine und Rumpf gelegt und dann einfach angefangen zu drücken: Füße, Beine, Arme, Hände, alles nacheinander. Da lag ich also und wurde gequetscht, so richtig entspannt hat mich das nicht. Aber es war auch ein medizinischer Suhl, wie sich herausstellte. Naja, das nächste Mal nehme ich dann irgendein Modell, in dem die schlafenden japaner gesessen haben, die schienen nicht so schelcht zu sein...
Mit Steffi und Torge in Kyoto
Jaja, da mussten Chrissi und ich Fremdenführer spielen und zeigten Steffi und Torge, was es in Kyoto so Sehenswertes gibt. Zuerst waren wir beim Kinkakuji und hatten großes Glück mit dem Wetter, sodass er sehr schön zur Geltung kam.

Im Garten konnte man sich bei Matcha und Süßigkeiten ein wenig in die Sonne setzen. Matcha ist grüner Tee, wie er auch bei der Teezeremonie verwendet wird: sehr feines Pulver, dass mit einem Bambusbesen in Wasser gerührt und leicht schaumig geschlagen wird. Er ist sehr bitter, deshalb wird er immer mit sehr süßen Kleinigkeiten gereicht. Ist nicht wirklich jedermanns Sache, ich finde es aber sehr lecker...

Und wenn man genau hingesehen hat, hat man erkannt, dass auf den Süßigkeiten ein kleiner Kinkakuji mit Bergen eingeprägt war und ein wenig Blattgold daraufgestreut war...



Danach ging es weiter zum Kiyomizudera. In Kyoto war es an diesem Tag sehr leer, wahrscheinlich wegen der Feiertage, weshalb wir uns ausnahmsweise nicht durch Menschenmassegn zwängen mussten.


Wir waren gerade rechtzeitig zum Sonneuntergang da.

Ein wenig abgetrennt gibt es auf dem Tempelgelände noch den so genannten "Liebesstein", plus kleinem Tempel, an dem man für allerlei Liebesangelegenheiten beten und natürlich spenden kann. Heiraten kann man dort anscheinend auch.

Steffi hat den Liebesstein bezwungen, indem sie mit geschlossenen Augen die ungefähr zehn Meter Abstand zwischen den zwei Steinen gelaufen ist (und auch an der richtigen Stelle ankam). Jetzt hat sie einen Wunsch frei.

Zurück sind wir dann durch die vielen kleinen alten Sträßchen gelaufen, die sich rund um den Kiyomizudera befinden. Leider waren keine Geisha untergwegs...
Im Garten konnte man sich bei Matcha und Süßigkeiten ein wenig in die Sonne setzen. Matcha ist grüner Tee, wie er auch bei der Teezeremonie verwendet wird: sehr feines Pulver, dass mit einem Bambusbesen in Wasser gerührt und leicht schaumig geschlagen wird. Er ist sehr bitter, deshalb wird er immer mit sehr süßen Kleinigkeiten gereicht. Ist nicht wirklich jedermanns Sache, ich finde es aber sehr lecker...

Und wenn man genau hingesehen hat, hat man erkannt, dass auf den Süßigkeiten ein kleiner Kinkakuji mit Bergen eingeprägt war und ein wenig Blattgold daraufgestreut war...

Danach ging es weiter zum Kiyomizudera. In Kyoto war es an diesem Tag sehr leer, wahrscheinlich wegen der Feiertage, weshalb wir uns ausnahmsweise nicht durch Menschenmassegn zwängen mussten.
Wir waren gerade rechtzeitig zum Sonneuntergang da.
Ein wenig abgetrennt gibt es auf dem Tempelgelände noch den so genannten "Liebesstein", plus kleinem Tempel, an dem man für allerlei Liebesangelegenheiten beten und natürlich spenden kann. Heiraten kann man dort anscheinend auch.
Steffi hat den Liebesstein bezwungen, indem sie mit geschlossenen Augen die ungefähr zehn Meter Abstand zwischen den zwei Steinen gelaufen ist (und auch an der richtigen Stelle ankam). Jetzt hat sie einen Wunsch frei.
Zurück sind wir dann durch die vielen kleinen alten Sträßchen gelaufen, die sich rund um den Kiyomizudera befinden. Leider waren keine Geisha untergwegs...
Sonntag, 6. Januar 2008
Aquarium in Osaka
Da wollte ich ja schon lange rein und hab den Torge einfach mitgeschleppt. Das Aquarium in Osaka besteht aus einem riesigen Becken, um das die anderen, kleineren herumgebaut sind und um das man als Besucher quasi in einer Spirale umkreist. Berühmt ist es für seinen Walhai, der im großen Becken seine Runden zieht. Außerdem gibt es Pinguine, Delphine, Otter, Robben, japanische Riesenkrabben und natürlich jede Menge Fische.

Ein Fisch der eher unheimlichen, riesigen Art... Dem möchte man nicht beim Schnorcheln begegnen...

Für die kleinen Mädchen hier war Torge anscheinend die größere Attraktion...

Die Robben haben es sich auch gutgehen lassen.

Die Delphine sind einfach zu schnell durchs Wasser geflitzt, um sie zu fotographieren. Genauso wie die kleinen Otter, denen man sowohl beim Spielen an Land als auch beim Fischejagen im Wasser zusehen konnte...
Sehr putzig im wahrsten Sinne des Wortes: die großen Otter. Das fanden die Japaner auch seeehr kawaii

Auch lustig war er hier:




Im großen Becken schwammen dann sehr viele Rochen, kleine Fische, Plattfische und das Maskottchen des Aquariums: der Walhai. Serh majestätisch, ständig umgeben von einem Schwarm kleinerer Fische und am Bauch einen Suckerfisch zog er seine Runden...
...ebenso wie der Mantarochen, der sich sehr über die aufsteigenden Luftblasen eines am Boden des Beckens saubermachenden Tauchers freute und so den Besuchern die Gelegenheit gab, ihn von allen Seiten zu bestaunen.


Die japanischen Riesenkrabben haben nix gemacht...

Genauso wie die Quallen, die aber sehr schön anzusehen waren...



Anschließend waren wir auf dem Riesenrad, das angeblich das größte der Welt sein soll. (Wie ich von Isabelle erfahren habe, glaube die das in Tokyo allerdings von ihrem Riesenrad auch...).
Torge war nicht ganz wohl, wie man sieht, aber er hat tapfer durchgehalten. Von oben hatte man Ausblick bis nach Kobe und die Awaji-Insel...
Ein Fisch der eher unheimlichen, riesigen Art... Dem möchte man nicht beim Schnorcheln begegnen...
Für die kleinen Mädchen hier war Torge anscheinend die größere Attraktion...
Die Robben haben es sich auch gutgehen lassen.

Die Delphine sind einfach zu schnell durchs Wasser geflitzt, um sie zu fotographieren. Genauso wie die kleinen Otter, denen man sowohl beim Spielen an Land als auch beim Fischejagen im Wasser zusehen konnte...
Sehr putzig im wahrsten Sinne des Wortes: die großen Otter. Das fanden die Japaner auch seeehr kawaii
Auch lustig war er hier:

Im großen Becken schwammen dann sehr viele Rochen, kleine Fische, Plattfische und das Maskottchen des Aquariums: der Walhai. Serh majestätisch, ständig umgeben von einem Schwarm kleinerer Fische und am Bauch einen Suckerfisch zog er seine Runden...
...ebenso wie der Mantarochen, der sich sehr über die aufsteigenden Luftblasen eines am Boden des Beckens saubermachenden Tauchers freute und so den Besuchern die Gelegenheit gab, ihn von allen Seiten zu bestaunen.
Die japanischen Riesenkrabben haben nix gemacht...
Genauso wie die Quallen, die aber sehr schön anzusehen waren...
Anschließend waren wir auf dem Riesenrad, das angeblich das größte der Welt sein soll. (Wie ich von Isabelle erfahren habe, glaube die das in Tokyo allerdings von ihrem Riesenrad auch...).
Torge war nicht ganz wohl, wie man sieht, aber er hat tapfer durchgehalten. Von oben hatte man Ausblick bis nach Kobe und die Awaji-Insel...
Weihnachten
Wie man aus den anderen Blogs schon erfahren konnte, wird Weihnachten in Japan nicht soooo gefeiert wie in Europa. Geschenke gibts natürlich, auch mal einen Tannenbaum, viel Kitsch und manchmal auch Weihnachtsmärkte, siehe unten. Aber eigentlich passiert nicht viel. Nach einem leckeren ausgiebigen und üppigen Weihnachtsfrühstück bei Chrissi waren Torge und ich in Osaka, zuerst auf dem Weihnachtsmarkt und anschließend oben auf dem Umeda Sky Tower. Es war schon dunkel und man hatte eine schöne Aussicht auf das beleuchtete Osaka. Leider war es sehr voll, vor allem mit Pärchen (Weihnachten ist in Japan wohgl so ein Pärchen-Ding...). Leider war es sehr kalt und windig (was einige Japanerinnen aber nicht davon abhielt, im Minirock ohne Strumpfhose da oben rumzuhüpfen und nicht mal eine Gänsehaut zu bekommen...). Es lief natürlich kitschige Musik und der Boden war mit fluoriszierenden Sternchen bemalt, die im Schwarzlicht leuchteten (wie unsere Zähne)...


Nachträglich frohe Weihnachten euch allen!
Nachträglich frohe Weihnachten euch allen!
Todaiji
Jaja, lang ists her, aber wie ihr ja wisst war Torge bis gestern da, und bei nur zwei Wochen ist jede Minute kostbar. Jetzt habe ich mich etwas ausgeschlafen und kann wieder Blogschreiben.
Nach vier Monaten war ich endlich im Todaiji, was auch ganz beeidnruckend war. Die Buddhastatue aus Bronze ist die größte der Welt, ebenso wie das Holzgebäude. Muss man also mal gesehen haben.
Hinter der Buddhastatue befindet sich eine große Holzsäule mit einem Loch. Wenn man es schafft, sich durch das Loch hindurchzuquetschen, gelangt man angeblich ins Nirvana. In einer langen Schlange standen nur kleine Kinder und sehr dünne Asiatinnen, also haben wir es erst gar nicht versucht...
Rehe mussten natürlich auch wieder gefüttert werden.
Die meisten sahen aber schon recht satt aus...
Eine Reh-Gang im Strohbett.
Kleines Reh, großer Hunger
Torge hatte auch seinen Spaß dabei, die Rehe mit einem Keks zu ärgern...
Sonntag, 16. Dezember 2007
Deutscher Weihnachtsmarkt in Osaka
Ja, den gibts wirklich. Und da laufen sogar echte Deutsche herum! Das Essen ist authentisch, von den "Brötchen" mal abgesehen, und der Glühwein hat sogar Wumms, für japanische Verhältnisse natürlich. Es war sehr faszinierend, quasi die japanische Freakshow-Kitsch-Version eines deutschen Weihnachtsmarktes, inklusive Kirchglockengeläut aus Lautsprechern, unerträglicher Weihnachtsmusik, Tannenbaum und Maskottchen.
Die Drei von der Tankstelle

Chrissis Zwiebel-Schinken-"Brötchen" war sehr lecker.... ach neee, doch nicht.



Ja, der Tannenbaum stand in einer Torte! Besser nicht nach dem Grund fragen...

... genausowenig wie nach der Notwendigkeit eines Maskottchens... aber hey, wir sind schließlich in Japan!

Und wem sind wir dann noch auf dem Weg zur U-Bahn über den weg gelaufen? Julia, die in Kyoto studiert! Genauso wie Basti, den Chrissi einen Tag vorher in Osaka zufällig getroffen hat... Die Welt ist... jaja.
Die Drei von der Tankstelle
Chrissis Zwiebel-Schinken-"Brötchen" war sehr lecker.... ach neee, doch nicht.
Ja, der Tannenbaum stand in einer Torte! Besser nicht nach dem Grund fragen...
... genausowenig wie nach der Notwendigkeit eines Maskottchens... aber hey, wir sind schließlich in Japan!
Und wem sind wir dann noch auf dem Weg zur U-Bahn über den weg gelaufen? Julia, die in Kyoto studiert! Genauso wie Basti, den Chrissi einen Tag vorher in Osaka zufällig getroffen hat... Die Welt ist... jaja.
Noch mehr Fotos von Essen...
... aus purer Gemeinheit... HAHAHAHAHAHAHA!

Das Festmahl hier nennt sich Nabe und ist ein typisches japanisches Wintergericht. Man kocht hauchdünnes Fleisch und Gemüse in Brühe. Einfach, aber un-heim-lich lecker. Und man wird fast nicht fett davon... Hachja, japanische Küche...

Gegessen haben wir mit Kazuma aus dem Wandervogel-Club, mit dem Chrissi und ich mittwochs immer Tandemlernen. Sayaka, eine Freundin von ihm, hat uns netterweise hingefahren. Das war sehr angenehm, weil wir nach dem Essen nur noch kugeln, nicht mehr kaufen konnten.




Und zum Nachtisch Matcha-Eis.... Um es mit den Worten des nervigen Kindes aus der Seitenbacher-Müsli-Werbung, die mich hier Gottseidank nicht mehr in den Wahnsinn treiben kann, zu sagen: Leckerleckerleckerleckerlecker...
Das Festmahl hier nennt sich Nabe und ist ein typisches japanisches Wintergericht. Man kocht hauchdünnes Fleisch und Gemüse in Brühe. Einfach, aber un-heim-lich lecker. Und man wird fast nicht fett davon... Hachja, japanische Küche...
Gegessen haben wir mit Kazuma aus dem Wandervogel-Club, mit dem Chrissi und ich mittwochs immer Tandemlernen. Sayaka, eine Freundin von ihm, hat uns netterweise hingefahren. Das war sehr angenehm, weil wir nach dem Essen nur noch kugeln, nicht mehr kaufen konnten.
Und zum Nachtisch Matcha-Eis.... Um es mit den Worten des nervigen Kindes aus der Seitenbacher-Müsli-Werbung, die mich hier Gottseidank nicht mehr in den Wahnsinn treiben kann, zu sagen: Leckerleckerleckerleckerlecker...
Dahft-Pünk
Eigentlich ja Daft Punk (sprich: Daaft Panck), um die beiden Musiker aus Frankreich aber authentischer darzustellen, benutze ich mal die Artikulation des ebenfalls aus dem Land des Weins und Käses stammenden Tony, der mit Karina und mir auf dem Konzert war. Leider konnten wir drei entgegen unserer Hoffnung asolut gar keine Vorteil daraus ziehen, dass Tony die gleiche Herkunft hatte wie Daft Punk... "Dürfen wir bitte gleich durch zum Backstagebereich? Ja, wir haben echtes Baguette und einen echten Franzosen dabei, wir können kommunizieren! ...Merci beaucoup!".

Das Konzert war aber trotzdem gut, die Japaner auch gut gelaunt, und nachdem die anfängliche überschwängliche Begeisterung sich normalisierte, konnte man sogar wieder seinen Brustkorb frei entfaltend atmen und sich sogar bewegen.

Daft Punk haben noch nie ihre Gesichter in der Öffentlichkeit gezeigt, deshalb standen sie auch diesmal in den beiden Roboterkostümen, in denen sie ihr berühmtes Interview gegeben haben, in einer Art geteilter Pyramide, bedienten ihre Computer und machten ansonsten nicht viel. Die Aktion auf der Bühne bestand hauptsächlich aus der aufwändigen Beleuchtung und dem riesigen Bildschirm im Hintergrund. Ein bisschen wie bei Kraftwerk-Konzerten...


Als Aufwärmer spielten eine komische britische Band, bestehend aus vier jungen Männern in sehr, sehr engen schwarzen 80er-Karotten-Hosen, danach eine ebenfalls schwarz belederte japanische Gruppe, deren Musikrichtung ich absolut nicht einschätzen kann, die ich aber recht gut fand, genauso wie die ganzen Japaner um mich rum, die das Stadium in eine Art Wellenbad verwandelten, indem die ganze Menschenmasse immer wieder vor- und zurückschwappte.

Natürlich fuhr dann um Mitternacht kein Zug mehr zurück nach Tenri (?? Ganz Kansai ein einziges Stadtgebiet, aber man kommt ab 11 wirklich nirgendswo mehr hin mit dem Zug...), also sind wir nach Osaka und wurden von einem freundlichen Koban-Polizist in ein Manga-Cafe gelotst. (Koban= kleine Kabäuschen mit Polizisten, fast an jeder Ecke in Japan, sehr zu empfehlen).

Manga-Cafes sind eigentlich, wie der Name schon sagt, zum Lesen und Internetten gedacht, aber auch eine gute Möglichkeit, billig in einer Stadt zu übernachten. Man mietet einfach eine Art Kabine, in dem ein PC und ein kleiner Safe stehen, ausgelegt mit einer Art dicken Yoga-Matte. Dann holt man sich eine Decke und ein Käffchen aus der All-You-Can-Drink-Bar und geht ins Internet oder döst gemütlich.
Das Konzert war aber trotzdem gut, die Japaner auch gut gelaunt, und nachdem die anfängliche überschwängliche Begeisterung sich normalisierte, konnte man sogar wieder seinen Brustkorb frei entfaltend atmen und sich sogar bewegen.
Daft Punk haben noch nie ihre Gesichter in der Öffentlichkeit gezeigt, deshalb standen sie auch diesmal in den beiden Roboterkostümen, in denen sie ihr berühmtes Interview gegeben haben, in einer Art geteilter Pyramide, bedienten ihre Computer und machten ansonsten nicht viel. Die Aktion auf der Bühne bestand hauptsächlich aus der aufwändigen Beleuchtung und dem riesigen Bildschirm im Hintergrund. Ein bisschen wie bei Kraftwerk-Konzerten...
Natürlich fuhr dann um Mitternacht kein Zug mehr zurück nach Tenri (?? Ganz Kansai ein einziges Stadtgebiet, aber man kommt ab 11 wirklich nirgendswo mehr hin mit dem Zug...), also sind wir nach Osaka und wurden von einem freundlichen Koban-Polizist in ein Manga-Cafe gelotst. (Koban= kleine Kabäuschen mit Polizisten, fast an jeder Ecke in Japan, sehr zu empfehlen).
Manga-Cafes sind eigentlich, wie der Name schon sagt, zum Lesen und Internetten gedacht, aber auch eine gute Möglichkeit, billig in einer Stadt zu übernachten. Man mietet einfach eine Art Kabine, in dem ein PC und ein kleiner Safe stehen, ausgelegt mit einer Art dicken Yoga-Matte. Dann holt man sich eine Decke und ein Käffchen aus der All-You-Can-Drink-Bar und geht ins Internet oder döst gemütlich.
Samstag, 8. Dezember 2007
Was zum Appetitanregen...
Kimono-Contest
Wie alle traditionellen Künste in Japan wurde natürlich auch das Kimonotragen und vor allem das -Anziehen zur Perfektion gebracht. Und wer unter Beweis stellen will, dass er diese Kunst beherrscht, kann an einem Kimono-Contest teilnehmen. So auch Patricia, die dies mehr oder weniger freiwillig tat.

Bei einem Kimono-Contest geht es darum, eben möglichst perfekt einen Kimono anzuziehen, den Obi möglichst perfekt zu binden, und sich möglichst elegant darin zu bewegen. Natürlich gibt es auch ein Zeitlimit. Alles gar nicht so einfach...
Hier die Furisode, Kimono, die von unverheirateten Frauen zu offiziellen Anlässen getragen werden. Sie sind sehr farbenprächtig und die Ärmel sehr lang. Auch die Frisuren zum Furisode sind auffallend, im Gegensatz zum eher schlichten Tomesode, der von verheirateten Frauen zu offiziellen Anlässen getragen wird.
Der Tomesode ist überwiegend schwarz, bis auf den Saum. Der Obi ist oft goldfarbig verziert und wahnsinnig teuer. An beiden Schultern und auf dem Rücken unterhalb des Nackens und auf beiden Schulterblättern sind die Familienwappen in Weiß eingestickt. Tomesode sind weniger auffallend als Furisode, anscheinend müssen die Frauen darin nicht mehr groß auffallen, sondern möglichst elegant und teuer aussehen, ihrer gesellschaftlichen Position entsprechend.
Die Männer durften auch mal zeogen, wie toll sie sich anziehen können. Der Hakama besteht aus einem kurzen Kimono, über den eine Art Rock und eine Jacke getragen wird.

Es gab auch einen Wettbewerb für Kinder, was ganz putzig anzusehen war, vor allem das Interview mit der Moderatorin des Contests.


Und dann war Patricia an der Reihe, die ihre Sache ziemlich gut machte.


Sie hat letztendlich nicht gewonnen, was aber, wie sie versicherte, nicht schlimm sei, so blieben ihr die weiteren Contests in Tokyo erspart.
Sie schien aber trotzdem ihren Spaß gehabt zu haben.

Bei einem Kimono-Contest geht es darum, eben möglichst perfekt einen Kimono anzuziehen, den Obi möglichst perfekt zu binden, und sich möglichst elegant darin zu bewegen. Natürlich gibt es auch ein Zeitlimit. Alles gar nicht so einfach...
Hier die Furisode, Kimono, die von unverheirateten Frauen zu offiziellen Anlässen getragen werden. Sie sind sehr farbenprächtig und die Ärmel sehr lang. Auch die Frisuren zum Furisode sind auffallend, im Gegensatz zum eher schlichten Tomesode, der von verheirateten Frauen zu offiziellen Anlässen getragen wird.
Der Tomesode ist überwiegend schwarz, bis auf den Saum. Der Obi ist oft goldfarbig verziert und wahnsinnig teuer. An beiden Schultern und auf dem Rücken unterhalb des Nackens und auf beiden Schulterblättern sind die Familienwappen in Weiß eingestickt. Tomesode sind weniger auffallend als Furisode, anscheinend müssen die Frauen darin nicht mehr groß auffallen, sondern möglichst elegant und teuer aussehen, ihrer gesellschaftlichen Position entsprechend.
Es gab auch einen Wettbewerb für Kinder, was ganz putzig anzusehen war, vor allem das Interview mit der Moderatorin des Contests.

Sie hat letztendlich nicht gewonnen, was aber, wie sie versicherte, nicht schlimm sei, so blieben ihr die weiteren Contests in Tokyo erspart.
Sie schien aber trotzdem ihren Spaß gehabt zu haben.
Tokyo
Jetzt endlich der Bericht über Tokyo... Jaja, etwas spät, dafür aber lang. Chrissi, Dreux und ich sind mit dem Nachtbus nach Tokyo gefahren. War eine kurze Nacht, dafür aber recht unterhaltsam. Eine alte Dame, die vor uns saß, war sehr gesprächig und auch etwas verrückt, glaube ich. Wir kamen um 6 Uhr in Tokyo an, also eine gute Gelegenheit, auf den Fischmarkt in Tsukuji zu gehen.
Er ist der größte Fischmarkt der Welt, und los gehts jeden Morgen um fünf, wenn die Thunfischauktionen stattfinden. Die muss man sich vorstellen wie eine Börse, Verkäufer rattern die Angebote herunter und die Käufer überbieten sich gegenseitig. Leider darf man als Tourist nicht dabeisein, aber man würde wahrscheinlich eh nichts verstehen, die Fischhändler haben eine ganz eigene Sprache, in der sie sich in unglaublicher Geschwindigkeit zubrüllen.
Also sind wir über den Markt gelaufen, wo jeder sehr geschäftig und wuselig war. Ich hatte den Eindruck, überall im Weg zu stehen, als wäre man das Sandkorn im gut geölten Zahnrad des Marktes. Überall wurde gekauft, verkauft, geschnitten, entschuppt, Eis geliefert, gefrorener Thunfisch herumgefahren, Kisten gepackt und auf halsbrecherisch rasenden Minitransportern irgendwo hingebracht,... Natürlich haben wir ordentlich Appetit bekommen in all den Massen an Muscheln, Krebsen, Fischen, Oktopussen, Aalen, Thunfischen, Krabben, Algen,...



Danach mussten wir natürlich erst einmal etwas essen gehen.

Als nächstes ging es auf den Tokyo Tower.
Er hat zwei Aussichtsplattformen und ist dem Eiffelturm nachempfunden. Quasi Pflicht für Touristen. Man hatte auch einen schönen Blick über Tokyo, vor allem bei dem guten Wetter...
Vom Turm wurde einem das unfassbare Ausmaß von Tokyo wenigstens ansatz-
weise bewusst.
Wohin man auch sah, war Tokyo. Häuser, Häuser, Häuser bis zum Horizont. Wir hätten auch den Fuji-san gesehen, wenn nicht ausgerechnet davor eine Wolke gehangen hätte, die sich einfach nicht wegbewegen wollte.

Das Eingangstor zum Meiji-
Schrein.


Geschlafen haben Chrissi und ich in einer Jugendherberge im 19. Stock eines Hochhauses. Hier der Blick aus unserem Zimmer. (Und auch aus dem Bad... herrlich). Nach dem Tag hatten wir natürlich keinerlei Einschlafprobleme.
Herr Asakawa, der Juraprofessor, mit dem wir uns zum Deutschsprechen treffen, hatte uns erzählt, dass es in Tokyo gerade eine Vermeer-Ausstellung gab. Da wollten wir natürlich hin. Die 20 Minuten Anstehen waren für einen MoMA-in-Berlin-Besucher natürlich ein Kindergeburtstag. Leider stellte sich die Ausstellung aber als Flop heraus. Es war keine Vermeer-Ausstellung, sondern eine Sammlung des Rijksmuseums in Amsterdam mit EINEM Bild von Vermeer, der Milchmagd. Das wäre ja noch akzeptabel gewesen. Wenn nicht alle 3 Millionen Pendler, die jeden Tag in Shinjuku ihre Züge wechseln, sich alle ins Museum gequetscht hätten. Kein Durchkommen zu den Bildern, nur eine einzige Menschenrtaube, die sich durch die Räume schob. Entnervt sind Chrissi und ich dann einen Kaffee auf der Terrasse des Museums trinken gegangen, und hatten ein Pläuschchen mit zwei netten japanischen Damen, was die Stimmung ein wenig hob.

Nicht weit vom Museum waren die Roppongi-Hills, ein riesiger Gebäudekomplex, in dem sich Wohnräume, Büros, Geschäfte, Kinos, Museen, Restaurants, Cafes, ein ganzes Hotel und TV Asai befinden, also quasi eine Stadt in der Stadt.

Hier waren wir ein wenig schlendern und shoppen.
Shoppen wollten wir auch in Aoyama, einem Viertel, das bekannt dafür ist, fast ausschließlich aus Klamottenläden zu bestehen. Hier konnte man auch wirklich gut einkaufen, und erstaunlich war, dass es gleich mehrere Läden nur für Männer gab. Ein sehr ungewöhnlicher Anblick. Männer, nicht erschöpft und genervt mit Tüten bepackt auf einem Sessel in "Auto Motor und Sport" lesend und auf die Freundin wartend, sondern wirklich aktiv einkaufend! Aber ist ja kein Wunder in einem Land, in dem Metrosexualität offenbar erfunden wurde.
Leider ist es für jemanden mit einer statur, die nicht der eines 10-jährigen jungens entspricht, nicht sehr leicht, in Japan Klamotten zu finden. und wenn man dann auch noch mit Schuhgröße 41 gesegnet ist, wird Einkaufen wirklich kompliziert...

Die berühmte Kreuzung in Shibuya stand natürlich auch auf dem Programm...

... und schon war wieder ein Tag rum. Ein schönes Bad und ab ins Hochbett der Jugendherberge...

Am nächsten Tag ging es dann nach auf die Ginza, die Edel-Einkaufsmeile in Tokyo. Wir kamen an bestimmt 5 Louis-Vuitton-Läden vorbei, was aber kein Wunder ist, weil hier mindestens jeder zweite Japaner irgendwas von Vuitton hat, um in logobedrucktem Leder seine Zugehörigkeit zur Konsumgesellschaft zu zeigen.

Die Hauptstraßen waren für Autos gesperrt, wodurch man ganz entspannt herumschlendern konnte...
Er ist der größte Fischmarkt der Welt, und los gehts jeden Morgen um fünf, wenn die Thunfischauktionen stattfinden. Die muss man sich vorstellen wie eine Börse, Verkäufer rattern die Angebote herunter und die Käufer überbieten sich gegenseitig. Leider darf man als Tourist nicht dabeisein, aber man würde wahrscheinlich eh nichts verstehen, die Fischhändler haben eine ganz eigene Sprache, in der sie sich in unglaublicher Geschwindigkeit zubrüllen.

Danach mussten wir natürlich erst einmal etwas essen gehen.
Als nächstes ging es auf den Tokyo Tower.
Er hat zwei Aussichtsplattformen und ist dem Eiffelturm nachempfunden. Quasi Pflicht für Touristen. Man hatte auch einen schönen Blick über Tokyo, vor allem bei dem guten Wetter...
weise bewusst.
Wohin man auch sah, war Tokyo. Häuser, Häuser, Häuser bis zum Horizont. Wir hätten auch den Fuji-san gesehen, wenn nicht ausgerechnet davor eine Wolke gehangen hätte, die sich einfach nicht wegbewegen wollte.
Das Eingangstor zum Meiji-
Schrein.
Geschlafen haben Chrissi und ich in einer Jugendherberge im 19. Stock eines Hochhauses. Hier der Blick aus unserem Zimmer. (Und auch aus dem Bad... herrlich). Nach dem Tag hatten wir natürlich keinerlei Einschlafprobleme.
Nicht weit vom Museum waren die Roppongi-Hills, ein riesiger Gebäudekomplex, in dem sich Wohnräume, Büros, Geschäfte, Kinos, Museen, Restaurants, Cafes, ein ganzes Hotel und TV Asai befinden, also quasi eine Stadt in der Stadt.
Hier waren wir ein wenig schlendern und shoppen.
Shoppen wollten wir auch in Aoyama, einem Viertel, das bekannt dafür ist, fast ausschließlich aus Klamottenläden zu bestehen. Hier konnte man auch wirklich gut einkaufen, und erstaunlich war, dass es gleich mehrere Läden nur für Männer gab. Ein sehr ungewöhnlicher Anblick. Männer, nicht erschöpft und genervt mit Tüten bepackt auf einem Sessel in "Auto Motor und Sport" lesend und auf die Freundin wartend, sondern wirklich aktiv einkaufend! Aber ist ja kein Wunder in einem Land, in dem Metrosexualität offenbar erfunden wurde.
Leider ist es für jemanden mit einer statur, die nicht der eines 10-jährigen jungens entspricht, nicht sehr leicht, in Japan Klamotten zu finden. und wenn man dann auch noch mit Schuhgröße 41 gesegnet ist, wird Einkaufen wirklich kompliziert...
Die berühmte Kreuzung in Shibuya stand natürlich auch auf dem Programm...
... und schon war wieder ein Tag rum. Ein schönes Bad und ab ins Hochbett der Jugendherberge...
Am nächsten Tag ging es dann nach auf die Ginza, die Edel-Einkaufsmeile in Tokyo. Wir kamen an bestimmt 5 Louis-Vuitton-Läden vorbei, was aber kein Wunder ist, weil hier mindestens jeder zweite Japaner irgendwas von Vuitton hat, um in logobedrucktem Leder seine Zugehörigkeit zur Konsumgesellschaft zu zeigen.
Die Hauptstraßen waren für Autos gesperrt, wodurch man ganz entspannt herumschlendern konnte...
Tokyo Teil II
Weiter ging es in den Ueno-Park. Im Gegensatz zu Osaka kann man in Tokyo noch ein paar Grünflächen finden, aber natürlich sind auch die voller Menschen, gerade bei schönem Wetter. Und einen Haufen Tiere, hauptsächlich Geflügel, und das nicht nur im angrenzenden Zoo.
Die Enten zum Beispiel waren ganz begeistert von den Spaziergängermassen, die öfter mal ein Stückchen an den vielen Imbisständen gekauftes Brotartiges fallen ließen, und haben ihnen sogar -Achtung, Steffi, jetzt kommt's- aus der Hand gefressen.
Die Möwen kamen auch nicht zu kurz...
"Moooooins!"
Eine sehr schöne japanische Szene, wie ich finde... Einen kleinen Flohmarkt gab es auch noch im Park, alles in allem also ein sehr entspannender Ort, was für unseren nach drei Tagen Rumgerenne relativ hohen Erschöpfunggrad sehr passend war.
Hier konnte man sich von einem Orakel eine Vorhersage zur eigenen Zukunft machen lassen. Man bezahlt 100 Yen, und schüttelt einen große Blechdose, bis ein langes Holzstäbchen herausfällt. Dann entnimmt man der Schublade mit der gleichen Nummer, die auch auf dem Holzstäbchen steht, einen Zettel, auf dem geschrieben ist, wie es so um die eigene Zukunft bestellt ist. Ich mache kein Geheimnis daraus, dass meine laut dem Zettelchen auf gut Deutsch relativ beschissen aussieht. Ich soll auf keinen Fall eine Reise begehen; sollte ich krank sein, dauert die Krankheit länger als erwartet an, bin ich nicht krank, werde ich es. Berufs- und Privatleben sind auch nicht gerade rosig, und falls ich vorhabe, ein Haus zu bauen oder umzuziehen, sollte ich von diesen Vorhaben auch die Finger lassen... An den Blicken der anderen Leuten zu urteilen, riet ihnen ihr Zettelchen anscheinend auch, am Besten die nächsten fünf Jahre einfach das Bett nicht mehr zu verlassen. Ich habe mein Zettelchen natürlich am Tempel aufgehängt, was das vorhergesagte Schicksal angeblich abmildern soll.
Hier konnte man siuch mit Rauch bewedeln, ein Reinigungsritual.
Weiter ging es nach Shibuya. Im Video sieht man mal, wie kuschelig es dort Samstags abends ist...
Geschlafen haben Chrissi und ich in einem Manga-Kissa in Shinjuku, also einem Internetcafe, in dem man auch Comics, Bücher und Zeitschriften usw lesen kann und was eine ganz angenehme möglichkeit ist, in einer Großstadt zu schlafen, aber dazu später mehr. Das Kapselhotel, in dem wir ursprünglich schlafen wollten, gab es leider nicht mehr (und es gibt nur zwei Kapselhotels in ganz Tokyo, in dem auch Frauen schlafen können... also jetzt nur noch eins).
Am letzten Tag waren wir in Harajuku, dem bekanntesten Modeviertel in Tokyo. Da, wo immer die ganzen verkleideten Leute rumlaufen (die an dem Tag aber nicht sooo zahlreich und verrückt waren, wie wir gehofft haben). Sehr interessant waren die Läden, bzw. deren Waren, leider durfte man aber nicht fotographieren...
Es war sehr schön, weil wir gerade zum richtigen Moment ankamen, sodass wir den Sonnenuntergang mitbekamen (der sehr schnell ist in Japan..).
Auch die anderen Besucher waren ganz bezaubert.
Weil wir gerade in der Gegend waren, sind wir auch noch ins Park Hyatt Hotel gegangen. Laut Chrissis Reiseführer ist das nämlich das Hotel, in dem "Lost In Translation" gedreht wurde.
Ganz nach japanischer Mentalität, nach der man auch als Normalverdiener in die Luxusklamottenläden gehen kann, weil ja schließlich jeder das Recht haben sollte, schöne Dinge zu genießen, und sei es nur durch Ansehen und nicht durch Kaufen, hat uns die Empfangsdame auch erlaubt, nach oben ins Hotel zu fahren, um uns dort ein wenig umzusehen.
Erst wollten wir ein Glas Wein der Bar trinken. Nachdem wir aber sahen, dass eine Tasse Tee 1500 Yen kostet (9 Euro!!), haben wir davon aber Abstand genommen und sind lieber ein bisschen durch die mit dicken Teppichen ausgelegten Flure gewandert und haben Pläne bezüglich dem Heiraten sehr reicher, sehr herzanfälliger Japaner gemacht, um einmal auch ein paar Tage im Hotel als Gäste verbringen zu können.
Hier ein Blick aus dem Hotel. Links ist der Turm, in dem sich unter einem Glasdach der Pool befindet, in dem Bill Murray im Film geschwommen ist...
Als schönen Ausklang des Tages und der Reise sind wir danach in ein Onsen gegangen, das der Lonely Planet empfiehlt. Gebäude und Besitzerin waren sehr schrullig und sehr einladend. Das Onsen-Mineralwasser wurde aus 500 Metern Tiefe heraufgepumpt und war so schwarz, dass man seine Unterarme nicht mehr sehen konnte, wenn man in der Wanne saß. Etwas seltsam, aber man gewöhnte sich daran, genauso wie an die 43°. Nach dem Bad haben dort noch etwas gegessen und wurden von einer Japanerin, die sehr gut Englisch konnte, angequatscht. Sie hat uns eingeladen, dass sie uns ein wenig herumführt, und uns die Stadt zeigt wenn wir das nächste Mal in Tokyo sind. Sehr entspannt und sehr müde ging es dann zum Bus und ab nach Tenri... Und dort für mich gleich ab ins Bett.
Samstag, 1. Dezember 2007
Wandern in Yoshino Klappe die Zweite
So, nachdem ich überall Beschwerden bekommen habe über die fehlenden Bilder, schreibe ich den Eintrag nochmal... Da ich aber keine Lust habe, Text und Bilder zum x-ten Mal zusammenzubasteln, gibts den ganzen Text und dann die Bilder alle auf einmal... Büschn wat zum Scrollen, ne? (Beschwerden über Sehnscheidenentzündungen werden NICHT angenommen)... Viel Spaß und hoffentlich klappts...
Ursprünglicher Text:
Waren letztens mit den Wandervögeln zur Abwechslung mal nicht Karten spielen, sondern wandern! Und diesmal hat auch alles geklappt, was wohl hauptsächlich daran lag, dass wir in Yoshino unterwegs waren, Kazuma wohnt dort und kennt sich von daher gut in der Gegend aus.
Der Tenkawa fließt durch Yoshino, er und die Umgebung gehören zum Weltnaturerbe, man kann sich also vorstellen, dass es ganz bezaubernd war, besonders weil die meisten Bäume sich schon verfärbt hatten.
Viel zu sagen gibts jetzt nicht mehr, daher lasse ich mal die Bilder sprechen (siehe unten, wie gesagt)...
Hier (also irgendwo unten) haben wir quasi IM Wasserfall gesessen und zu Mittag gegessen. Im Sommer kann man hier schwimmen, was natürlich unbedingt gemacht werden muss. Das glasklare türkise Wasser war schon so im kalten Herbst sehr einladend...
Hier (s.u., schon klar) waren wir in einer Tropfsteinhöhle, aber nicht lange, weil die Jungs Angst vor den herumschwirrenden und von den Felsen hängend schlafenden Fledermäusen hatten, die Tiffys.
Als krönenden Abschluss sind wir dann noch in ein Onsen gegangen. Chrissi und ich waren fast alleine, und es gab ein sehr schönes Rotemburo (Außenbecken) mit Blick auf den Fluss und die farbig bewaldeten Berge... Seeehr entspannend.
Am gleichen Abend haben Chrissi und ich dann die Rucksäcke gepackt und sind mit dem Nachtbus nach Tokyo...













Ursprünglicher Text:
Waren letztens mit den Wandervögeln zur Abwechslung mal nicht Karten spielen, sondern wandern! Und diesmal hat auch alles geklappt, was wohl hauptsächlich daran lag, dass wir in Yoshino unterwegs waren, Kazuma wohnt dort und kennt sich von daher gut in der Gegend aus.
Der Tenkawa fließt durch Yoshino, er und die Umgebung gehören zum Weltnaturerbe, man kann sich also vorstellen, dass es ganz bezaubernd war, besonders weil die meisten Bäume sich schon verfärbt hatten.
Viel zu sagen gibts jetzt nicht mehr, daher lasse ich mal die Bilder sprechen (siehe unten, wie gesagt)...
Hier (also irgendwo unten) haben wir quasi IM Wasserfall gesessen und zu Mittag gegessen. Im Sommer kann man hier schwimmen, was natürlich unbedingt gemacht werden muss. Das glasklare türkise Wasser war schon so im kalten Herbst sehr einladend...
Hier (s.u., schon klar) waren wir in einer Tropfsteinhöhle, aber nicht lange, weil die Jungs Angst vor den herumschwirrenden und von den Felsen hängend schlafenden Fledermäusen hatten, die Tiffys.
Als krönenden Abschluss sind wir dann noch in ein Onsen gegangen. Chrissi und ich waren fast alleine, und es gab ein sehr schönes Rotemburo (Außenbecken) mit Blick auf den Fluss und die farbig bewaldeten Berge... Seeehr entspannend.
Am gleichen Abend haben Chrissi und ich dann die Rucksäcke gepackt und sind mit dem Nachtbus nach Tokyo...
Dienstag, 20. November 2007
In Kyoto mit Edwards-Sensei
Chrissi und ich haben uns mal einen der Exkursionen von Edwards-Sensei, unserem Geschichtsprofessor, angeschlossen. Um kurz nach acht gings los, nachdem wir zwei am Bahnhof standen und uns wunderten, ob das Ganze überhaupt stattfindet, weil weder Studenten noch Mister Edwards auftauchten. Kurz bevor der Zug fuhr und wir schon überlegten, ob man sich vielleicht hätte anmelden sollen, und ob wir umkehren und uns lieber wieder schlafen legen sollten anstatt blöde am Bahnhof rumzustehen wie bestellt und nicht abgeholt, stand plötzlich, wie aus dem Nichts, Mister Edwards vor uns. Wir hetzten zum Ticketschalter und erreichten noch unseren Zug. Wir fielen in die Polster und machten uns Sorgen, ob nun nur wir zwei alleine mit Mister Edwards unterwegs sind und den ganzen Tag ununterbrochen aufpassen müssen und wie man den Tag übersteht, ohne es unangenehm zu finden, alleine mit dem Sensei unterwegs zu sein. In Kyoto trafen wir dann aber noch auf andere Studenten, was wesentlich zu unserer Entspannung beitrug.

Ein Teil unserer Truppe, ganz rechts Mister Edwards.
Erste Station war Nijo-jo, die ehemalige Residenz des Shogun in Kyoto (zu Zeiten, als alle Macht Japans in den Händen des Shogunats lag und der Kaiserhof allein daher noch exisitierte, weil ihre Herkunft auf die Sonnengottheit Amaterasu zurückgeführt wurde). Der Shogun wollte mit diesem Schloss unter anderem seine Macht repräsentieren, und im Vergleich zum eher unscheinbaren Kaiserhof halten viele Touristen das prunkvolle Schloss fälschlicherweise für den Palast des Tenno. Jetzt ist es Weltkulturerbe.


Das prächtige Eingangstor zum Schloss.

Schön Schühchen ausziehen und rein. Vom Inneren des Schlosses durfte man leider keine Fotos machen, unter anderem, damit die Wandmalereien nicht ausbleichen. Interessant waren die Nachtigallböden, die so konstruiert sind, dass sie quietschende Geräusche machen, sobald man sie betritt, und die um das ganze Schloss verlaufen, sodass jeder Eindringling sofort bemerkt wurde. Dies war nötig, um das Leben des Shogun zu schützen, genauso wie die Regel, dass nur Vertraute des Shogun bis in das Innere des Schlosses vordringen durfte, der Rest durfte nur bis in den mittleren Bereich, und die Menschen, die am wenigsten vertrauenswürdig waren, durften nur bis in die Gemächer ganz am Rand.
Auch war in jedem Audienzraum neben dem Platz des Shogun eine kleine Tür, hinter der sich seine Leibwächter befanden und die jederzeit herausspringen konnte, wenn Gefahr drohte.

Auch die Parks des Schlosses waren sehenswert und ist nicht mal annähernd mit Fotos wiederzugeben.



Kleine Fotosession im Laub...
... und dann ging es gemütlich weiter zum Kiyomizu-
dera.

Auf dem Weg dorthin sind wir zwei Maiko begegnet! Um die beiden Geisha in Ausbildung hatte sich eine richtige Menschentraube gebildet, jeder wollte ein gemeinsames Foto. Ich kam mir vor wie in einem Zoo, dass die beiden nicht noch gefüttert wurden, ist wirklich erstaunlich... (jaaaa, ich gebs ja zu, ich war auch nicht besser... Echte Maiko!!! Waaaaaaahnsinn!)


Wie sich erausstellte, war Mister Edwards auch gar nicht so verkniffen, wie wir anfangs dachten. Er war sogar ausgesprochen gut drauf und machte andauernd Faxen...

Und dann sahen wir gleich nochmal zwei Maiko! Die eine sogar mit Handy...

So elegant wie möglich (diese engen Kimono und Geta sind aber auch eine Crux!) staksten sie die Treppe herunter...

... und verschwanden irgendwann in der Menge...



Und dann hatten wir sogar noch das Glück, eine Hochzeitsgesellschaft im japanischen Stil zu sehen!
Sie wanderten für fünf Minuten von einem Gebäude zum nächsten, ehrfürchtig beobachtet von einer ehrfürchtigen Menschentraube...
Die Braut musste die ganze Zeit gestützt werden, diese Hochzeitskimono sind, so elegant sie auch aussehen, anscheinend höllisch schwer und umständlich, und das wäre ja eine Katastrophe, wenn die Braut bei der Hochzeit umkippt...

Das war wirklich ein sehr schöner Tag... Achja, und hier sieht man nochmal, wie überfüllt es in der Stadt war:
Ein Teil unserer Truppe, ganz rechts Mister Edwards.
Erste Station war Nijo-jo, die ehemalige Residenz des Shogun in Kyoto (zu Zeiten, als alle Macht Japans in den Händen des Shogunats lag und der Kaiserhof allein daher noch exisitierte, weil ihre Herkunft auf die Sonnengottheit Amaterasu zurückgeführt wurde). Der Shogun wollte mit diesem Schloss unter anderem seine Macht repräsentieren, und im Vergleich zum eher unscheinbaren Kaiserhof halten viele Touristen das prunkvolle Schloss fälschlicherweise für den Palast des Tenno. Jetzt ist es Weltkulturerbe.
Das prächtige Eingangstor zum Schloss.
Schön Schühchen ausziehen und rein. Vom Inneren des Schlosses durfte man leider keine Fotos machen, unter anderem, damit die Wandmalereien nicht ausbleichen. Interessant waren die Nachtigallböden, die so konstruiert sind, dass sie quietschende Geräusche machen, sobald man sie betritt, und die um das ganze Schloss verlaufen, sodass jeder Eindringling sofort bemerkt wurde. Dies war nötig, um das Leben des Shogun zu schützen, genauso wie die Regel, dass nur Vertraute des Shogun bis in das Innere des Schlosses vordringen durfte, der Rest durfte nur bis in den mittleren Bereich, und die Menschen, die am wenigsten vertrauenswürdig waren, durften nur bis in die Gemächer ganz am Rand.
Auch war in jedem Audienzraum neben dem Platz des Shogun eine kleine Tür, hinter der sich seine Leibwächter befanden und die jederzeit herausspringen konnte, wenn Gefahr drohte.
Auch die Parks des Schlosses waren sehenswert und ist nicht mal annähernd mit Fotos wiederzugeben.
Kleine Fotosession im Laub...
... und dann ging es gemütlich weiter zum Kiyomizu-
dera.
Auf dem Weg dorthin sind wir zwei Maiko begegnet! Um die beiden Geisha in Ausbildung hatte sich eine richtige Menschentraube gebildet, jeder wollte ein gemeinsames Foto. Ich kam mir vor wie in einem Zoo, dass die beiden nicht noch gefüttert wurden, ist wirklich erstaunlich... (jaaaa, ich gebs ja zu, ich war auch nicht besser... Echte Maiko!!! Waaaaaaahnsinn!)
Wie sich erausstellte, war Mister Edwards auch gar nicht so verkniffen, wie wir anfangs dachten. Er war sogar ausgesprochen gut drauf und machte andauernd Faxen...
Und dann sahen wir gleich nochmal zwei Maiko! Die eine sogar mit Handy...
So elegant wie möglich (diese engen Kimono und Geta sind aber auch eine Crux!) staksten sie die Treppe herunter...
... und verschwanden irgendwann in der Menge...
Und dann hatten wir sogar noch das Glück, eine Hochzeitsgesellschaft im japanischen Stil zu sehen!
Sie wanderten für fünf Minuten von einem Gebäude zum nächsten, ehrfürchtig beobachtet von einer ehrfürchtigen Menschentraube...
Die Braut musste die ganze Zeit gestützt werden, diese Hochzeitskimono sind, so elegant sie auch aussehen, anscheinend höllisch schwer und umständlich, und das wäre ja eine Katastrophe, wenn die Braut bei der Hochzeit umkippt...
Das war wirklich ein sehr schöner Tag... Achja, und hier sieht man nochmal, wie überfüllt es in der Stadt war:
Herbst in Japan...
... ist schon was Tolles. Die Bäume nehmen alle Farben von Zitronengelb über alle möglichen Rottöne bis hin zu Rostbraun an, und die strahlende Sonne setzt das Ganze jeden Tag aus Neue in Szene.


Kein Wunder, dass es die Japaner in die Parks und Wälder zieht und sogar ganze Reisen unternommen werden, um den besten Platz zum Genießen des Herbstes und seiner Farben zu genießen.
Chrissi und ich haben mal mit Nara angefangen. Hier in Kansai hat man die Quahl der Wahl, ein Ort ist schöner als der andere und die Farbpracht währt ja leider nicht lange...

Natürlich durften auch die Shika nicht fehlen, die von den Besuchern gefüttert und bewundert wurden, und die natürlich auch Objekt vieler Fotojäger waren, die sehr zahlreich in Nara unterwegs waren...

"Ohh, alle anderen sind schon drüben... Soll ich jetzt..? Nein, ein Auto... Aber jetzt wage ich es einfach mal..."

"...klappt ja ganz gut, fast drüben... lalalala"

An diesem Stand haben wir uns geröstete Süßkartoffeln gekauft. Der Ofen hat unablässig gepfiffen, was mich wahnsinnig gemacht hätte, aber der Verkäuferin schien es nichts auszumachen.

Schmeckte wie.... naja, wie heiße süße Kartoffel halt. Und hat einem schöööön die Finger gewärmt...

Ein beeindruckend großer Baum mitten im Park.

Als ich mir am Stand ein Päckchen Shika-Kekse kaufte, hat mich irgendetwas dreisterweise an den Oberschenkel geschubst, und als ich mich umdrehte, stand dieses Viech da...
Anscheinend versuchte die Aufmerksamkeit der Shika-Keks-Besitzer aufgrunde fehlender Niedlichkeit öfters durch Kopfnüsse auf sich zu ziehen, weil ihm die Hörner schon vorsichtshalber abgenommen waren...

Ab da hat mich das Viech nicht mehr in Ruhe gelassen und ist mir die ganze Zeit hinterher getrabt. Ich wollte ja eigentlich süße, unschuldige, kulleräugige, nicht-kopfnuss-verteilende Baby-Shika füttern...

Auch die anderen Shika waren etwas dreister als erwartet. Im einen Moment friedlich auf der Wiese grasend, im anderen haben sie einen überallhin verfolgt, egal, wohin man sich gedreht hat...

Chrissi hatte zwar keine Kekse, war aber trotzdem Opfer der Shika-Stalkerbande.


Kleines japanisches Restaurant...


Glücksvorhersage auch auf Englisch? Jaja, schon sehr touristisch in Nara...

Am Tempel konnte man Ema aufhängen, deren Beschrifter um Glück in der Liebe, Beziehung und Ehe baten...
Kein Wunder, dass es die Japaner in die Parks und Wälder zieht und sogar ganze Reisen unternommen werden, um den besten Platz zum Genießen des Herbstes und seiner Farben zu genießen.
Chrissi und ich haben mal mit Nara angefangen. Hier in Kansai hat man die Quahl der Wahl, ein Ort ist schöner als der andere und die Farbpracht währt ja leider nicht lange...
Natürlich durften auch die Shika nicht fehlen, die von den Besuchern gefüttert und bewundert wurden, und die natürlich auch Objekt vieler Fotojäger waren, die sehr zahlreich in Nara unterwegs waren...
"Ohh, alle anderen sind schon drüben... Soll ich jetzt..? Nein, ein Auto... Aber jetzt wage ich es einfach mal..."

"...klappt ja ganz gut, fast drüben... lalalala"
An diesem Stand haben wir uns geröstete Süßkartoffeln gekauft. Der Ofen hat unablässig gepfiffen, was mich wahnsinnig gemacht hätte, aber der Verkäuferin schien es nichts auszumachen.
Schmeckte wie.... naja, wie heiße süße Kartoffel halt. Und hat einem schöööön die Finger gewärmt...
Ein beeindruckend großer Baum mitten im Park.
Als ich mir am Stand ein Päckchen Shika-Kekse kaufte, hat mich irgendetwas dreisterweise an den Oberschenkel geschubst, und als ich mich umdrehte, stand dieses Viech da...
Anscheinend versuchte die Aufmerksamkeit der Shika-Keks-Besitzer aufgrunde fehlender Niedlichkeit öfters durch Kopfnüsse auf sich zu ziehen, weil ihm die Hörner schon vorsichtshalber abgenommen waren...
Ab da hat mich das Viech nicht mehr in Ruhe gelassen und ist mir die ganze Zeit hinterher getrabt. Ich wollte ja eigentlich süße, unschuldige, kulleräugige, nicht-kopfnuss-verteilende Baby-Shika füttern...
Auch die anderen Shika waren etwas dreister als erwartet. Im einen Moment friedlich auf der Wiese grasend, im anderen haben sie einen überallhin verfolgt, egal, wohin man sich gedreht hat...
Chrissi hatte zwar keine Kekse, war aber trotzdem Opfer der Shika-Stalkerbande.
Kleines japanisches Restaurant...
Glücksvorhersage auch auf Englisch? Jaja, schon sehr touristisch in Nara...
Am Tempel konnte man Ema aufhängen, deren Beschrifter um Glück in der Liebe, Beziehung und Ehe baten...
Japanische Kultur Teil IV: Hikikomori
Aus Wikipedia:
Als Hikikomori (jap. ひきこもり oder 引きこもり, sich einschließen oder gesellschaftlicher Rückzug) werden in Japan Menschen bezeichnet, die sich freiwillig in ihrer Wohnung oder ihrem Zimmer einschließen und den Kontakt zur Gesellschaft auf ein Minimum reduzieren. Der Begriff bezieht sich sowohl auf das soziologische Phänomen als auch auf die Betroffenen selbst, bei denen die Merkmale sehr unterschiedlich ausgeprägt sein können.
[...]
Symptome:
[...]
Hikikomori ziehen sich meist in einen einzigen Raum zurück und kapseln sich von der Umwelt ab. Sie verbringen den Tag mit Schlafen und sind vermehrt nachtaktiv. Einige schaffen es, ihr Zimmer wenigstens nachtsüber zu verlassen, andere verbringen auch die ganze Nacht vor dem Computer oder Fernseher.

Das war um 12 Uhr mittags, bei strahlendem Sonnenschein... Jaja, Japan bietet so einiges für den Konsolenfreund...
Als Hikikomori (jap. ひきこもり oder 引きこもり, sich einschließen oder gesellschaftlicher Rückzug) werden in Japan Menschen bezeichnet, die sich freiwillig in ihrer Wohnung oder ihrem Zimmer einschließen und den Kontakt zur Gesellschaft auf ein Minimum reduzieren. Der Begriff bezieht sich sowohl auf das soziologische Phänomen als auch auf die Betroffenen selbst, bei denen die Merkmale sehr unterschiedlich ausgeprägt sein können.
[...]
Symptome:
[...]
Hikikomori ziehen sich meist in einen einzigen Raum zurück und kapseln sich von der Umwelt ab. Sie verbringen den Tag mit Schlafen und sind vermehrt nachtaktiv. Einige schaffen es, ihr Zimmer wenigstens nachtsüber zu verlassen, andere verbringen auch die ganze Nacht vor dem Computer oder Fernseher.

Das war um 12 Uhr mittags, bei strahlendem Sonnenschein... Jaja, Japan bietet so einiges für den Konsolenfreund...
Lecker Okonomiyaki...
Waren letztens mal wieder Okonomiyaki essen, also eine Art japanische Pizza, in deren Teig man nach Belieben Gemüse, Meeresfrüchte, Fleisch, Käse etc. mischen kann. Der Teig wird von beiden seiten gebraten, dann mit Soße bestrichen, dann kommen Mayonnaise und Bonitoflocken drauf (getrockneter, sehr dünn gehobelter Thunfisch), und zu guter Letzt Algenflöckchen. Sehr lecker. In unserem Fall konnte man die Okonomiyaki selbst auf einer heißen Platte am Tisch zubereiten.
Sonntag, 18. November 2007
Nicolos Durchbruch zum japanischen Theater-Superstar
Letztens war Unifest, also vier Tage Feierei auf dem Campus, auf die sich die Studenten wochenlang vorbereiten. Es gibt Imbissbuden mit Selbsgekochtem, Konzerte, Ausstellungen, Gewinnspiele und Theaterstücke. Unter anderem eines der japanischen Deutschstudenten im ersten Semester.

20 Minuten land führten die Studenten ein Theaterstück auf, in dem es um das Müllproblem ging, irgendwie in den Rahmen von Grimms Märchen gebracht. Und es war komplett auf Deutsch, was erstaunlich war, denn die Schauspieler lernten gerade mal seit ein paar Wochen Deutsch. (Was besonders Nicolo zu verdanken ist, der den Theaterleuten tagelang bei Aussprache etc. half).


Das ist übrigens Uwe, der Deutschlehrer. Ich lasse das Bild mal für sich sprechen...
Außerdem gab es noch ein Theaterstück, das die Austauschstudenten auf Japanisch spielten.

Hier kam jetzt Nicolo ganz groß raus... Er trug wesentlich zur Unterhaltung der Zuschauer bei, als er in Jogginghose und offenen Sandalen auf die Bühne geschlurft kam und mehr oder weniger gekonnt seinen Text vortrug...

... mehrmals seinen Einsatz verpasste und auf seinen Text, auf Spickzetteln an die Kulisse gepinnt, schielte...

Weil er seine Sache aber doch ganz gut gemacht hat, gabs zum Schluss ein paar Blümchen. Zusammen mit seinem Kissen, das er als Kulisse mitgebracht hat, lieferte Nicolo also folgendes Bild ab, als er durch die Uni lief:
20 Minuten land führten die Studenten ein Theaterstück auf, in dem es um das Müllproblem ging, irgendwie in den Rahmen von Grimms Märchen gebracht. Und es war komplett auf Deutsch, was erstaunlich war, denn die Schauspieler lernten gerade mal seit ein paar Wochen Deutsch. (Was besonders Nicolo zu verdanken ist, der den Theaterleuten tagelang bei Aussprache etc. half).
Das ist übrigens Uwe, der Deutschlehrer. Ich lasse das Bild mal für sich sprechen...
Außerdem gab es noch ein Theaterstück, das die Austauschstudenten auf Japanisch spielten.
Hier kam jetzt Nicolo ganz groß raus... Er trug wesentlich zur Unterhaltung der Zuschauer bei, als er in Jogginghose und offenen Sandalen auf die Bühne geschlurft kam und mehr oder weniger gekonnt seinen Text vortrug...
... mehrmals seinen Einsatz verpasste und auf seinen Text, auf Spickzetteln an die Kulisse gepinnt, schielte...
Weil er seine Sache aber doch ganz gut gemacht hat, gabs zum Schluss ein paar Blümchen. Zusammen mit seinem Kissen, das er als Kulisse mitgebracht hat, lieferte Nicolo also folgendes Bild ab, als er durch die Uni lief:
Samstag, 17. November 2007
Das deutsche Hockeyteam...
Jaajaa, japanische Organisation... Da wurden wir doch letztens ins Büro für ausländische Studierende der Universität gebeten. Das deutsche Frauennationalhockeyteam komme nach Tenri, hieß es, und ob wir -da wir ja zufällig auch Deutsche und auch noch zu drei Vierteln Frauen sind, also eine gewisse gemeinsame Basis haben- uns nicht in den ersten ein, zwei Tagen um sie kümmern könnten. Wir wüssten schon, zeigen, wo man in Tenri telefonieren und Shampoo kaufen könne, das brauchen Frauen ja, haha. Klar, kein Problem sagten wir. Als Nicolo und ich dann am Tag der Ankunft Herrn Ueda von der japanischen Hockeygesellschaft vorgestellt wurden, begrüßte der uns mit den Worten "ah, ihr seid also die Übersetzer!" -"Ääääh, also eigentlich..." -"...ja wunderbar, dann kümmern Sie sich mal um die Vorstellung zwischen Deutschen und japanern und dann erklären Sie mal der Crew, Spielerin etc. was in den nächsten Tagen so abläuft. Hier ist der Schedule für die nächsten 10 Tage, tragen Sie bitte ein, wer von Ihnen jeweils anwesend ist.".
Jaaa, da wurde unser "Aufgabenbereich" mal eben ausgeweitet. Die nächste Zeit haben wir dann versucht, dem Hockeyteam irgendwie Japan näher zu bringen und umgekehrt. War die meiste Zeit anstregend, hatte aber auch seine guten Seiten, zum Beispiel als wir am Sonntag im Hockeystadium in Osaka versuchten, uns bestmöglich in unsere Rolle als Übersetzer für den deutschen Generalkonsul in Kobe nebst Frau, Herrn und Frau Amelung, einzupassen. Diese beinhaltete nämlich VIP-Lounge und dazugehöriges Essen.

Blick aus der VIP-Lounge, in der ich irgendwie versuchte, die Konversation zwischen Frau Amelung und dem Abt des Todaiji aufrechtzuerhalten... Vielen Dank auch, Herr Ueda (der uns natürlich unablässig auf unsere "Aufgaben" aufmerksam machte und uns von einem ort zum anderen winkte).

Auch sehr interessant war das Halbzeitprogramm, die "Bayernkapelle Osaka", die in Trachten und mit Bayernwappen deutsche Ständchen spielten... Leider habe ich davon kein Foto (bzw. Video, das wohl angebrachter wäre). Es hat an nichts gefehlt, weder an der Tuba noch an der japanischen Sängerin im Dirndl, die "alle Vögel sind schon da" in allerliebsten Japanisch-Akzent trällerte...

Fotosession mit dem Ehepaar Aemlung und den beiden Mannschaftskapitäninnen.

Der Trainer der japanischen Mannschaft, der aussah wie die japanische Version von Clint Eastwood. ("Dieses Hockeyfeld ist nicht groß genug für uns beide...!"

Mit dem Hockeyteam in Kyoto. Kein Kommentar.

Auf dem Rückweg mit dem Trainer der Mannschaft. (Nach einem leckeren Essen in einem ITALIENISCHEN Restaurant -kein Kommentar- und leckerem Wein...).
Jaaa, da wurde unser "Aufgabenbereich" mal eben ausgeweitet. Die nächste Zeit haben wir dann versucht, dem Hockeyteam irgendwie Japan näher zu bringen und umgekehrt. War die meiste Zeit anstregend, hatte aber auch seine guten Seiten, zum Beispiel als wir am Sonntag im Hockeystadium in Osaka versuchten, uns bestmöglich in unsere Rolle als Übersetzer für den deutschen Generalkonsul in Kobe nebst Frau, Herrn und Frau Amelung, einzupassen. Diese beinhaltete nämlich VIP-Lounge und dazugehöriges Essen.

Blick aus der VIP-Lounge, in der ich irgendwie versuchte, die Konversation zwischen Frau Amelung und dem Abt des Todaiji aufrechtzuerhalten... Vielen Dank auch, Herr Ueda (der uns natürlich unablässig auf unsere "Aufgaben" aufmerksam machte und uns von einem ort zum anderen winkte).

Auch sehr interessant war das Halbzeitprogramm, die "Bayernkapelle Osaka", die in Trachten und mit Bayernwappen deutsche Ständchen spielten... Leider habe ich davon kein Foto (bzw. Video, das wohl angebrachter wäre). Es hat an nichts gefehlt, weder an der Tuba noch an der japanischen Sängerin im Dirndl, die "alle Vögel sind schon da" in allerliebsten Japanisch-Akzent trällerte...

Fotosession mit dem Ehepaar Aemlung und den beiden Mannschaftskapitäninnen.

Der Trainer der japanischen Mannschaft, der aussah wie die japanische Version von Clint Eastwood. ("Dieses Hockeyfeld ist nicht groß genug für uns beide...!"
Mit dem Hockeyteam in Kyoto. Kein Kommentar.
Auf dem Rückweg mit dem Trainer der Mannschaft. (Nach einem leckeren Essen in einem ITALIENISCHEN Restaurant -kein Kommentar- und leckerem Wein...).
Montag, 12. November 2007
Totoro!!!
Kurz für Zwischendurch...
... was Kulinarisches...

Fanta Fragezeichen??? Bis jetzt habe ich mich noch nciht getraut, DAS auszuprobieren...

Bier in Mini-mini-mini-Größe... Lohnt sich ja gar nicht, die Dose auzumachen...

Ramen-Stand im Freien... Dreux ist "allergisch gegen Gemüse" und verzichtet.

Und (extra für Torge ;)): der MEGA-BURGER!!!

Fanta Fragezeichen??? Bis jetzt habe ich mich noch nciht getraut, DAS auszuprobieren...

Bier in Mini-mini-mini-Größe... Lohnt sich ja gar nicht, die Dose auzumachen...

Ramen-Stand im Freien... Dreux ist "allergisch gegen Gemüse" und verzichtet.

Und (extra für Torge ;)): der MEGA-BURGER!!!